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Neue Heimat Geithain: Flüchtlinge lernen deutsch, um sich eine Zukunft aufzubauen

Integration Neue Heimat Geithain: Flüchtlinge lernen deutsch, um sich eine Zukunft aufzubauen

In einem Land, in einer fremden Kultur, ohne ausreichende Sprachkenntnis Fuß zu fassen – für Flüchtlinge ist das eine komplexe Herausforderung. In der Geithainer Paul-Guenther-Schule werden sie seit anderthalb Jahren auf diesem Weg begleitet. Thomas Saalfeld, der die besondere Klasse leitet, sieht bei den meisten deutliche Erfolge.

Aus ihrer Heimat geflohen, in Geithain angekommen: einige der jungen Flüchtlinge, die an der Paul-Guenther-Schule unterrichtet werden.

Quelle: privat

Geithain. Bereits 42 Schüler haben jene Klasse an der Paul-Guenther-Schule in Geithain durchlaufen, die im Frühjahr 2016 für junge Flüchtlinge eingerichtet worden war. Derzeit besuchten 13 Schüler die Vorbereitungsklasse, in der Deutsch als Zweitsprache (DaZ) unterrichtet wird. „Von ihnen sind fast alle bereits teilintegriert. Sie gehen stundenweise in eine Regelklasse, um sich weiter mit der Bildungssprache Deutsch vertraut zu machen, mit Mitschülern besser in Kontakt zu kommen und um sich noch tiefgründiger mit den Gepflogenheiten und dem Klassenleben dort vertraut zu machen“, sagt Klassenleiter Thomas Saalfeld, der die Heranwachsenden aus Syrien, Pakistan, Iran, Irak, Somalia, Eritrea und seit jüngstem auch aus Thailand betreut.

Die meisten Schüler aber kämen aus Afghanistan und seien zum größten Teil allein in Deutschland, ohne Angehörige und fernab der Heimat. „Bei einer gewissen gesunden Neugierde aneinander beklagen die Schüler einen gewissen Abstand“, konstatiert Saalfeld. Eine Präsentation des Herkunftslandes und der eigenen Geschichte durch jeden DaZ-Schüler im Rahmen eines Projektes zum Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ sollte zum besseren gegenseitige Kennenlernen beitragen und Verständnis für die besondere Situation der Jugendlichen schaffen. Das sei nur in Teilen gelungen. „Die Schüler haben es aufgrund einschneidende persönliche Erlebnisse oft nicht leicht. Ebenso ist es schwierig für einige Jugendliche, die in ihrem Heimatland noch nie oder nur sporadisch eine Schule besucht haben.“

Ihnen falle es schwer, sich an das tägliche Lernen und an das Schulleben zu gewöhnen. Dennoch sei eine große Dankbarkeit zu spüren, hier in Geithain in Frieden eine Schule besuchen zu können. Sie erhielten dabei die Unterstützung des gesamten Lehrerkollegiums und vieler deutscher Mitschüler. „Sie werden Geithain sicher in guter Erinnerung behalten, wenn sie einmal ihren Weg gefunden haben“, ist ihr Klassenleiter überzeugt.

Mit seinen Gedanken, die er kürzlich in einer Rede offenbarte, skizzierte Sayed (15) aus Afghanistan die schwierige Situation der Jugendlichen. Sie hätten ihre Familien, ihre Kultur und ihre Kindheit zurück gelassen. Ja, manchmal sei der Umgang mit ihnen schwer, weil sie in einer kaputten Gesellschaft aufgewachsen sind. Aber sie wollen die Gesetze und die Verschiedenheit akzeptieren. Viele afghanische Flüchtlinge hätten Angst vor Abschiebung, Angst vor der Zukunft dort, woher sie gekommen sind…

Insgesamt konnten an der Paul-Guenther-Schule bereits drei Schüler von der DaZ- in eine Regel-Klassen integriert werden. Weitere Schüler sind auf einem guten Weg dahin. „Das ist angesichts der größtenteils schwierigen Bildungsbiografien eine recht gute Bilanz“, sagt Saalfeld. Natürlich werde nicht nur Deutsch gebüffelt. Besuche im Leipziger Zoo und beim MDR hätten Einsicht in die hiesigen Alltag gebracht. In Bad Lausick bot das Kur- und Freizeitbad Riff Abwechslung. Im kürzlich begonnenen Schuljahr sind erneut drei Wandertage geplant.

Von Ekkehard Schulreich

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