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Neue Spielzeug-Ausstellung im Geithainer Museum eröffnet

Erzgebirgische Handwerkskunst Neue Spielzeug-Ausstellung im Geithainer Museum eröffnet

Große Kinderaugen und Spielzeug en miniature: Filigrane erzgebirgische Handwerkskunst für Heranwachsende früherer Generationen zeigt jetzt eine Sonderschau des Geithainer Heimatmuseums. Passend zur Vorweihnachtszeit gewährt der Burgstädter Albrecht Krenkel Einblicke in seine umfangreiche Sammlung.

Carmen Schmidt vom Geithainer Heimatmuseum erklärt den Kindern die erzgebirgische Miniaturspielwaren.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Aufgereiht in sieben gläsernen Vitrinen, begeisterten Pferdefuhrwerke und Ochsenkarren, Bus-Ungetüme und Lieferwagen, von Elefanten gezogene Käfigwagen und mehrspännige Feuerspritzen die kleinen Besucher der Awo-Kindertagesstätte "Kinderland am Bahnhof". Die hatte Museumschefin Carmen Schmidt zur Eröffnung der Schau am Dienstagvormittag eingeladen - und die Kinder hatten, obwohl schon mitten in den Proben für den Weihnachtsmarkt, ein paar herbstliche Lieder mitgebracht.

"Ich kann mich für sowas begeistern", sagt Alfred Krenkel und zeigt auf die detailgetreuen Exponate aus mehr als einem Jahrhundert. Zeugnisse nicht nur der Handwerkskunst, sondern auch ein Stück Kultur- und Sozialgeschichte, denn Spielzeugmacher verdienten trotz der Freude, die ihre Erzeugnisse bereiteten, wenig Geld, und oft mussten die Kinder der Familien mithelfen, etwa die Figuren mit Farbe versehen.

Zur Horizont-Erweiterung dieser Art trägt Krenkel bei, indem er neben den Schaustücken Originalrechnungen aus den zwanziger, dreißiger Jahren zeigt. Und vorrechnet, dass ein Stück Butter um 1930 rund 3,25 Reichsmark kostete, ein Arbeiter im Monat aber nur 90 Mark und zum Teil deutlich weniger verdiente.

Krenkels Vater starb früh; "er hatte die Ambition, Riesenräder und Schiffsschaukeln zu bauen", erinnert sich der Sohn. Auf dem Boden des Großvaters entdeckte der Junge in einer Schachtel Einzelteile eines kleinen Holzautos - und fügte sie zusammen. Das Interesse war geweckt, wenngleich das große Sammeln erst Jahrzehnte später, Anfang der Neunzigerjahre begann: "Da gab es viel auf Auktionen und Flohmärkten, die Leute holten solche Dinge von den Dachböden runter."

Und Krenkel trug zusammen, recherchierte. Nicht um sich allein daran zu freuen, sondern ausdrücklich um andere teilhaben zu lassen daran. Die Geithainer Schau, die ein Viertel seiner 2000 Stücke umfassenden Sammlung zeigt, ist da nur ein Beispiel: "Warum sollten diese Schätze denn in Kisten verschwinden? Das wäre mir nicht recht."

Ekkehard Schulreich

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