Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Neues Busnetz für Geithain/Frohburg: Kompromiss mit Schulen steht noch aus
Region Geithain Neues Busnetz für Geithain/Frohburg: Kompromiss mit Schulen steht noch aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 14.09.2016
Ein Bus hält an der Geithainer Paul-Guenther-Schule. Quelle: Jens Paul Taubert
Geithain/Frohburg

Ursprünglich sollte der völlig neu strukturierte Busfahrplan für die Geithain- Frohburger Region nach den Sommerferien eingeführt werden. Dass das nicht geschah, liegt vor allem an der Uneinigkeit darüber, wann der Unterricht in den Schulen der Region künftig beginnen und enden kann und soll. Gespräche, die noch nicht abgeschlossen, das heißt nicht auf den Punkt gekommen sind. Wann die neue Struktur, die im Ein- und Zwei-Stunden-Takt bediente Linien und eine Ausrichtung am Bahnverkehr vorsieht, tatsächlich umgesetzt wird, ist deshalb offen. Dass der Zeitpunkt näher rückt, wurde jetzt im Kreisausschuss für Wirtschaft und Kreisentwicklung deutlich. Dort wurden das Konzept und der Bearbeitungsstand vorgestellt.

„Wir haben noch nicht die Lösung gefunden. Deshalb gibt es mit allen Beteiligten weitere Gespräche. Allen ist klar, dass es am Ende nur eine Kompromiss-Lösung sein kann“, sagt Sachgebietsleiterin Iris Bode, im Kultusamt des Landkreises Leipzig für Schülerbeförderung und Nahverkehr zuständig. Der Schülerverkehr könne nicht mehr zu den gewohnten Zeiten durchgeführt werden, soviel sei Fakt. Die Konsequenzen daraus seien weitreichend, beträfen Unterrichtstafeln, Turnhallen-Nutzung, Essensversorgung, Hortzeiten, Ganztagsangebote, die individuelle Familienplanung. Daran komme man aber nicht vorbei, wenn Bus und Bahn vertaktet werden sollen, denn: „Die Fahrzeiten der Bahn sind gesetzt.“ Das neue Netz soll sich – anders als bisher – nicht mehr allein an den Erfordernissen des Schülerverkehrs ausrichten, sondern attraktiv für jedermann werden, auch zurzeit nur selten angesteuerte Orte gut erreichen und so viele zum Umsteigen auf die Öffentlichen motivieren.

Das Geithain-Frohburger Netz, seit Monaten in der Diskussion – auch in den Stadtparlamenten –, ist Teil einer Neustrukturierung, die weite Bereich des Landkreises betrifft, den Raum zwischen Leipzig und Borna ebenso wie die Region um Grimma. Letzteres Modellprojekt firmiert jetzt nicht mehr unter Muldental-Dreieck, sondern heißt „Muldental in Fahrt“. Hier geht es nicht nur um Bus-Regionallinien, sondern auch um die Schaffung von Stadtverkehren, etwa in Bad Lausick. Auch wenn diese Vorhaben inhaltlich zusammengehörten, „einführen können wir das unabhängig voneinander“, so Bode. Über „Muldental in Fahrt“ werde zurzeit in den Kreisausschüssen diskutiert; danach komme es in den Kreistag. Mögliche Einführung: Sommer 2017.

So lange sollte es in Geithain und Frohburg nicht mehr dauern. Das Grundkonzept steht: An die Stelle der elf öffentlichen und fünf Schülerlinien treten fünf schnörkellose Regionallinien (Ein- oder Zwei-Stunden-Takt) und fünf Ergänzungslinien. Sie sind auf die Bahnhöfe Geithain und Frohburg ausgerichtet und werden untereinander verknüpft, etwa in Prießnitz, wo stärker als bisher umgestiegen werden soll. Das sind die Regionallinien: Bad Lausick - Prießnitz, Borna - Kitzscher - Bad Lausick, Frohburg - Prießnitz - Geithain, Frohburg - Kohren-Sahlis und Borna - Frohburg. Das sind die Ergänzungslinien: Bad Lausick - Geithain über Tautenhain/Ebersbach, Borna - Schönau/Nenkersdorf - Geithain, Altenburg - Kohren-Sahlis - Geithain, Altenburg - Borna, Altenburg - Frohburg und der Geithain-Ring. Letzterer erschließt Narsdorf samt Ortsteilen; inwiefern er auch Obergräfenhain und Breitenborn an Geithain anschließt, ist noch nicht entschieden.

Zu den Neuerungen des künftigen Netzes sollen etwa Haltestellen in den Innenstädten von Frohburg und Geithain gehören. „In Prießnitz, wo schon heute umgestiegen wird, werden sich künftig mehrere Linien treffen“, so Iris Bode. Um diese sogenannte Verknüpfungsstelle auszubauen, habe man bereits Fördermittel-Anträge gestellt: „Da sind wir bereits bei der Planung.“ Für die Einrichtung neuer Haltestellen, beispielsweise am Frohburger Markt, seien die Kommunen und die Busunternehmen verantwortlich. Auch sie könnten dafür auf Fördergeld zurückgreifen.

Von Ekkehard Schulreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Selbst Brot backen: Für die Großen der Flößberger Kindertagesstätte „Zwergenland“ war das ein besonderes Erlebnis. Um die Bedingungen in der Einrichtung weiter zu verbessern, plant die Stadt Frohburg 2018/19 eine Sanierung des Hauses.

13.09.2016

Die Wege zum Kommunalen Jobcenter werden im nächsten Jahr für manchen weiter: Die Kreisbehörde, die zurzeit in sieben Kommunen und neun Gebäuden untergebracht ist, konzentriert ihre Kapazitäten. Künftig finden Leistungsbezieher nur noch in Borna, Grimma, Wurzen und Markkleeberg persönliche Ansprechpartner.

13.09.2016

Die neue Ausstellung in der Geithainer Stadtbibliothek verbindet Gegensätzlich-Verwandtes und zwei sehr verschiedene künstlerische Handschriften. Bei Tabea Heinicker sind es Papiere, Formen, Farben. P. Bocks Schaffenshaltung ist eher eine sinnierend-gebückte, indem er Dinge aufhebt und in neue Zusammenhänge setzt.

13.09.2016