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Neukieritzsch: Besucher fordern Bestand des Leipziger Symphonieorchesters

Operettengala Neukieritzsch: Besucher fordern Bestand des Leipziger Symphonieorchesters

Mit beschwingten Operettenklängen erfreute das Leipziger Symphonieorchester am Sonnabend seine Gäste in der Neukieritzscher Parkarena. Die Besucher sagten deutlich, dass sie auf den Klangköper im ländlichen Raum nicht verzichten möchten.

Mit Operettenklängen erfreut das Leipziger Symphonieorchester die Besucher in der Neukieritzscher Parkarena.

Quelle: René Beuckert

Neukieritzsch. Ein reger Besucherandrang herrschte am Samstagnachmittag in der Parkarena zur Operetten-Gala mit dem Leipziger Symphonieorchester. Mehr als 200 Gäste nahmen das kulturelle Angebot wahr, um Werke von Emmerich Kálmán, Johann Strauss, Franz Lehár, Jacques Offenbach und Julius Fucik zu hören. Anders als bei herkömmlichen Konzertereignissen dieser Art wurde sogar Kaffee und Kuchen gereicht.

Das vornehmlich ältere Publikum nutzte gern das musikalische Ereignis zu einem vergnüglichen Nachmittag. Besucherin Stefanie Kahnt wollte sich das Konzert keinesfalls entgehen lassen: „Ich war bereits bei dem vorangegangenen Konzert hier, das mir besonders gefallen hat. Deshalb bin ich gern wiedergekommen, zumal ich Operettenmusik liebe.” Für die Neukieritzscherin ist dies eine willkommene Abwechslung in ihrem Alltag. „Mir würde etwas fehlen, wenn es solche Veranstaltungen nicht mehr gäbe“, sagte die Rentnerin.

Udo Scholz hatte an einem der gedeckten Tische Platz genommen, denn er wollte der Musik aus nächster Nähe lauschen. Für ihn sei es wichtig, dass solche Ereignisse auch weiterhin auf dem Land Bestand haben. „Ich habe mich mit meiner Unterschrift für den Erhalt des Orchesters stark gemacht“, sagte er. Seine Begleiterin Regina Poppe betonte, solche Auftritte seien doch etwas Besonderes und müssten deshalb erhalten werden.

Marga Reuter möchte das Musikerlebnis in der Gemeinschaft genießen, Aufführungen dieser Art würden ihren Alltag bereichern: „Ich bin aus dem Ort und nutze gern diese Möglichkeit, quasi vor der eigenen Haustür, Orchestermusik live zu erleben.“ Ihre Nachbarin Charlotte Bruckhaus erklärte, dass die musikalischen und gesanglichen Darbietungen ihr besonders gut gefallen, sie habe auch schon andere Aufführungen genossen. „Ich wäre traurig, wenn ich auf solche Konzerte verzichten müsste.“

Ingrid Pestner erlebte mit Freundinnen einen schönen Nachmittag. „Ich wünsche mir, dass das Orchester noch lange Bestand hat“, meinte sie. Traurig findet sie das Hin und Her um den Klangkörper: „Es ist eine Unverschämtheit, dass zum Leidwesen der Bürger an der Kultur gespart werden soll.“

Nicht nur Besucher aus der Neukieritzscher Region hörten gern die Operettenklänge. Auch Jana Lißner und Grit Pönitz aus Grimma waren in der Parkarena. „Da wir bereits ein beeindruckendes Konzert mit dem Klangkörper erleben durften, sind wir gern wiedergekommen. Hier habe ich das Gefühl mittendrin zu sitzen“, so Jana Lißner.

Daniel Thomser vom Leipziger Symphonieorchester bemerkte: „Im ländlichen Raum ist das Publikum sehr aufgeschlossen. Die Leute sind dankbar, dass wir in ihre Region kommen, da sie sonst weite Wege in Kauf nehmen müssten, um Kultur zu erleben.“ Vor allem freue ihn die gute Besucherresonanz, was er als Verbundenheit mit dem Orchester wertet. „Wenn wir mit den Konzertbesuchern nach der Veranstaltung ins Gespräch kommen, stellen wir deren Sympathie mit dem Klangkörper fest.“

Auch der Orchester-Geschäftsführer Hans-Ulrich Zschoch war erfreut über das rege Besucherinteresse: „Die Leute nehmen das Angebot gern an, obwohl wir in keinem Konzertsaal spielen. Dennoch ist die Akustik gut, da die Organisatoren alle Möglichkeiten nutzen, mit Vorhängen an den Wänden und Teppichboden auf dem Hallenfußboden eine Konzerthallenatmosphäre zu schaffen.“

Von René Beuckert

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