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Neuer Stolperstein in Bad Lausick erinnert an Zeugen Jehovas

Mahnung Neuer Stolperstein in Bad Lausick erinnert an Zeugen Jehovas

Zu Beginn des neuen Schuljahres initiierte der Leipziger Verein Erich-Zeigner-Haus mit einer neuen Schülergruppe ein Stolperstein-Projekt zu einer weitgehend unbekannten Opfergruppe des Nationalsozialismus. Sie erinnern an Friedrich August Kaubisch, einen Zeugen Jehovas.

Stolpersteine in Bad Lausick erinnern an die jüdische Familie Hirsch, die von den Nationalsozialisten ermordet worden ist.

Quelle: Julia Tonne

Bad Lausick. Zu Beginn des neuen Schuljahres initiierte der Leipziger Verein Erich-Zeigner-Haus mit einer neuen Schülergruppe ein Stolperstein-Projekt zu einer weitgehend unbekannten Opfergruppe des Nationalsozialismus. Es wird durch die F.C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz unterstützt. 17 Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse setzen sich mit der Verfolgung der Zeugen Jehovas, der vom NS-Regime Bibelforscher genannt, auseinander. Sie erforschen das bisher vergessene Schicksal des Friedrich August Kaubisch. Durch Recherchen im Staatsarchiv und dem Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen fanden sie heraus, dass er aufgrund seines religiösen Bekenntnisses im Konzentrationslager Sachsenburg inhaftiert war. 1937 wurde er weiter in das Konzentrationslager Sachenhausen deportiert, ehe er in das Konzentrationslager Buchenwald kam. Dort musste er als Zwangsarbeiter Schwerstarbeit verrichten. Das Kriegsende erlebte er im Konzentrationslager Ravensbrück.

„Wir wurden zu sehr schweren Arbeiten herangezogen, wurden dabei immer sehr angetrieben, bekamen manchmal einige Tage nur sehr wenig zu essen. Auch Schläge waren keine Seltenheit“, schreibt Kaubisch in einem Brief, in den die Schüler Einsicht nehmen konnten. „Nach zehn Jahren Verfolgung und fünf überlebten Konzentrationslagern konnte Friedrich August Kaubisch nach Bad Lausick zurückkehren. Die Aufarbeitung seines Schicksals zeigt, wie intensiv die NS-Verfolgung war“, sagt Henry Lewkowitz, Projektleiter und Geschäftsführer des Vereins. „Die geplante Stolpersteinverlegung zu einer weiteren Opfergruppe hilft uns zu verstehen, inwieweit Erinnerungskultur, das historische Lernen aus der Vergangenheit sowie das Mahnen an vergangene Verbrechen notwendig ist und bleibt.“

Friedrich Kaubisch war vor dem Machtantritt Hitlers als Maurer tätig und lebte mit seiner Frau Hulda und Sohn Heinz in der damaligen Braustraße 25. In Folge seiner Verhaftung ließen sich das Paar scheiden. Unbekannt ist, in wie weit er nach 1945 mit Frau und Sohn in Verbindung stand. Das versuchen die Schüler herauszufinden. 1946 bekam er die Anerkennung als Opfer des Faschismus; sie wurde ihm in der DDR wieder entzogen. Wie in den vergangenen Projekten werden die Schüler die fehlenden Informationen selbstständig unter der inhaltlichen Begleitung von der stellvertretenden Schulleiterin Anke Schneider und Henry Lewkowitz recherchieren. Geplant ist eine Biografie zu Friedrich Kaubisch erstellen. Mit dem selbst erarbeiteten Informations-Flyer wollen sie die Öffentlichkeit informieren und Spenden sammeln, da Stolpersteine ausschließlich durch Spenden finanziert werden. Ein Zeitzeugengespräch ist ebenfalls in Planung.

Mehrere Stolpersteine verlegten die Bad Lausicker Oberschüler bereits in den vergangenen Jahren. Sie halten damit die Erinnerung wach an Menschen aus Bad Lausick, die in der Nazizeit verfolgt wurden, so an die jüdische Familie Hirsch und den Sozialdemokraten Max Lohmann.

Von Ekkehard Schulreich

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