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Neues Werk in Prießnitz: Wasserverband investiert Millionen in Infrastruktur

Vorhaben 2016 Neues Werk in Prießnitz: Wasserverband investiert Millionen in Infrastruktur

Zehn Millionen Euro hat der Versorgungsverband Grimma-Geithain im zu Ende gehenden Jahr investiert. Und er lässt auch 2016 mit dem Bauen nicht nach.

Die Tage des alten Prießnitzer Wasserwerks sind gezählt. Es wird nach Inbetriebnahme des Neubaus abgerissen.

Quelle: VVGG

Grimma/Geithain. Zehn Millionen Euro investierte der Versorgungsverband Grimma-Geithain im zu Ende gehenden Jahr in die Infrastruktur zur Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung. Ähnlich ambitioniert sind die Pläne des Verbandes für 2016. Die Verbandsversammlung soll auf ihrer Runde am 16. Dezember den mit den Kommunen bereits abgestimmten Wirtschaftsplan beschließen. „Wir erwarten, dass wir für 2015 erneut einen Gewinn erwirtschaften und blicken mit derselben Zuversicht auf 2016“, sagt Verbandsgeschäftsführer Lutz Kunath. An den Gebühren für Wasser und Abwasser ändere sich nichts. Die aktuelle Preiskalkulation gilt bis Ende nächsten Jahres.

Die Beseitigung der letzten großen Schäden, die das Hochwasser im Sommer 2013 an Abwasseranlagen hinterließ, wurde jetzt abgeschlossen. Größtes Vorhaben in dieser Hinsicht: die Instandsetzung des Hauptpumpwerkes Oberwerder in Grimma. Neben der Reparatur etwa der Elektrotechnik wurden zusätzliche 800 000 Euro in Nachhaltigkeit investiert. Das Pumpwerk wurde an die Hochwasserschutzwand, die die Stadt Grimma errichten ließ, angepasst, das heißt erhöht. Widerstand es bisher lediglich einer prognostizierten 30-jährigen Flut, soll es nun einer Jahrhundertflut unbeschadet trotzen. Weiterer Schwerpunkt in puncto Abwasser: der Bau von öffentlichen Kläranlagen in Ballendorf, Schönbach, Döben und Commichau – an Abwandlung des ursprünglichen Abwasserbeseitigungskonzeptes, das auch hier meist Kleinkläranlagen vorsah.

Größte Investition nicht nur 2016/17, sondern im Verbandsmaßstab im Bereich Trinkwasser überhaupt, ist der Neubau des Prießnitzer Wasserwerkes. Es entsteht unmittelbar neben dem vorhandenen Komplex aus den 50er-Jahren. Parallel dazu wird die Wasseraufbereitung im Werk Frohburg nahe der alten B 95 aufgegeben und das dortige Netz, das sich in Insellage befindet, an das der Kommunalen Wasserwerke Grimma-Geithain angeschlossen. Die Frohburger Behälter werden aber weiter genutzt. „Unser Ziel ist es, die Versorgung speziell in den Regionen Frohburg und Geithain weiter zu stabilisieren“, sagt Kunath. Allein der Neubau in Prießnitz kostet 3,5 Millionen Euro. Eine weitere Million Euro kostet die neue Leitung nach Frohburg hinüber. Dritte große Wasser-Baumaßnahme: eine neue Leitung von Colditz nach Hohnbach.

In Größenordnungen in Abwasserkanäle und -anlagen investiert wird 2016 unter anderem hier: In der Reichersdorfer Straße in Bad Lausick wird bis zum Teichweg ein Sammler verlegt. Konsequenz: längere Vollsperrung der Staatsstraße gen Buchheim. In Großbardau kommt ein neuer Kanal in die Ortsdurchfahrt der Staatsstraße. In Kössern erneuern Verband und Landkreis Kanal und Ortsdurchfahrt. Hohnbach wird an die Colditzer Kläranlage angeschlossen.

Zum Abschluss bringt der Verband sein Vorhaben, in Dörfern öffentliche Gruppenkläranlagen zu errichten respektive zu erneuern: in Sermuth, Kaditzsch, Kössern, Cannewitz, Neu-Neunitz. Apropos Vollbiologie: Private Grundstückseigentümer sind qua Gesetz bis Ende 2015 in der Pflicht, in neue Technik zu investieren. Wer erst nach dieser Frist baut, erhalte auch nach neuesten Verlautbarungen aus der Landespolitik nicht die bisher gewährte Förderung, sagt Kunath: „In den Genuss kommen nach wie vor nur jene, die eine solche Verzögerung nicht selbst zu verantworten haben. Auf jeden Fall gibt es eine individuelle Prüfung. Eine pauschale Öffnungsklausel bedeutet das nicht.“

Von Ekkehard Schulreich

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