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Neue Wegweiser trotzen dem Wetter: Narsdorfer ergreifen die Initiative

Kohrener Land Neue Wegweiser trotzen dem Wetter: Narsdorfer ergreifen die Initiative

Das Kohrener Land ist groß genug, um sich zu verlaufen. Wegweiser, auf Initiative des Fremdenverkehrsverbandes vor vielen Jahren aufgestellt, sind inzwischen verwittert. Ihre Erneuerung hält nicht mit den Erfordernissen Schritt. Zwei Mitarbeiter des Narsdorfer Bauhofes aber wurden aktiv – und fertigten neue Schilder aus Stahlblech.

Die ursprüngliche Wegweisung aus Holz. Die Säule am Töpfermädchen in Frohburg befindet sich in einem guten Zustand.

Quelle: Regina Heinze

Geithain/Narsdorf. Unkaputtbar ist ein wenig geschmeidiges Wort aus der Werbesprache, im Falle der neuen Wegweiser in Narsdorf dürfte es indes zutreffend sein: Die acht Säulen, die den Ausflügler in Ossa, Rathendorf und Narsdorf auf die richtige Spur bringen, sind seit Kurzem aus verzinktem Stahl. Das beständige Material ersetzt das Holz, das in der Nachwende-Zeit zum Einsatz kam und das auch bei guter Pflege kaum noch zu retten war. René Gebhardt und Jens Teichmann, Männer des Narsdorfer Bauhofes, ist zu verdanken, dass zumindest in dieser Region das Leitsystem für Wanderer und Radler zukunftssicher ist. In anderen Kommunen des Kohrener Landes sieht es da durchaus anders aus.

„Uns erreichen jede Woche Hinweise von Gästen, die mit der Ausschilderung der Wege unzufrieden sind, die sich deshalb sogar verlaufen. Kürzlich betraf das sogar eine Schulklasse“, sagt Regina Heinze von der Touristinformation, die der Tourismusverein Borna und Kohrener Land auf dem Bornaer Markt betreibt. Mancher vermisse zudem an Hauptwegen Bänke für eine Rast oder Müllbehälter. Der Verein, der bis vor wenigen Monaten noch Fremdenverkehrsverband Kohrener Land hieß, habe – neben anderen – die Ausschilderung zahlreicher Wege initiiert und mit Hilfe von Fördermitteln umgesetzt. „Dabei galt der Grundsatz: Die Kommune, auf deren Gebiet ein solcher Wegweiser steht, kümmert sich um den Erhalt. Denn dafür kann der Verband natürlich nicht aufkommen“, so Heinze. Die Realität zeige, dass die fünf Mitgliedskommunen unterschiedlich mit dieser Prämisse umgingen. Heute, nach 25 Jahren, wisse man natürlich, dass Holz nicht der geeignetste Stoff für die Schilder sei. Beständiger seien solche aus Kunststoff, die vielerorts in Sachsen üblich seien.

Umso erfreulicher sei das Narsdorfer Beispiel, so Heinze: „In dieser Region haben wir jetzt wieder hervorragende Bedingungen.“ Dafür sorgten zwei Mitarbeiter des Bauhofes. „Wenn das Wetter schlecht war, haben wir uns seit 2014 immer wieder für ein paar Stunden drangesetzt“, erzählt Jens Teichmann, von Hause aus Straßenbauer. René Gerhardt, gelernter Metallbauer, kam seine Profession dabei ebenso zugute. „Holz passt zwar besser, aber es ist schlecht zu pflegen“, sagt er. Deshalb habe man sich entschieden, Stahlblech zu nehmen, es zu verzinken und mit einem Anstrich in Holztönen zu versehen. Die Ziele und Entfernungsangaben wurden Schweißpunkt für Schweißpunkt aufgebracht und verschliffen. Das Einzige, was jetzt noch fehlt, sind die Aufkleber mit den roten und grünen Wanderzeichen. Die bringen beide demnächst auf. Sieben dieser neuen Wegsäulen stehen inzwischen im Narsdorfer Gebiet; die achte und letzte, die an die Hegemühle gehört, wird dort aufgestellt, sobald die Hochwasserschäden am Wanderweg beseitigt sind. Doch nicht nur um die Wegweiser kümmerten sich beide. Für die drei großen Wanderkarten bauten sie Rahmen aus witterungsstabilem Recyclingmaterial.

Vor nicht allzu langer Zeit habe man im Geithainer Stadtgebiet die Wegweiser in Ordnung gebracht, sagt Reinhild Mitschke vom Kultur und Fremdenverkehrsamt der Stadt. „Leider haben wir keinen Wegewart. Somit sind wir auf die Hinweise der Radfahrer und Wanderer angewiesen.“ Der Bauhof kümmere sich dann nach Möglichkeit um die Beseitigung von Schäden. Darüber hinaus habe man auch einen Blick auf den Wegezustand: „In diesem Jahr wird der Weg nach Syhra in zwei Teilstücken befestigt.“

„Die Wegweiser wurden in der Vergangenheit meist auf Initiativen des Fremdenverkehrsverbandes in Ordnung gehalten. Vielfach wurden die alten Holzmarkierungen auch dank privater Initiativen überholt“, sagt der Frohburger Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW). Vor einigen Jahren habe die Stadt mit dem Landschaftspflegeverband Muldenland eine Vereinbarung zur Unterhaltung und schrittweisen Erneuerung der Schilder abgeschlossen. Allerdings scheine dies nicht zur Zufriedenheit aller zu funktionieren. „Grundsätzlich sehe ich es als eine Aufgabe des neuen Tourismusvereins an, Ordnung und System in die Wegweisung hereinzubringen. Demgemäß sollte sich an anderen und auch Nachbargebieten orientiert, die Wegweisung vereinheitlicht und vor allem auch die Unterhaltungskosten für die Markierungen im Blick behalten werden.“ Die ursprüngliche Wegweisung aus Holz müsste durch ein zeitgemäßes System ersetzt werden.

Von Ekkehard Schulreich

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