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Geithain Neuer Eigentümer Landkreis pumpt, um die Eschefelder Teiche zu retten
Region Geithain Neuer Eigentümer Landkreis pumpt, um die Eschefelder Teiche zu retten
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10:57 28.03.2018
Blick auf einen Teil der Eschefelder Teiche aus dem Jahre 2011 – damals war die Welt hier noch relativ in Ordnung. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg

Der Verlandung der Eschefelder Teiche – eines Vogelschutzgebietes von europäischem Rang – setzt der neue Eigentümer Landkreis Leipzig endlich etwas entgegen: Wasser nämlich. Die Leitung, die aus der Wyhra das Wasser herbeischafft und um deren Existenz und Funktionsfähigkeit es lange widerstreitende Aussagen gab, sorgt dafür, dass der Spiegel im Großteich sich allmählich hebt. Denn der Regen allein, auch wenn er in den zurückliegenden Tagen etwas intensiver war, reicht nicht aus, um die Teiche vor einer Verlandung zu bewahren.

„In den ersten 14 Tagen, seit gepumpt wird, hat sich der Wasserstand um zehn Zentimeter erhöht“, sagt Udo Wolf, der als Pächter die Teiche bewirtschaftet und der wegen des anhaltenden Wassermangels in den vergangenen Jahren hier auch wirtschaftlich ziemlich auf dem Trockenen saß. „Ich bin hoffnungsvoll, denn es tut sich was“, sagt er. Wenngleich im Großteich noch 70, 80 Zentimeter am nötigen Spiegel fehlten und es ungewiss sei, ob die vorgegebenen Staumarken bis zum Stichtag 1. April erreicht werden könnten.

„Die Druckrohrleitung von der Wyhra zum Großteich wurde reaktiviert und läuft derzeit im Probebetrieb“, bestätigte Brigitte Laux, Sprecherin des Landratsamtes. Der Landkreis ist seit Kurzem Eigentümer des Teichgebietes. Zuvor trug der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) im Auftrag des Freistaates Sachsen die Verantwortung. Um das Wasser aus dem Fluss entnehmen zu können, hatte es bis vor wenigen Jahren eine kleine Pumpstation gegeben. Die wurde abgerissen, müsste nun erneut errichtet werden. Zurzeit wird provisorisch gepumpt, doch werde es wohl in der Zukunft ohne eine zeitweise Zuführung von Wasser kaum gehen. Und auch aktuell brauche es noch jede Menge davon, sagt Wolf: „In der ganzen unteren Teichkette fehlen noch an die 90 Prozent.“ Wegen der Erneuerungen der Ständer von Straßenteich und Neuteich habe im Dezember extra noch Wasser abgelassen werden müssen.

„Wir stimmen mit dem Pächter ab, welcher dieser Teiche vorrangig befüllt werden sollte“, sagt Laux. Dem Landratsamt sei wie dem Fischer an einem guten Einvernehmen gelegen und an einem möglichst konfliktarmen Miteinander. Denn, so Laux: „Für das Zusammenspiel von Naturschutz und Bewirtschaftung müssen wir eine tragfähige und langfristige Strategie finden. Weil die naturschutzrechtlichen Belange an den Eschefelder Teichen nicht ohne eine Bewirtschaftung erfüllt werden können, wird es eine enge Zusammenarbeit geben.“ Wie diese genau aussehen werde, sei aber noch nicht klar und Teil der Gesamtkonzeption, die es zu erarbeiten gelte.

„Nach der jüngsten Beratung bin ich optimistisch. Das Landratsamt kümmert sich“, bestätigt Udo Wolf. Für ihn seien das ganz neue Töne nach den konfliktbeladenen Jahren behördlichen Widerstreits über mehrere Instanzen hinweg. Wie die Saison 2016 ausfallen werde, könne er heute allerdings noch nicht abschätzen. Die Befüllung bis Anfang April sei das eine, das andere der starke Bewuchs, der sich in den oberen Teichen habe ausbreiten können. „Der muss weg, aber vieles ist da nicht geklärt.“ Die Pflanzen einfach mit Wasser zu überdecken, werde nicht ausreichen. „Um da wieder Grund einzubringen, braucht es sicher Jahre und einen Haufen Geld.“ Immerhin könne es mit dem Teichgebiet nur besser werden nach den Einbußen bei der Brut wertvoller Vogelarten aufgrund des Trockenfallens – und auch hinsichtlich der Fischwirtschaft, denn „2015 war für mich das schlechteste Jahr aller Zeiten“. Über weite Flächen galt ein Bewirtschaftungsverbot, und aus Straßen- und Neuteich sei nur wenig Fisch zu holen gewesen.

Zur deutlichen Verbesserung werde beitragen, dass der Ziegelteich 2016 entschlammt werde, sagt Brigitte Laux: „Start ist im August, nachdem die vorbereitenden Maßnahmen abgeschlossen sind.“ Der Landkreis sei mit seinen Fachabteilungen dabei, sich ein detailliertes Bild zu verschaffen und die Probleme zu erfassen. Entscheidend würden ohne Zweifel die dauerhafte Sicherung der Wasserzufuhr und der Unterhalt der Teiche insgesamt sein. Die Gemengelage sei komplex, so dass es ein abgestimmtes Konzept für das weitere Vorgehen geben müsse. Der Landkreis als neuer Eigentümer sehe sich in dieser Pflicht, und er bekenne sich dazu. Um das Teichgebiet dauerhaft zu sichern, diskutiere man mehrere Varianten. Diese müssten durchdacht und abgewogen werden. „Ein entsprechendes Konzept wird nicht vor 2017 zu erwarten sein.“ Während dessen soll in Absprache mit dem Pächter die Befüllung der Teiche über die Leitung fortgesetzt werden.

Von Ekkehard Schulreich

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