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Neugierig sein – Anteil nehmen: Geithainer Gottfried Senf hält sich auch mit 80 dran

Lehrer und Heimatgeschichtler Neugierig sein – Anteil nehmen: Geithainer Gottfried Senf hält sich auch mit 80 dran

Schule begleitet Gottfried Senf ein Leben lang: Der Wahl-Geithainer, der am Sonntag seinen 80. Geburtstag feierte, ist Lehrer. Als Heimatgeschichtler spürte er intensiv der Geschichte der Geithainer Paul-Guenther-Schule nach. Ein neues Buch, das im Herbst erscheint, legt davon Zeugnis ab.

Gottfried Senf in seinem Arbeitszimmer, wo er am Manuskript seines neuesten Buches arbeitet.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Achtzig Lebensjahre geschafft: Wer dem Geithainer Gottfried Senf begegnet, ist ebenso überrascht wie der Jubilar selbst. Vor mehr als anderthalb Jahrzehnten aus dem Schuldienst in die Rente gewechselt, ist er gefragter Gast bei Treffen seiner ehemaligen Schüler. Wenn er nach wie vor viele Stunden an seinem Schreibtisch verbringt, dann nicht, um Arbeiten zu korrigieren, sondern um heimatgeschichtliche Manuskripte abzuschließen. Im Juni muss er das seines jüngsten Buches fertig haben - Titel: „Paul Guenther und seine Schule in Geithain“. Schulgeschichte, klarer Fall.

Der Beruf Lehrer, den er stets als Berufung empfand, er lässt ihn nicht los. Ein Glück. „Wichtig ist doch, dass man sich immer wieder Ziele setzt. Dass man neugierig ist, bereit, auf Menschen zuzugehen, Kontakte zu halten“, sagt der agile Mann. Ein Credo, das er lebt. Dabei war Lehrer zu werden für den gebürtigen Tautenhainer nicht die erste Wahl. Er hätte sich lieber als Geodät, als Landvermesser, gesehen, doch die fünf Jahre Studium schreckten ihn ab. Der Sohn eines Eisenbahners nutzte die Chance, ab 1954 Pädagogik zu studieren. Er gehörte zu den ersten an einer Hochschule ausgebildeten Lehrern der Nachkriegsgeneration, die auf die Neulehrer, Berufsfremde meist, folgten. „Ich bin glücklich, sagen zu können: Einen anderen Beruf kann ich mir für mich gar nicht vorstellen.“

Zuerst in die Magdeburger Börde geschickt, unterrichtete er Mathematik und Physik; später kam Astronomie hinzu. Er kehrte in heimische Gefilde zurück, nach Kohren-Sahlis zuerst, dann viele Jahre nach Geithain. In dieser Zeit Fernstudium zum Oberstufenlehrer Physik in Potsdam, Promotion, schließlich Astronomiestudium in Jena. In den Achtzigerjahren wechselte er, um weiter Abiturienten unterrichten zu können, an die Berufsschule des Colditzer Porzellanwerkes. Politische Wende, Neuaufbau der Geithainer Kreisverwaltung: Senf ist plötzlich Dezernent für Bildung, Jugend Sport. Doch zu verwalten, liegt ihm nicht. Der Schritt nach Chemnitz in das Oberschulamt. Neustrukturierung der sächsischen Schullandschaft. Gymnasien entstehen; Gottfried Senf kehrt wieder in seinen Beruf zurück . Als Lehrer und Oberstufenberater in Penig beendete er 1999 , als das staatliche Gymnasium schloss und ein freies sich etablierte, seine Dienstzeit. „Seither habe ich Zeit, mich auf Heimatgeschichtliches zu konzentrieren“, sagt er. Das Tautenhainer Dorfbuch und eine Geithainer Chronik der jüngsten 100 Jahre entstanden, Beiträge für die Leipziger Volkszeitung und die Schriftenreihe „Vom Turm geschaut“ des Heimatvereins, dessen Gründungsmitglied er ist und mehrjähriger Vorsitzender er war.

Als 1990 die Geithainer (Juri-Gagarin-)Schule per Stadtverordneten-Beschluss den Namen des Stifters Paul Guenther, eines einst in die USA ausgewanderten Unternehmers, zurückerhielt, recherchierte er zusammen mit John Sommer, Ex-Geithainer, Wahl-Kanadier. Es gelang ihnen, Guenthers Enkelin Virginia Vanderbilt in London aufzufinden. 1995, zum 70. Gründungsjubiläum der Schule, kam sie nach Geithain. „Eine spannende Geschichte. Nachzulesen ist sie im neuen Buch, das im Herbst erscheint“, sagt Gottfried Senf.

Der Tod seiner Frau Karin 2005, Lehrerin wie er, war eine Zäsur. Doch er fing sich, da er sich eingebunden fühlt in die Gemeinschaft. Den 80. Geburtstag am 15. Mai feierte er im kleinen Kreis von Familie und Freunden. Eine Lebensgefährtin aus dem Dresdner Raum teilt seine Freude am Reisen, an der Geschichte. Doch deshalb wegzuziehen aus der Geithainer Wohnung, in der er seit 1961 zu Hause ist, kommt nicht in Betracht: „Ich brauche die Verbundenheit, die ich hier spüre. Sie ist ein Elixier.“

Von Ekkehard Schulreich

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