Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Neues Dach für die Bubendorfer Kirche
Region Geithain Neues Dach für die Bubendorfer Kirche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:34 24.02.2018
Der Turm der Bubendorfer Kirche wurde vor Jahren neu eingeschiefert. Jetzt soll das Schiff unter ein neues Dach kommen. Quelle: Andreas Döring
Anzeige
Frohburg/Bubendorf

Als die Bubendorfer ihr Gotteshaus im Herbst vergangenen Jahres während der Nacht der offenen Dorfkirche zugänglich machten, war der Andrang riesig. An den meisten Tagen im Jahr ist es eher still in dem in seinen Ursprüngen fast ein halbes Jahrtausend alten Bauwerk und in dem zu Frohburg zählenden Dorf mit gerade einmal 177 Einwohnern.

Diese Ruhe sei trügerisch, sagt Andreas Friedrich: „Wir Bubendorfer sind eine aktive und verschworene Gemeinschaft. Unser Dorf schläft keinesfalls.“ Und nicht nur sprichwörtlich befinde sich die Kirche mittendrin, so der Mann, der sich um die Chronik kümmert, seiner Frau Karin, der Kirchvorsteherin, zur Seite steht und bei dem viele Fäden zusammenlaufen.

Mit der Neueindeckung des Kirchenschiffs wollen die Bubendorfer in diesem Jahr ein großes Vorhaben stemmen. Sie setzen dabei auf eine Förderung über das Leader-Programm Land des Roten Porphyrs.

Karin Friedrich, Vorsitzende des Kirchenvorstandes Wyhratal, und ihrem Mann Andreas liegt die Bubendorfer Kirche sehr am Herzen. Quelle: Andreas Döring

„Den Antrag haben wir gestellt. Die Zustimmung des Koordinierungskreises haben wir. Jetzt warten wir auf die Entscheidung des Landkreises“, sagt Pfarrerin Beate Schelmat-von Kirchbach, die unter anderem die zu einer Gemeinde zusammengeschlossenen Kirchorte Neukirchen, Zedtlitz, Wyhra und Bubendorf betreut.

Verein Bubendorfer Kirche gegründet

„In die Kirche regnet es an mehreren Stellen rein. Beim letzten Sturm war ich in großer Sorge.“ Auf 84 000 Euro sind die Kosten veranschlagt. Um die Eigenmittel zu sichern, werden seit Längerem Spenden gesammelt. Zudem hat sich der Verein Bubendorfer Kirche gegründet – um zuerst dieses Vorhaben zu begleiten, aber auch, um künftig Ähnliches ist den drei anderen Dörfern zu unterstützen. Vorsitzender ist Horst Grüntzig aus Neukirchen.

Die Pfarrerin geht davon aus, dass die Neueindeckung der Kirche in zwei, drei Monaten zu schaffen ist. Der kleine Turm samt Wetterfahne sei bereits 1999 erneuert worden.

Außenansicht der Kirche Bubendorf. Quelle: Andreas Döring

„Wenn es um unsere Kirche geht, dann steht das ganze Dorf zusammen“, erzählt Andreas Friedrich. Das sei über viele Jahrzehnte schon so. Vor der Wende hätten sich evangelische und katholische Christen gleichermaßen hier zusammengefunden, und viele der damals jungen Familien, wie Friedrichs eine waren, seien zu den Umweltgottesdiensten nach Deutzen und Mölbis geradelt, hätten sich eingebracht in den gesellschaftlichen Diskurs.

„Heute ist das ein bisschen anders. In den Neunzigerjahren ging die Jugend weg. Uns fehlen die heute 30- bis 50-Jährigen, die nun die Regie übernehmen müssten.“

Ein Blick in die weit zurückreichende Bubendorfer Geschichte und die der Kirche zeige, dass man mit Widrigkeiten umgehen könne, sagt er. So habe man, als 1640, in den Wirren des Dreißigjähriges Krieges, Kirche und Dorf niederbrannten, neu angefangen; der Taufstein und die älteste Glocke stammten aus dieser Zeit.

Orgel einst für Kirchensanierung verkauft

Bemerkenswert ist die Geschichte der Orgel aus der Werkstatt des Bornaer Baumeisters Kreutzbach: 1872 für die Unsumme von 600 Talern angeschafft, wurde das Instrument 1972 versilbert, um Geld zu haben für eine umfassende Kirchensanierung. Kurios auch die Wiederentdeckung der alten, 1900 ersetzten Wetterfahne: Die kam 2010 zum Vorschein, als man neben der Kirche Fundamente für eine Toilette setzte.

Vor allem in den Nachwende-Jahren investierten die Bubendorfer eine Menge Geld und Kraft in ihre Kirche. Sie selbst und den stimmungsvollen Platz davor betrachten sie als ihre gute Stube – für Maifest, Erntedank, weihnachtliche Aktivitäten.

Zudem steht in diesem Jahr ein Jubiläum an: 75 Jahre Freiwillige Feuerwehr. Vor einem halben Jahrzehnt wurde das ganz groß gefeiert. Dieses Mal, sagt Friedrich, lasse man es etwas geruhsamer angehen, damit vor allem die Kameraden selbst etwas davon hätten.

Von Ekkehard Schulreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das klassizistische Gartenhaus im Frohburger Schlosspark will der Freundeskreis Schloss Frohburg retten. Um weitere Mitstreiter für das Projekt zu gewinnen, informiert der Verein am 28. Februar über das Vorhaben.

22.02.2018

Eine Kontrollsäule für die Lkw-Maut ist an der Bundesstraße 176 in Richtung Borna aufgestellt worden. Die Ausweitung des Mautsystems in Deutschland wird vorbereitet.

22.02.2018

Die Großstädte wachsen, der ländliche Raum schrumpft. Ungünstig für beide Seiten. Der regionale Planungschef Andreas Berkner fordert ein Umdenken und Visionen. Klar ist: Es gibt Baustellen für Dörfer, die als Ortsteil einer Stadt abhängig von den Entscheidungen der Kommune sind. Was die für die ländlichen Gebiete tun, haben wir nachgefragt.

23.02.2018
Anzeige