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Geithain Neue Schau: Teepuppen locken Ostern im Geithainer Pulverturm
Region Geithain Neue Schau: Teepuppen locken Ostern im Geithainer Pulverturm
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00:31 31.03.2018
Eine Sonderschau zu Teepuppen lädt über Ostern in den Geithainer Pulverturm ein. René Weißinger und Ramona Pinder, pädagogische Mitarbeiterin des Bildungsträgers FAW, sind hier bei letzten Handgriffen in dem historischen Gemäuer. Quelle: Jens Paul Taubert
Geithain

Dass der Pulverturm ins Bewusstsein der Geithainer zurückgekehrt ist, ist eine Gruppe langzeitarbeitsloser junger Leute zu verdanken. Die kümmern sich im Zuge einer durch das Kommunale Jobcenter geförderten Qualifikation seit dem Sommer um diesen markanten Teil der alten Stadtbefestigung. Mehr als 400 Besucher nutzten die Öffnungstage, das Bauwerk zu besichtigen, das in den vergangenen Jahren völlig zu Unrecht eher ein Schattendasein führte.

Nach dem Erfolg der Zinnfiguren-Schau ist nun zu Ostern eine neue zu sehen. Sie widmet sich Teepüppchen. Darüber hinaus aber können sich die Besucher einen Eindruck verschaffen, was am und im Turm in den vergangenen Monaten geleistet wurde. Für Kinder gibt es Gänsehaut pur: beim Basteln im einstigen Verlies.

Stephan Küchler von der FAW kümmert sich um die Frühlingsbepflanzung vor dem Geithainer Pulverturm, hinten der Freigarten. Quelle: Jens Paul Taubert

„Wir sind jetzt dabei, den Fußboden des Kerkers aufzuarbeiten und diesen historischen Raum zu gestalten“, sagt Ines Westphal, die die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) in Geithain leitet. Die ist Träger des Projektes, das 15 Frauen und Männer ohne Berufsabschluss, ohne Job fitmachen will für einen Neustart auf dem Arbeitsmarkt und in ein selbstbestimmtes Leben.

Positive öffentliche Resonanz

„Mit dem Pulverturm haben wir Arbeiten gefunden, die vielfältig und sinnhaft sind, mit denen man Menschen motivieren kann“, sagt Westphal. Jeder könne sich entsprechend seiner Vorlieben und Eignungen einbringen, könne sich auf verschiedenen Berufsfeldern ausprobieren – und erfahre dank der positiven öffentlichen Resonanz bestätigende Rückmeldungen.

Der Turm wurde im Inneren geweißt, die Geländer der steilen, schmalen Außentreppe gestrichen. Fugen waren fachgerecht zu verschließen, um Nässeschäden einzudämmen. Bänke und Papierkörbe wurden gestaltet. Parallel dazu wird versucht, durch wechselnde Ausstellungen Interessenten in das Bauwerk zu holen.

Ein „mittelalterliches“ Glücksrad lockt im Kerker des Pulverturmes Geithain. Quelle: Jens Paul Taubert

Erfolgreich war nicht nur die Premiere, als der Frohburger Zinnfiguren-Sammler Joachim Franke ausstellte. Auch zum Geithainer Eventshopping, zum Tag des offenen Denkmals und während des Weihnachtsmarktes herrschte erheblicher Andrang.

Viele Geithainer sind noch nie im Pulverturm gewesen

„Viele, obwohl sie lange schon in der Stadt leben, sind nie im Pulverturm gewesen. Für eine fast Achtzigjährige war es ein großes Erlebnis, erstmals die hohen Stufen zu erklimmen“, sagt Westphal. Um Besuchergruppen, darunter häufig Kinder, zu betreuen, arbeite man mit dem Heimatmuseum zusammen. Gut sei auch die Kooperation mit dem Rathaus: Während des Stadtfestes vom 15. bis 17. Juni werde der Turm geöffnet sein. Dann zeigt der Großpösnaer Maler Uwe Gerschler Ölbilder sächsischer Burgen, Schlösser und Kirchen; ein Bild des Pulverturms hat er seiner Kollektion eigens dafür hinzugefügt.

Vorab, zu Ostern, sind als Leihgaben zusammengetragene Teepüppchen zu sehen. Sie dienten, in Handarbeit gefertigt, in vergangenen Jahrzehnten als krönender Schmuck von Kannenwärmern, als Tischschmuck, Dosen, Puderquasten. Zu sehen ist die Ausstellung von Karfreitag bis einschließlich Ostermontag von 14 bis 17 Uhr. Parallel dazu kann der Turm besichtigt und im Kerker gebastelt werden.

Für die Teilnehmer des Projektes, das Ende Juli endet, geht es demnächst in die heiße Phase betrieblicher Praktika. „Wir sind zuversichtlich, dass sich für den einen oder anderen eine Perspektive ergibt“, sagt Westphal, meint einen Ausbildungs- oder einen Arbeitsvertrag. Eine Teilnehmerin habe schon einen Lehrvertrag unterschrieben.

Stadttor könnte Anschlussprojekt werden

Aufgrund der guten Resonanz würde die FAW ab August in einem Anschlussprojekt auch das Geithainer Stadttor in Obhut nehmen. Die Unterstützung der Stadt habe man; im Mai sei es am Kreistag, über die Mittel dafür zu entscheiden.

Von Ekkehard Schulreich

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