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Neujahrsempfang in Frohburg: Stadtchef schaut voraus bis ins Jahr 2022

Ehrungen Neujahrsempfang in Frohburg: Stadtchef schaut voraus bis ins Jahr 2022

Ziele abstecken, Engagierte würdigen: Beides will der Neujahrsempfang, zu dem der Frohburger Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) alljährlich in das Bürgerzentrum einlädt. In festlichem Rahmen wurden am Donnerstag die Ehrenamtspreise vergeben und die Sportler des Jahres ausgezeichnet.

Bürgermeister Wolfgang Hiensch bei seiner Ansprache.

Quelle: Andreas Döring

Frohburg. Den Blick weit über das Jahr 2016 hinaus richtete der Frohburger Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) beim Neujahrsempfang im Bürgerzentrum: „Ich denke bis 2022. Was wir bis zu diesem Zeitpunkt schaffen wollen, müssen wir jetzt schon vorbereiten.“ Mitte des Jahres sollte der Entwurf des nächsten Etats vorliegen, der für 2017 und 2018 ein Doppelhaushalt sein soll und der in der Finanzplanung bis in das nächste Jahrzehnt hineinreicht. Die Weichen für viele Investitionen würden in den nächsten Monaten gestellt. Und da man wie bisher möglichst viele Förderquellen ausschöpfen wolle, brauche es ausreichend planerischen Vorlauf, um Projekte in der Hinterhand zu haben, die sich ohne weiteren Vorlauf umsetzen ließen.

„Wir warten aktuell sehnsüchtig auf Förderbescheide“, sagte Hiensch. Vor allem auf den über eine Million Euro für den Erweiterungsbau der Oberschule. Die Stadt habe einen Antrag auf vorzeitigen Beginn gestellt; der Stadtrat werde im März den Investitionsbeschluss fassen. Die Zeit dränge, denn Ende 2017 solle der Anbau nutzbar sein. Auf Förderung hofft die Kommune auch für mehrere Straßen, die ausgebaut werden sollen: für die Verbindung von Benndorf zur alten B 95 bei Bubendorf und für die Straße Am Schloss in Streitwald. Für die Wassergasse in Flößberg wird demnächst der Antrag gestellt. Mit Blick auf die folgenden Jahre nannte Hiensch die Sanierung der Sporthallen in Flößberg und Eschefeld sowie Instandsetzungen bei Feuerwehr-Gerätehäusern als Schwerpunkte. Intensiv investieren werde die Stadt auch künftig in den Prießnitzer Komplex aus Rittergut und Schloss.

Klare Worte der Kritik fand er für die Denkmalpflege-Behörden. Die Landesdirektion Sachsen habe signalisiert, den von Frohburg forcierten Umbau der Eschefelder Kirchschule zu Gemeindezentrum und Feuerwehr-Depot nicht zu gestatten. Für Hiensch ein fatales Signal auch an die privaten Eigentümer denkmalgeschützter Immobilien. „Wie sollen denn die vielen Gebäude auf den Dörfern erhalten werden, wenn man sie nicht nutzen darf?“ Für die Kirchschule Eschefeld, wo die schwierige Eigentumsfrage geklärt sei, hätte man eine Perspektive eröffnen können. Für die vergleichbaren Häuser in Greifenhain, Tautenhain, Prießnitz, Elbisbach und Hopfgarten gebe es die nicht: „Wir haben keinerlei Verwendung.“ Und es verbiete sich, unter diesen Umständen überhaupt noch einen Cent dafür auszugeben.

Ganz anders betrachtete Wolfgang Hiensch den Frohburger Bahnhof, das Tor zur Stadt. Er gehört der Kommune und bedürfe Visionen. Der Gebäudezustand müsse analysiert, das Haus gesichert werden. Einen kommunalen Bedarf gebe es nicht, doch lohne es städtebaulich wie finanziell, die Immobilie zu entwickeln zu Wohn- oder Gewerbezwecken. Andere Kommunen zeigten, was möglich sei.

Der Bürgermeister nutzte den Neujahrsempfang, den die Musikschülerinnen Marie Gesell, Katharina Apitz und Sophie Nöske und Paul Schmidt am Klavier umrahmten, um all jenen, die sich für eine attraktive, lebenswerte Stadt einsetzten, zu danken. Drei Ehrenamtspreise wurden vergeben, die Sportler und Mannschaften des Jahres ausgezeichnet. Anerkennungen gab es für gelungene Beispiele der Dorf- und der Stadtsanierung. Angelika Mathwes aus Kitzscher sanierte in bemerkenswerter Weise ein Fachwerkwerkhaus in Streitwald, Friedheim Welsch ein Wohnhaus in Frankenhain, Katrin und Dirk Scherf eine historische Villa in Frohburg.

Als Theo Heil, der 87-Jährige, nach vorn ging, um aus den Händen von Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch einen der Ehrenamtspreise zu erhalten, war das ein bewegender Moment sowohl für ihn als auch für die Versammelten. Der immer noch aktive Chronist seines Heimatdorfes Nenkersdorf und vor allem der wertvollen Dorfkirche kennt sich in den historischen Zusammenhängen aus wie kaum ein Zweiter. Nenkersdorfs Ortsvorsteher Andreas Mertin würdigte das Gründungsmitglied des Heimatvereins als einen Menschen, der andere gern teilhaben lasse an seinen Erkenntnissen, sei es in Vorträgen, bei Führungen oder in Publikationen – so jenem Buch zur Ersterwähnung des Dorfes.

„Mit Herzblut – so lässt sich am besten die Ehrenamtsarbeit von Peter Winter beschreiben“, sagte Heidrun Naumann, die Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbandes Geithain. Der Rodaer ist Kreisbereitschaftsleiter, er kümmert sich im Ortsverband Roda des Deutschen Roten Kreuzes mit vielen anderen maßgeblich um den Umbau der ehemaligen landwirtschaftlichen Versuchsstation im Dorf für den Katastrophenschutz. Bei den Frohburger Dreieckrennen sitzt er in der Einsatzleitung, arbeitet mit im DRK-Kreisverband, nimmt auch im Ortschaftsrat Verantwortung wahr.

Ein Urgestein des Streitwalder Karnevals würdigte Armin Pöhlmann, der anerkennende Worte für Siegfried Rudi fand. Der 73-Jährige sei als Fußballreporter im Waldstadion ein Begriff, wenn Fassbrause gegen Vollbier kickten, und in dieser Funktion fährt er beim Dorf- und Kinderfest im Führungsfahrzeug des Fackelumzugs mit. Ob Seniorenfeier, Maibaumsetzen oder Koppelfest, Siegfried Rudi sei immer dabei: „Und freitagabends ist er am Stammtisch in Streitwald zu finden.“ Er sei ein Mann, der vielen Vorbild sei in seinem Einsatz für den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Dorf und in der Stadt, hob Pöhlmann weiter hervor.

Von Ekkehard Schulreich

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