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Neuer Kindergarten bewahrt die Historie

Neuer Kindergarten bewahrt die Historie

Schmuck sieht der neue evangelische Kindergarten in Niedergräfenhain in vielen Bereichen schon aus - an anderer Stelle wird noch kräftig gearbeitet. Das Kirchspiel Geithainer Land baut das ehemalige Pfarrhaus des Dorfes zur Kindereinrichtung um.

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Aus dem ehemaligen Pfarrhaus in Niedergräfenhain entsteht der neue evangelische Kindergarten.

Quelle: Jens Paul Taubert

Niedergräfenhain. Mit der Gestaltung der Außenanlagen könnte es allerdings eng werden bis Jahresende.

 

 

Die Sonne lässt den neuen Kindergarten im besten Licht erscheinen. "Fast genau vor einem Jahr war gerade der letzte Dachstein drauf, bevor der Schnee kam", erinnert sich Edgar Joost, Ansprechpartner vom Kirchspiel für den Bau. Betörend nach Holz riecht es im Bunker des neuen Heizhauses: 40 Kubikmeter Hackschnitzel sind hier eingelagert, doppelt so viel kann bevorratet werden. "Das sollte übers Jahr reichen", sagt Joost. Wald gehört zum Besitz des Kirchspiels, deshalb ist angedacht, die Wärme spendenden Holzschnitzel künftig einmal selber zu gewinnen.Die Heizung ist am Montag in Betrieb gegangen, nun soll sie den Estrich trocknen. Joost schätzt, das werde rund drei Wochen dauern mit der Fußbodenheizung. Dann können im Sanitärbereich die Böden gefliest werden, die Gruppenräume ihren Fußbodenbelag erhalten.

 

 

Zwei Eingänge hat das Haus. An der Giebelseite geht es aufgrund der Hanglage aus der ersten Etage ins Freie. Der Zugang zum Erdgeschoss befindet sich an der Südseite. Sie ist eingerüstet, denn Helfer vom Kirchspiel wollen sie mit dem selben Gelbton streichen, der auf der gegenüberliegenden Seite schon erstrahlt. Die Bauleute vom Niedergräfenhainer Unternehmen Bernecker sind am Freitag der Vorwoche mit dem Verputzen der Fassade fertig geworden. Das teilweise erneuerte Fachwerk ist gestrichen. Die äußeren Fenstereinfassungen stehen leicht vor und erinnern in ihrem Porphyr-Farbton an historische Bauten.

 

 

Die Gestaltung der beiden Giebel nimmt die Struktur der alten Holzbalkendecke im Inneren auf, die nachweislich von 1720 stammt. Sie überspannte früher die gute Stube der Pfarrersfamilie, ist bei den Umbauarbeiten frei gelegt worden und thront nun über dem unteren Gruppenraum. Die anderen Decken im Haus sind aus Beton, nähern sich aber optisch ebenfalls verblüffend der Struktur alten Holzes an.

 

 

Wer das Haus im Erdgeschoss betritt, erblickt ein original erhaltenes Stück der alten Bruchsteinwand, etwa 1,20 mal drei Meter groß. Im großen Raum, wo es zu sehen ist, können später auch Versammlungen oder Zusammenkünfte stattfinden. Der Charakter des alten unter Denkmalschutz stehenden Pfarrhauses blitzt an vielen Stellen durch. Ein niedriger Bogen in einem der Wirtschaftsräume zeigt, wo früher ein Durchgang war. Kreuzgewölbe spannt sich über dem Toilettenraum im Erdgeschoss. "Das dürfte der älteste Teil vom Haus sein", vermutet Joost. In Weiß und Hellblau sind die relativ kleinen Wandfliesen hier gehalten - helle Farben mussten her, denn die Fensterfläche als Lichtquelle ist begrenzt. Bei den Krippenkindern eine Etage höher sind die Wände in grün-weiß gehalten. Die größte Herausforderung für den Architekten sei gewesen, die Vorgaben des Denkmalschutzes auf der einen Seite und die für Kindereinrichtungen geltenden Vorschriften andererseits unter einen Hut zu bringen, erläutert Edgar Joost.

Sind die Fußböden komplett fertig, stehen Innen noch das Malern und die Inneneinrichtung an. Doch der Einzug ist erst möglich, wenn auch der Außenbereich fertig ist. "Mit der Gestaltung des Außengeländes wird es eng bis Jahresende", erklärt der Ansprechpartner vom Kirchspiel. Während des Rundgangs arbeitet vor den Fenstern ununterbrochen ein Bagger. Mitarbeiter vom Unternehmen BT Bau sind bei Vorarbeiten für die Gestaltung der Freifläche, beräumen unter anderem Steine.

 

 

Der große Berg von Bruchsteinen stammt von der teilweisen Entkernung des Gebäudes. Als nach 1945 Wohnraum knapp war, wurde das Pfarrhaus in mehrere Wohnungen unterteilt. Seinen letzten eigenen Pfarrer hatte Niedergräfenhain vor dem zweiten Weltkrieg. Da der Kirchenmann nicht mit den Nationalsozialisten sympathisierte, durfte er bald nicht mehr öffentlich in der Dorfkirche predigen und hielt Gottesdienste in den Stuben der Bauern. Bis in die 90er Jahre waren Wohnungen im Pfarrhaus belegt, vor dem Baustart im Januar 2012 hatte es dann schon lange leer gestanden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.11.2013
Inge Engelhardt

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