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Neuer Kindergarten in Niedergräfenhain bekommt naturnahes Außengelände

Neuer Kindergarten in Niedergräfenhain bekommt naturnahes Außengelände

Vom Naschgarten bis zur Wasserspielstrecke wird die Palette der Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten im Außengelände des neuen evangelischen Kindergartens reichen, der derzeit in Niedergräfenhain entsteht.

Landschaftsarchitektin Steffi Schüppel (re.) stellt Eltern, Erzieherinnen und Gästen den Entwurf zur Freiflächengestaltung des neuen Kindergartens vor.

Quelle: Jens Paul Taubert

Niedergräfenhain. Naturnah und für alle Sinne soll das Gelände gestaltet werden. Den Eltern wurde die Planung jetzt vorgestellt. Ab Ende Oktober sollen die Ausschreibungen starten.

 

 

Vor dem Gelände des evangelischen Kindergartens in Niedergräfenhain führt die Bundesstraße derzeit immer mehr Fahrzeuge zur Autobahnauffahrt Geithain, die quasi gleich um die Ecke liegt. Ein Platz für Ruhe, Naturerleben und Kreativität soll das Außengelände der neuen Einrichtung werden, die durch Umbau des ehemaligen Pfarrhauses im Ort entsteht.

 

 

Ein ruhiger Rückzugsbereich wird der Naschgarten - mit Hochbeeten, auf denen Beeren und andere Früchte wachsen, und mit Hängematten für die Kinder, erzählt Einrichtungsleiterin Susanne Teubner. Selbstverständlich mit umziehen wird die Ritterburg, die der Ossaer Marco Stiller den Kindern gebaut hat. Auch eine Schaukel und eine Rutsche soll es geben und eine ruhige Sitzecke, um beispielsweise den Morgenkreis draußen zu feiern. Erhalten bleiben zwei vorhandene Schuppen, sie bieten künftig Raum für eine kleine Werkstatt und ein Atelier. Recht großzügig geplant ist ein Sand- und Matschplatz mit einer Wasserspielstrecke. Wetterunabhängige Aktivitäten im Freien ermöglichen laufende Meter einer unter Denkmalschutz stehenden Überdachung, die einst am Markkleeberger Bahnhof stand - auf dem Freigelände findet sie einen neuen Standort. "Das Spielen in der Natur hat einen ganz großen Stellenwert", betont die Kita-Chefin. Auch den Umgang mit Gefahren sollen die Mädchen und Jungen dabei lernen. "Man kann von den Kindern nicht alles fernhalten, sondern muss ihnen stattdessen den Umgang mit Gefahren beibringen", so Teubner.

 

 

Die Planung liegt in der Hand der Landschaftsarchitektin Steffi Schüppel aus Chemnitz. Der Kontakt zu ihr ergab sich aus einer Fachtagung der sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung, an der das Team der Einrichtung 2011 teilgenommen hatte. Dort wurden naturnah umgestaltete Gärten von Kindereinrichtungen vorgestellt. Nachdem sich die Erzieherinnen mit der Landschaftsarchitektin zusammen gesetzt hatten, wurden den Müttern und Vätern bei einem Elternabend im Frühjahr dieses Jahres erste Überlegungen vorgestellt. Gemeinsam sammelten die Erwachsenen Ideen, wo und mit was sie einst als Kinder selber gern gespielt haben und was aus dem jetzt bestehenden Spielgelände erhalten bleiben soll. Den daraufhin erarbeiteten Entwurf stellte die Planerin jetzt in der Einrichtung vor. Im Gespräch mit Eltern und dem Kita-Team hätten sich noch Änderungen von der Anordnung her ergeben, erklärt Susanne Teubner.

 

 

Nun überarbeitet die Landschaftsarchitektin den Entwurf noch einmal, dann werden die Ausschreibungen vorbereitet. Diese Aufgabe hat das Bornaer Ingenieurbüro von Mario Frommhold, der selber in Niedergräfenhain wohnt. "Ende Oktober sollen die Ausschreibungen rausgehen", kündigt er an. Noch dieses Jahr soll die Freiflächengestaltung beginnen. "Einen Teil der Elemente werden wir gemeinsam mit den Eltern und Kindern umsetzen", erzählt Susanne Teubner.

 

 

Der Außenbereich wird auch eine große Rolle spielen in dem Konzept für die pädagogische Arbeit im neuen Kindergarten - das Team der Einrichtung wird es erarbeiten. Rund 20 Kinder zwischen einem und sechs Jahren besuchen derzeit den Kindergarten in Niedergräfenhain, Plätze für alle Altersgruppen sind frei. Nach dem Umzug wird auch die Aufnahme von Mädchen und Jungen unter einem Jahr möglich, kündigt Teubner an.

 

 

35 Plätze entstehen in der neuen Einrichtung, davon elf für Krippenkinder. "Ich setze auf große Resonanz und vielen Neuanmeldungen", sagt die Einrichtungsleiterin - verweist gleichzeitig darauf, dass der evangelische Kindergarten auch künftig eine familiäre und für die Kinder überschaubare Einrichtung bleiben werde. Der Neubau wird komplett barrierefrei, auch Integrationskinder können ihn besuchen. Freie Plätze gibt es auch für sie bereits in der derzeitigen Einrichtung.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.10.2013

Inge Engelhardt

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