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Neue Info-Tafeln erzählen Bad Lausicker Kur- und Bergbau-Geschichte

Neue Info-Tafeln erzählen Bad Lausicker Kur- und Bergbau-Geschichte

Vor dem Kurbetrieb in Bad Lausick stand - die Kohle. Was das schwarze Gold und heilkräftiges Wasser miteinander zu tun haben, erfahren Spaziergänger im Kurviertel auf drei großformatigen Tafeln, aufgestellt aus Anlass des aktuellen Jubiläums „190 Jahre Kur".

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Diese Tafel steht nahe der Freilichtbühne "Schmetterling".

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. Dass die Schautafeln die Aufschrift „Straße der Braunkohle" tragen, ist alles andere als ein Irrtum: Bad Lausick ist ein historischer Ort der mitteldeutschen Bergbaugeschichte, und ohne Kohle wäre das Landstädtchen nach 1820 nie Kurort geworden. „Vielen sind diese Anfänge gar nicht bewusst. Und dass über Jahrzehnte Kohlenförderung und Kurbetrieb in unmittelbarer Nachbarschaft existierten, hatte die Stadt aus begreiflichen Gründen damals nicht so öffentlich gemacht", sagt Rainer Syrbe. Der Bergbau-Ingenieur ist Mitglied es Bad Lausicker Geschichtsvereins und hat sich intensiv mit der Geschichte der Kohlegewinnung seiner Heimatstadt vertraut gemacht. Syrbe gehört zu den Autoren des beim Verlag Pro Leipzig inzwischen in neuer Auflage erschienenen Kompendiums „Straße der Braunkohle".

Historische Orte kenntlich machen, die Idee vereine die Mitarbeiter des Bandes. Bei Henry Heibutzki, dem Geschäftsführer der Bad Lausicker Kur GmbH, traf er damit auf offene Ohren - zumal im Jubiläumsjahr, da die Stadt in eher bescheidener Art an den Beginn des Kurbetriebs vor 190 Jahren erinnert. „Wir wissen, dass viele unsere Kurgäste, die im Park unterwegs sind, etwas zur Kurgeschichte erfahren möchten, aber in kurzer, gut aufbereiteter Form", sagt Heibutzki. Um Inhalt und Gestaltung haben sich Syrbe und der Geschichtsverein gekümmert. Finanziert hat die Tafeln die Kur GmbH.

Seit Kurzem nun stehen die Tafeln. Eine dort, wo einst eine malerische Freitreppe oberes und unteres Kurhaus verband, also nahe der heutigen Freilichtbühne „Schmetterling". Hier nämlich ist der Ort, wo anno 1820 alles begann, wo der Grubenarbeiter auf der Suche nach Kohle auf eine Quelle stieß, von der - so will es die Überlieferung - ein anderer gekostet und eine Kolik gelindert haben soll. Dieser erste Brunnen, nach dem Grubenbesitzer und Bade-Pionier Herrmannsbrunnen benannt, ruht seit 1921; sein Häuschen ist längst abgerissen, der Brunnenschacht unter dem Beton der Terrasse verwahrt.

Uwe Dietze hat als geringfügig Beschäftigter der Stadt den exakten Punkt des Brunnens mit den Initialen HB markiert; daneben steht besagte Tafel, die Brunnengeschichte erzählt. Auf dem Weinberg, nahe des Cafés, geht es um die Marienzeche, die bis 1878 in Betrieb war. Nichts mit dem Bergbau, aber viel mit der Kur zu tun hat Tafel drei zwischen Ententeich und Steingrundbach: Sie verweist auf die Moorhalden, Zeugnis früherer Mooranwendungen im Kurbetrieb.

Nicht nur für Kurgäste, auch für viele Bad Lausicker selbst seien die Tafeln aufschlussreich, ist Rainer Syrbe überzeugt. Sie ergänzten die Informationen, die das Kur- und Stadtmuseum vermittele, an den historischen Orten. Wer denn wisse sofort, dass der Herrmannsbrunnen einst zu den stärksten Eisenvitriolquellen Europas gehörte? Oder dass der Alte Schacht der Marienzeche stattliche 21 Meter tief in den Weinberg hineinführte? Syrbe erinnert sich lebhaft noch an Jungenstreiche, die verboten, vielleicht aber gerade deshalb immer wieder auf der Tagesordnung standen: „Wenn die Moorhalden zwei Jahre lagen, konnte man darauf springen wie auf einem Trampolin." Ein gefährlicher Spaß. Heute zeigen dem aufmerksamen Spaziergänger allenfalls kleine Wälle diesen Ort an.

Ekkehard Schulreich

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