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Neues Tourismusmodell überzeugt noch nicht

Neues Tourismusmodell überzeugt noch nicht

Die Rennstadt wird vorerst nicht das vom Land Sachsen angestrebte neue Organisationsmodell im Tourismus für den Raum des Sächsischen Burgen- und Heidelands unterstützen.

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Die Untersützung des Tourismus im Kohrener Land hat für Frohburgs Stadtrat weiterhin Priorität.

Quelle: unbekannt

Frohburg. Das beschloss der Stadtrat Frohburgs einstimmig in seiner jüngsten Sitzung. Man werde zunächst abwarten, ob es langfristig überhaupt gelingt.

Denn der Freistaat setzt mit seiner 2011 beschlossenen und in diesem Jahr in Kraft tretenden neuen Tourismus-Strategie bis 2020 auf Dinge, bei denen der vor über 20 Jahren gegründete Fremdenverkehrsverband (FVV) "Kohrener Land" schlechte Karten und keinerlei Förderchancen hätte. Es geht um überregionale Vermarktung - als wettbewerbsfähig werden dabei aber nur Reisezielgebiete vorgegeben, die mindestens eine Million Übernachtungen pro Jahr aufweisen, mehr als 20 000 Betten haben und mehr als 6000 Betten im Vier- und Fünf-Sterne-Bereich. Da kämen die im hiesigen Verbandsgebiet vorhandenen 1400 Betten und 140 000 Übernachtungen jährlich natürlich als zu vernachlässigende Größe daher.

"Gemäß den Vorgaben in der neuen Tourismusstrategie sind regionale Tourismusvereine wie unser Fremdenverkehrsverband, das Leipziger Neuseenland, der Heimat- und Verkehrsverein Rochlitzer Muldental, ja sogar der Dachverband Sächsisches Burgen- und Heideland zu klein und überregional zu wenig bekannt, um die Vorgaben zu erfüllen und gefördert zu werden", legte Regina Heinze, die Geschäftsstellenleiterin des FVV, in der Stadtratssitzung in ihrem mündlichen Vortrag dar. Deshalb wurde in den vergangenen Monaten ein neues Organisationsmodell für das Sächsische Burgen- und Heideland und seine Unterregionen entwickelt - unter Einbeziehung aller Teilregionen und aller Kommunen. In der Folge soll dann eine Kooperationsvereinbarung mit der Leipzig-Tourismus- und Marketing GmbH geschlossen werden, um überregional zu werben. Zudem ist an die Bildung einer neuen Managementebene mit dem Namen "Sächsisches Burgenland" gedacht.

Um die neue Organisation jedoch finanzieren zu können, sind alle Kommunen und Verbände aufgerufen, Mitglied in der neuen Struktur zu werden. Der Haken, so Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch (56, BuW): "Wir müssten jährlich einen Beitrag in Höhe von einem Euro je Einwohner zahlen. Das wären für uns 10 800 Euro." Doch von der neuen Struktur würde lediglich das überregionale Marketing übernommen. Die örtlichen Aufgaben und die Betreuung der regionalen Leistungsträger, die Koordinierung der lokalen Angebote, die Betreibung der Infostellen in Borna und Gnandstein, die Betreuung von Gästen vor Ort und vieles mehr bleibe weiterhin beim FVV "Kohrener Land". Auch hier aber zahlt die Stadt 80 Cent je Einwohner an Mitgliedsbeitrag und eine Marketingumlage von 5000 Euro im Jahr. Ergo kämen doppelt Kosten auf die Kommune zu.

Deshalb schloss sich der Stadtrat dem Standpunkt des Vorstands des FVV "Kohrener Land" an, aktuell nicht aktiv an der Neubildung der geplanten Strukturen mitzuwirken und sich auch nicht an deren Finanzierung zu beteiligen, sondern bis auf Weiteres nur einen Beobachterposten einzunehmen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.03.2013

Thomas Lang

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