Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Neue Kindertagesstätte mit Baumängeln – jetzt klagt die Stadt Kohren-Sahlis
Region Geithain Neue Kindertagesstätte mit Baumängeln – jetzt klagt die Stadt Kohren-Sahlis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:36 23.11.2016
„Turmspatzen“ in Kohren machen Musik. Die Kindereinrichtung ist im November 2008 eingeweiht worden. Doch es gibt erhebliche Baumängel. Quelle: Jens Paul Taubert
Anzeige
Kohren-Sahlis

Fast auf den Tag genau acht Jahre ist es her, dass der Neubau der Kohren-Sahliser Kindertagesstätte „Turmspatzen“ in Betrieb ging. Doch Baumängel machen dem Eigentümer Stadt und dem Träger Johanniter-Unfallhilfe seit Langem das Leben schwer. Sie abzustellen, scheiterte ebenso wie das Bemühen der Kommune, mit dem Planungsbüro, das den Neubau verantwortete, außergerichtlich zu einem Vergleich zu gelangen. Der Stadtrat zog nach diesem bisher fruchtlosen Bemühen jetzt die Notbremse: Er beschloss, rechtliche Schritte gegen den Planer einzuleiten und die Kosten für die Mangelbeseitigung einzufordern. Letztere sind erheblich. Ein vom Landgericht Leipzig bestellter Gutachter bezifferte sie auf 71 840 Euro – und das bei einer Gesamt-Investition von 1,3 Millionen Euro inklusive Fördermitteln.

„Wir sind uns einig geworden, dass wir jetzt so vorgehen“, sagte Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU) mit Blick auf die Debatte in einem nicht öffentlichen Teil der Stadtratssitzung, die dem öffentlichen vorangestellt war. Die Liste der Baumängel sei lang und schwerwiegend: Rissbildungen im Gebäude, Probleme mit der Dachentwässerung, Schäden am Fußboden- und Terrassenbelag und eine elektrische Anlage, „die nicht den Erfordernissen entspricht“. Während der fünfjährigen Gewährleistungszeit habe es immer wieder Nachbesserungen gegeben, doch beseitigten die nicht die grundsätzlichen Unzulänglichkeiten, so das Stadtoberhaupt, das – bei der Fertigstellung der Kindereinrichtung frisch ins Amt gewählt – den Problem-Bau sozusagen erbte.

Den Rechtsanwälten, die die Stadt mit der Klärung beauftragte, gelang es trotz Anstrengungen nicht, die geltend gemachten Ansprüche durchzusetzen: „Eine außergerichtliche Einigung mit dem Planer beziehungsweise mit seiner Berufshaftpflicht-Versicherung war bisher nicht möglich.“

Statt dessen nahm die Kommune mehrfach selbst Geld in die Hand, etwa im letzten Frühjahr, um die Warmwasserversorgung stabil zu machen und einer möglichen Gefährdung durch Legionellen vorzubeugen. Das Landratsamt hatte bei einer turnusmäßigen Kontrolle darauf hingewiesen, dass das Wasser in dem verzweigten Netz nicht ausreichend erhitzt werde. Nicht aufschieben konnte man auch Arbeiten an der Heizung. Glücklicherweise, sagt Mohaupt, habe man mit den Johannitern einen verlässlichen und flexiblen Partner: „Der Träger hat das immer gut auf die Reihe gekriegt.“

Um acht Jahre nach Fertigstellung des Komplexes – der 2012 um einen zusätzlichen Krippenteil erweitert worden war – endlich geordnete Verhältnisse zu erreichen und weiteren Schaden von der Stadt fernzuhalten, bleibe nun nichts anderes mehr als der Klage-Weg: „Unsere Forderungen müssen wir jetzt gerichtlich durchsetzen.“

Von Ekkehard Schulreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

40 Jahre ist der Tautenhainer Karneval alt, und er befindet sich inmitten seiner besten Jahre: Das wurde deutlich auf der Jubiläumsveranstaltung, zu der der im Dezember 1976 gegründete Verein Ehemalige und Aktive, Förderer und Freunde einlud.

22.11.2016

Die Leader-Regionen im Leipziger Landkreis – Südraum Leipzig, Leipziger Muldenland und Land des Roten Porphyr erfreuen sich vor allem an Anträgen für Wohnraum und soziale Infrastruktur. Verschiedene Projekte sind bereits in der Umsetzung.

22.02.2018

Die Kameraden aus Jahnshain, Meusdorf und Linda wissen, was sie dem Gemeinwesen schuldig sind: Trotz bescheidener Bedingungen ist auf die Freiwillige Feuerwehr Verlass. Doch der Zustand des Gerätehauses wird immer schlimmer. Eine wirkliche Lösung dieses Problems scheint nicht greifbar.

28.02.2018
Anzeige