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Neuer Steinbacher Pfarrer findet viel Engagement und freieres Denken

Kirchspiel im Leipziger Neuseenland Neuer Steinbacher Pfarrer findet viel Engagement und freieres Denken

Der neue Pfarrer im Kirchspiel im Leipziger Neuseenland stammt aus dem frommen Vogtland. An seiner neuen Wirkungsstätte trifft er auf viel Engagement und freieres Denken. Mitte September wurde Matthias Lehmann in der Wiprechtskirche zu Eula in sein Amt eingeführt.

Der neue Pfarrer in Steinbach, Matthias Lehmann, liebt die Gärtnerei und hat hinterm Pfarrhaus schon einen Weinstock gepflanzt.

Quelle: André Neumann

Kitzscher/Steinbach. Er hält Leipzig für die einzige wirkliche Großstadt Sachsens, fühlt sich aber selbst auf dem Land wohl. Der neue, dritte Pfarrer des Kirchspiels im Leipziger Neuseenland, Matthias Lehmann, wird sich auf dem weitläufigen Grundstück rund um das Pfarrhaus in Steinbach einen blühenden Garten anlegen.

Mitte September wurde Matthias Lehmann in der Wiprechtskirche zu Eula  als neuer Pfarrer im Kirchspiel Leipziger Neuseenland in sein Amt eingeführt

Mitte September wurde Matthias Lehmann in der Wiprechtskirche zu Eula als neuer Pfarrer im Kirchspiel Leipziger Neuseenland in sein Amt eingeführt.

Quelle: Andreas Döring

Mit seinem Dienstantritt im Neuseenland hat der 40-jährige Theologe gewissermaßen zum zweiten Mal seiner erzgebirgischen Heimat den Rücken gekehrt. Der Sohn eines frommen Elternhauses stammt aus Rothenkirchen, einem kleinen Ort im sächsischen Vogtland. Nach dem Abitur ging er nach Leipzig, um Theologie zu studieren. Sein Vikariat leistet der angehende Seelsorger in Markleeberg. Zehn Jahre lebte er in Leipzig, der Stadt, die er als pulsierend und weltoffen bezeichnet, in der die große Zahl von Studenten das Denken präge und von wo aus man „gefühlt in fünf Minuten im Grünen ist.“ Gern wäre er länger geblieben. Doch 2006 bekam er seine erste eigene Pfarrstelle ausgerechnet in der Nähe seiner Heimat, er wurde Pfarrer für die Region Eibenstock und Carlsfeld.

Mitte September wurde Matthias Lehmann in der Wiprechtskirche zu Eula  als neuer Pfarrer im Kirchspiel Leipziger Neuseenland in sein Amt eingeführt

Mitte September wurde Matthias Lehmann in der Wiprechtskirche zu Eula als neuer Pfarrer im Kirchspiel Leipziger Neuseenland in sein Amt eingeführt.

Quelle: Andreas Döring

Elf Jahre später dann der zweite Weggang aus den Bergen des Erzgebirges. Der Wunsch, wenigstens in die Nähe von Leipzig zu kommen, war nämlich geblieben, und so bewarb sich Matthias Lehmann auf die Stelle im neuen Kirchspiel. Als einziger. Neben Stephan Vorwergk in Mölbis und Christoph Krebs in Rötha ist er jetzt der dritte Pfarrer in dem Zusammenschluss der Kirchgemeinden Kitzscher, Mölbis, Steinbach, Rötha und Böhlen. Sein hauptsächlicher Wirkungskreis werden vorläufig die Gemeinden Kitzscher und Steinbach sein, deren früherer Pfarrer Andreas Süß vor zwei Jahren aus dem Amt geschieden war.

Mitte September wurde Matthias Lehmann in der Wiprechtskirche zu Eula  als neuer Pfarrer im Kirchspiel Leipziger Neuseenland in sein Amt eingeführt

Mitte September wurde Matthias Lehmann in der Wiprechtskirche zu Eula als neuer Pfarrer im Kirchspiel Leipziger Neuseenland in sein Amt eingeführt.

Quelle: Andreas Döring

Die Unterschiede zwischen dem Erzgebirge und dem Neuseenland sind schnell ausgemacht. Da ist die Frömmigkeit tiefer verwurzelt. Hier trifft der neue Pfarrer auf „viele engagierte Kirchgemeindemitglieder, die kleine und große Aufgaben unaufgeregt erledigen“, wie er sagt. Und auf freieres Denken in theologischen Fragen. Als Beispiel verweist er auf die heftigen Diskussionen, die das Outing eines schwulen Jugendwartes in Aue ausgelöst habe. Hier, stellt er als Vergleich dazu fest, sei er nicht einmal gefragt worden, wie er zur Homosexualität in kirchlichen Ämtern stehe.

Mitte September wurde Matthias Lehmann in der Wiprechtskirche zu Eula  als neuer Pfarrer im Kirchspiel Leipziger Neuseenland in sein Amt eingeführt

Mitte September wurde Matthias Lehmann in der Wiprechtskirche zu Eula als neuer Pfarrer im Kirchspiel Leipziger Neuseenland in sein Amt eingeführt.

Quelle: Andreas Döring

Als Missionar sieht Lehmann sich nicht. Zwar sei es ureigenster Auftrag eines Pfarrers, „den Glauben nach draußen zu tragen“, aber es gehe nicht in erster Linie darum, neue Kirchenmitglieder zu gewinnen. „Wenn es dazu kommt, wäre das schön, wenn nicht, ist es auch gut“, sagt der Neue ganz emotionslos. Viel wichtiger als Statistiken, die einen weiteren Schwund der Kirchenmitglieder voraussagen, ist ihm die Feststellung: „Vermittlung von Glauben geschieht in der persönlichen Begegnung.“ Er wolle in Erfahrung bringen, was den Menschen hier wichtig sei, was sie umtreibt.

Das es dazu Geduld braucht in einem Kirchspiel mit knapp 20 Kirchen und rund 2000 Gläubigen, weiß Pfarrer Lehmann, zumal er sich mit großen Gemeindestrukturen ja schon auskennt.

Geduld, die auch am neuen Wohnort im Pfarrhaus Steinbach gefragt ist. Einmal, weil im Wohnhaus noch gebaut wird, denn die sechsköpfige Familie des neuen Pfarrers benötigt zwei weitere Kinderzimmer. Zum anderen, weil Matthias Lehmann eine gärtnerische Veranlagung hat und dem zwei Jahre brach liegenden Garten sowie den Obstbäumen auf dem weitläufigen Gelände rund um das Pfarrhaus nun wieder Leben einhauchen möchte.

Ein Weinstock, den er zur Amtseinführung geschenkt bekam, hat seinen Platz schon bekommen.

Mitte September wurde Matthias Lehmann in der Wiprechtskirche zu Eula  als neuer Pfarrer im Kirchspiel Leipziger Neuseenland in sein Amt eingeführt

Mitte September wurde Matthias Lehmann in der Wiprechtskirche zu Eula als neuer Pfarrer im Kirchspiel Leipziger Neuseenland in sein Amt eingeführt.

Quelle: Andreas Döring

Von André Neumann

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