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Nenkersdorf kämpft um seine Wehr

Nenkersdorf kämpft um seine Wehr

Andreas Mertin ist in geheimer Wahl als Ortsvorsteher von Nenkersdorf/Schönau wiedergewählt worden. "Der Ortschaftsrat kümmert sich um die Kleinigkeiten und ist erster Ansprechpartner für die Bürger", sagt der 57-Jährige.

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Ortsvorsteher Andreas Mertin (li.) und Rainer Kuhnert, Mitglied von Ortschaftsrat und Feuerwehr, am Nenkersdorfer Gerätehaus. Sie wollen es nicht eines Tages für immer zuschließen müssen.

Quelle: Inge Engelhardt

Nenkersdorf/Schönau. Das Gremium werde vom Rathaus immer einbezogen, wenn es um Belange der Ortsteile gehe, hebt er hervor. Durch diese Zusammenarbeit zwischen Ortschaftsrat und Stadtverwaltung lasse sich manches Problem leicht lösen. Das sechsköpfige Gremium ist genauso zusammengesetzt, wie in der zurückliegenden Legislaturperiode, erstmals hat Mertin zwei Stellvertreter: Dietra Mäder aus Nenkersdorf und David Otto aus Schönau.

 

 

Größte Aufgabe in Nenkersdorf ist derzeit der Erhalt der Feuerwehr. Ihre Auflösung ist ausgesetzt, das hat der Frohburger Stadtrat beschlossen. Bis zum 30. Juni 2015 haben die Kameraden nun nachzuweisen, dass sie als eigenständige Feuerwehr eine ausreichende Einsatzbereitschaft gewährleisten können (die LVZ berichtete). "Wir loten alle Möglichkeiten aus, um die Einsatzfähigkeit wieder zu gewährleisten", betont Mertin. Dafür läuft derzeit eine gemeinsame Kampagne von Ortschaftsrat und Feuerwehr, unter anderem mit Flugblättern. Dorfbewohner sind zu einer Zusammenkunft am 19. September eingeladen, um möglichst fünf bis sechs neue Mitstreiter zu gewinnen. Gleichzeitig wird versucht, ehemals aktive Kameraden zu aktivieren. Die Ortsfeuerwehr steht unter Leitung von Nico Flade. Sie müsse unbedingt erhalten werden, betont der Ortsvorsteher. "Im Extremfall entscheidet jede Minute." Wenn die Frohburger Wehr woanders im Einsatz sei oder an der Schranke in Richtung Nenkersdorf stehe, könne keiner helfen. Die Brandschützer tragen aber auch viel zum Leben im Dorf bei, organisieren Osterfeuer und Weihnachtsbaumverbrennen, was langjährige Tradition ist. Sie ziehen beim Dorf- und Vereinsfest mit, und nicht zuletzt gibt es den Florianstag. Gleich in Doppelfunktion engagiert sich Rainer Kuhnert für den Fortbestand der Feuerwehr, der er bereits seit 46 Jahren angehört. Der 69-Jährige arbeitet im THW mit und ist Mitglied des Ortschaftsrates.

Relativ gut laufe es bei der Schönauer Wehr, die verhältnismäßig viele junge Leute in ihren Reihen habe, konstatiert Mertin. Technisch seien beide Ortswehren gut ausgestattet.

 

 

Zusätzliche Unterstützung benötige der Heimatverein Nenkersdorf/Schönau durch die Krankheit seiner Vorsitzenden Annelies Görner, sagt der Ortsvorsteher. Der sehr starke Verein hat über 50 Mitglieder und organisiert monatliche Veranstaltungen. "Er leistet sehr gute Arbeit, die Mitglieder sind sehr zufrieden", hebt Mertin hervor.

Im Sportverein ist die Frauensportgruppe relativ aktiv. Im Bereich Freizeitfußball werde es durch Zeitmangel immer schwieriger, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Tradition haben unter anderem die Fußballbegegnungen zum Dorf- und Vereinsfest.

 

 

Am wenigsten Sorgen bereitet dem Ortschaftsrat der Jugendclub Schönau/Nenkersdorf mit Marcus Ledig und Michael Kappmann an der Spitze. Seit dem Vorjahr laufen die Dorffeste in Regie des Club-Teams und das erfolgreich. "Souverän gemacht", bescheinigt Rainer Kuhnert. 2016 will der Club sein 20-jähriges Bestehen feiern. Er hoffe, dass sich auch künftig jeweils neue Vorstandsmitglieder finden, erklärt Andreas Mertin.

 

 

Er engagiert sich bereits die dritte Wahlperiode, 1994 war er in den Gemeinderat Nenkersdorf/Schönau gewählt worden. 1999 erfolgte die Eingemeindung nach Frohburg, das sei nicht zum Schaden der beiden Dörfer gewesen. Der Gleichbehandlungsgrundsatz gegenüber allen Ortsteilen werde vom Rathaus eingehalten. Was Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch zugesagt habe, das habe er auch gehalten, bescheinigt ihm der Ortsvorsteher. Schon während der vorhergehenden Verwaltungsgemeinschaft seien die Gemeindehäuser instand gesetzt worden. Viel Straße und Brücken seien erneuert worden, die Sportplätze würden unterstützt.

 

 

Nun gehe es hauptsächlich darum, "was wir geschaffen haben, zu erhalten." Das Gemeindezentrum in Schönau müsse saniert werden. Das Gemeindehaus in Nenkersdorf nutzen die Feuerwehr sowie der Heimat- und der Sportverein. Die Auseinandersetzung um das Kirchschullehn stehe noch aus, erklärt Mertin. Er hebt die gute Zusammenarbeit mit der Kirche hervor und sagt: "Hut ab, was der neue Besitzer des Rittergutes schon geschaffen hat." An der Oberfläche der Nenkersdorfer Töpferstraße müsse sich etwas tun.

 

 

Für Ärger sorgt immer mal wieder Müll am Harthsee, nicht zuletzt, weil viele Schulklassen ihren Abschluss dort feiern. "Das Gelände ist privates Land, der Ortschaftsrat kann nur mahnen und Hinweise geben", sagt Mertin.

Für ihn steht fest, dass es seine letzte Legislaturperiode ist - sowohl im Ortschaftsrat, als auch im Stadtrat, wo er für die Linkspartei sitzt. Der Nachwuchs müsse ran. "Mir wäre es lieber, wenn die Jugend vorpreschen würde", sagt der 57-Jährige. Schon jetzt sollte die Suche nach neuen, jüngeren Kandidaten für die nächsten Kommunalwahlen beginnen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.08.2014
Inge Engelhardt

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