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Neues Löschfahrzeug hat Wasser an Bord: Glastener Wehr wird schlagkräftiger

Bad Lausick Neues Löschfahrzeug hat Wasser an Bord: Glastener Wehr wird schlagkräftiger

Die Glastener wollen und müssen jetzt ranklotzen: Im November erhält die Feuerwehr ein hoch modernes Löschfahrzeug. Bis dahin ist das Depot umzubauen. Dafür setzen die Kameraden auf viele helfende Hände aus dem Dorf. Auf einer Einwohnerversammlung warben sie am Mittwoch um Unterstützung.

Die Glastener Feuerwehr hat 2015 ihr 75-jähriges Bestehen gefeiert. Nun kommt ein neues Löschfahrzeug.

Quelle: Robin Seidler

Bad Lausick/Glasten. Wenn – voraussichtlich im November – ein neues Löschfahrzeug für die Freiwillige Feuerwehr Glasten ins Dorf rollt, muss das Gerätehaus umgebaut sein. Um das zu schaffen, setzen die Kameraden, die vieles in Eigenleistung stemmen wollen, auch auf die Unterstützung der Einwohnerschaft. Deshalb erweiterte der Glastener Ortschaftsrat am Mittwoch kurzerhand seine reguläre Sitzung und lud alle Glastener ein, um sie über den aktuellen Stand der Fahrzeug-Beschaffung, des Depot-Umbaus und der Brandschutz-Situation insgesamt zu informieren.

„Wir wollen nicht einfach über die Köpfe der Dorfgemeinschaft hinweg entscheiden, sondern möglichst viele einbeziehen“, sagte Tim Barczynski, Bad Lausicker Stadtwehrleiter und zugleich Mitglied der Glastener Ortswehr. Durch die geplanten Investitionen werde es gelingen, den Brandschutz für das Dorf deutlich zu erhöhen. Zum anderen erreiche man dringend notwendige Verbesserungen für den ehrenamtlichen Einsatz der 17 aktiven Kameraden, ebenso für die 22-köpfige Jugendwehr und die starke Altersabteilung.

Wird die Glastener Wehr alarmiert, rückt sie derzeit mit einem Oldtimer aus. Der ist störanfällig, erreichte schon sein Ziel nicht, ist wegen der mitzuführenden Technik überladen. Mit ihm zu fahren, ist nicht nur eine Kunst, sondern vor allem ein Risiko. Hinzu kommt im Brandfall die problematische Löschwasser-Versorgung. Das muss meist erst über lange Schlauchtrassen herangeführt werden, was die Rettung von Menschen aus Gebäuden im Brandfall verzögert. All das sei mit dem Mittleren Löschfahrzeug, das die Stadt Bad Lausick jetzt für Glasten kaufe, Geschichte, erläuterte Wehrleiter Karsten Dathe. Das Auto habe 1000 Liter Wasser an Bord und eine sogenannte Schnellangriffseinrichtung: „Pumpe anwerfen, Schlauch greifen – los geht’s. Für den Erstangriff ist das unheimlich gut.“

Um die Anschaffungskosten auf rund 172 000 Euro zu drücken – 120 000 Euro dieser Summe sind Fördermittel – wird die vorhandene Technik übernommen, aber um ein starkes Notstrom-Aggregat samt Lichtmast ergänzt. An Bord sind zudem Ausrüstungen für den Hochwasser-Einsatz, wichtig für das Dorf, das von der Parthe durchzogen wird.

Um das neue Fahrzeug vorschriftenkonform unterzustellen, muss das vor Jahrzehnten vom Dorf in Eigenleistung errichtete Depot modernisiert werden. Das kommt nicht nur dem Auto zugute, sondern auch den Einsatzkräften. „Momentan stehen wir im Dieselqualm, wenn wir uns umziehen“, beschrieb Barczynski die Lage. Das kleine Haus habe weder Garderoben noch Absaugeinrichtung, weder Waschraum noch Toilette.

Das soll sich in den kommenden Monaten ändern. Ein Teil der Fahrzeughalle werde abgetrennt, um einen Sanitärbereich zu schaffen und separaten Raum für die Spinde. Dadurch falle allerdings der Raum weg, den die Dorfgemeinschaft bisher gerne nutzte, etwa für die Glastener Dorfweihnacht. Die Umbaukosten sind auf 70 000 Euro veranschlagt. Diese Summe wollen die Kameraden durch Eigeninitiative drücken. „Aber allein ist das nicht zu schaffen. Wir brauchen die Hilfe der Glastener“, sagte Dathe. Ende April/Anfang Mai müsse man loslegen, um bis zur Ankunft des Fahrzeugs fertig zu sein.

Das Löschfahrzeug kommt nicht nur den Glastenern zupass, sondern auch den Ballendorfern. Beide Wehren werden im Falle des Falls parallel alarmiert. Künftig rücken die Glastener mit ihrer Neuerwerbung aus; die Ballendorfer schicken mit dem Mannschaftstransporter weiteres Personal. Ausgebildet am neuen Löschfahrzeug würden beide Wehren, so der Stadtwehrleiter. Aufgrund der Licht-Ausstattung komme das Fahrzeug außerdem häufiger zum Einsatz als sein Oldtimer-Vorgänger: „Wenn wir so ein gut ausgerüstetes Fahrzeug haben, müssen wir es auch nutzen.“

Von Ekkehard Schulreich

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