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Geithain Neue Tagesmutti nimmt in Prießnitz Tätigkeit auf
Region Geithain Neue Tagesmutti nimmt in Prießnitz Tätigkeit auf
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16:47 05.11.2012
Als Erste betreut Tagesmutti Katrin Kretzschmar in der Prießnitzer Badstraße 2 den kleinen Linus und die acht Monate alte Jolin. Quelle: Jens Paul Taubert
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Und das aus gutem Grund. Tagesmutti Katrin Kretzschmar nahm in der Badstraße 2 ihre Tätigkeit auf und betreut ein acht Monate altes Mädchen sowie einen gut anderthalbjährigen Jungen. Die gelernte Bauingenieurin, die sich später zur IT-Managerin qualifizierte und in den vergangenen sechs Jahren in Hessen bei einem IT-Unternehmen beschäftigt war, erfüllt sich damit einen lang gehegten Wunsch. Schon seit vielen Jahren trug sie sich mit dem Gedanken, irgendwann einmal als Tagesmutti zu arbeiten. „Ich liebe den Trubel, den Kinder ins Haus bringen, die Freude, sie aufwachsen zu sehen, die Fragen, die sie stellen und das Staunen in ihren Augen. Viel zu schnell ging diese Zeit mit den eigenen Kindern vorbei und gern hätte ich sie noch mehr genießen wollen ..." Kurze Zeit hatten sie und ihr Mann, der ebenfalls aus Borna stammt, Klempner ist und in einer Leipziger Firma arbeitet, überlegt, nach Hessen zu ziehen. „Doch wir haben beide hier unsere Familie, unsere Freunde und wollten uns auch hier in der Region unseren Traum vom eigenen kleinen Bauernhof erfüllen. Dabei hatten wir schon immer ein Auge auf Prießnitz geworfen und wurden vor drei Jahren fündig. Eine Erbengemeinschaft wollte sich nach einigen Jahren Leerstand von dem Anwesen trennen. Wir haben es im April 2009 gekauft und sind schon im Sommer eingezogen, als die großen Sanierungsarbeiten abgeschlossen und die obere Etage fertig war. Dann wurde an den Wochenenden mit tatkräftiger Unterstützung unserer beiden erwachsenen Kinder und Freunden weiter modernisiert. Inzwischen ist sogar der Kuhstall zum Wohnzimmer umgebaut", schildert die 46-Jährige. Viele Freunde und Mitbürger, die das Haus im Urzustand gesehen hatten, waren zunächst skeptisch, ob diese „Lebensaufgabe" lösbar sei. Sie wurden von Familie Kretzschmar eines Besseren belehrt. Nun verlangt das urig gemütliche Haus, nebst Scheune und Stall, umgeben von einem Blumengarten, einem Gemüsegarten und einer kleinen Streuobstwiese nach Leben. Draußen tummelten sich bald Hühner, Enten, Gänse, Stallhasen und natürlich die beiden Katzen Maggy und Lilli. Aber etwas fehlte noch... Ergo verfolgte die nunmehrige Tagesmutti das Ziel, ihren Wunsch in die Tat umzusetzen, genauso sorgfältig, wie zuvor das alte Bauerngut ausgebaut und saniert wurde. Zwei Jahre beschäftigte sie sich intensiv mit dem Thema Kindertagespflege, den damit verbundenen Anforderungen, mit dem sächsischen Bildungsplan und wägte die Bedingungen ab. Sie absolvierte einen praxisvorbereitenden Kurs, der der Einführungsphase des DJICurriculums „Fortbildung von Tagespflegepersonen" entspricht und möchte noch in diesem Jahr einen praxisbegleitenden Kurs, der der Vertiefungsphase dieser Fortbildung entspricht, beginnen. Im Haus wurde indes in der Wohnküche eigens für die Steppkes ein Essbereich eingerichtet. Sie haben ihre eigene Garderobe, ein separates Schlafzimmer, einen Windelbereich im Bad und eine Kuschelecke in der Diele. „Im Obergeschoss gibt es ein großes Spielzimmer mit Bau- und Bastelecke, Puppenküche, Kasperletheater und allerlei Materialien, die vorrangig der Sinnes-, Sprach- und Kreativitätsentwicklung dienen, Selbsttätigkeit und Erfindungsgabe fördern", sagt die Tagesmutti und fügt mit Stolz hinzu, dass dank ihres Mannes alles so geworden ist, wie sie es sich vorgestellt hat. Die Vertreter des Jugendamtes und der Stadtverwaltung Frohburg zeigten sich unlängst bei der Abnahme der Pflegestelle überaus angetan. Die familiäre Atmosphäre, in der die Kinder hier auf natürliche Weise ganzheitliche Lernerfahrungen sammeln können, hat überzeugt. Frau Kretzschmar erhielt eine Pflegeerlaubnis für fünf Kinder und sie geht die Dinge elanvoll an: „Die Kindertagespflege wird nicht mehr als Notnagel betrachtet. Eltern schätzen inzwischen diese individuelle Betreuungsform und jede Erzieherin träumt von so einem Betreuungsschlüssel. Ganz zu schweigen von flexibleren Betreuungszeiten. Ich denke dabei an Eltern, die in Schichten arbeiten und bei denen durchaus der Bedarf besteht, auch in den Abendstunden, über Nacht oder an Wochenenden und Feiertagen eine zuverlässige Betreuung für ihre Kinder zu haben. Da kann man nur hoffen, dass unsere Politik nachzieht." Auf jeden Fall werde sie bis zum Jahresende noch einen „Tag der offenen Tür" veranstalten. „Vielleicht in der Adventszeit, wenn es hier so richtig heimelig wird und Heinzelmännchen durch die Räume huschen...

Thomas Lang

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