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Geithain Niederfrankenhainer forderten eigenen Eingang
Region Geithain Niederfrankenhainer forderten eigenen Eingang
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14:11 19.05.2015
Die Frankenhainer Kirche wurde 1514 im derzeitigen Bauzustand geweiht. Pfarrer Sven Petry zeigt auf alte Holzfiguren, möglicherweise aus dem Vorgängeraltar. Quelle: Jens Paul Taubert

"Ich wünsche mir, dass wir zusammen als Dorf und Dorfgemeinschaft mit möglichst zahlreichen Gästen aus der Gegend diese Kirche feiern", erklärt Pfarrer Sven Petry. Unübersehbar stehe die Kirche mitten im Dorf - er hofft, dass dies am Fest-Wochenende spürbar wird.

Die Errichtung der romanischen Chorturmkirche erfolgte möglicherweise vor der Ersterwähnung des Ortes 1209. Sie ist im derzeitigen Bauzustand 1514 nach einem größeren Umbau im spätgotischen Stil geweiht worden - darauf bezieht sich das Jubiläum. Damals war ein neuer, größerer Altarraum entstanden, auch der Flügelaltar ist damals aufgestellt worden. Aus seinem Vorgänger könnten die fünf geschnitzten und bemalten Figuren stammen, die an beiden Seiten des Chorraumes zu sehen sind. So ist St. Mauritius, der Namenspatron des Gotteshauses, hier ein zweites Mal zu finden - neben der zentralen Darstellung im Altar.

"Aus der Zeit vor 1514 ist fast nichts bekannt", erzählt der Pfarrer. Ein romanisches Taufbecken war halb eingegraben auf dem Friedhof gefunden worden. Er steht jetzt im Altarraum, ebenso wie ein schadhafter barocker Taufengel. Die barocke Kanzel aus dem 18. Jahrhundert ruht auf einer romanischen Säule. Erhalten ist auch das romanische Portal auf der Südseite. Dieser "Oberfränker Eingang" war bis Ende des 19. Jahrhunderts das Hauptportal. 1881/91 erfolgte eine große Restaurierung, unter anderem mit Arbeiten am Gestühl. Die Schmeißer-Orgel entstand 1882. Die Bemalung der Kanzel stammt von 1891. Im Zuge dieser Renovierung erhielt die Kirche auch das neue Portal an der Westseite, noch heute "Niederfränker Eingang" genannt. Der damalige Pfarrer sei dagegen gewesen, berichtet Sven Petry, doch die Niederfrankenhainer hätten auf ihren eigenen Eingang bestanden. Heute nutzen ihn alle Gottesdienstbesucher, doch der Pfarrer hat beobachtet, dass sich bei Taufen oder Beerdigungen noch heute alteingesessene Familien aus Oberfrankenhain in die Kirchenbänke setzen, die sich in der Nähe des alten "Oberfränker Eingangs" befinden. Niederfrankenhainer würden oft die andere Seite wählen.

Knapp jeder zweite Frankenhainer gehöre heute noch zur Kirchgemeinde zu Oberfranken, wie der offizielle Name nach wie vor lautet. Zu den großen Ereignissen des Jahres und des Lebens würde sich aber ein ganz großer Teil des Dorfes in dieser Kirche versammeln. "Ich wünsche mir, dass beim Fest die Kirche auch als Ort erfahren wird, der für das ganze Dorf da ist", betont Petry, der Mitglied im Verein Dorfgemeinschaft Frankenhain ist. Die Kirche solle als möglichst offener Raum wahrgenommen werden, denn dafür sei sie da.

Während des Festwochenendes ist die Mauritius-Kirche offen. Besucher sind zur Besichtigung willkommen, wenn keine Veranstaltungen stattfinden, wie beispielsweise der Festgottesdienst Sonntagvormittag. Während der dreitägigen Feier von Freitag bis Sonntag ist eine Festschrift zum Kirchenjubiläum erhältlich.

Bereits am Montag nach dem Fest wird die Jubiläumskirche zur Baustelle. Die geplante Innensanierung wird laut Petry rund 100 000 Euro kosten und soll in zwei Abschnitten erfolgen. 2012 war die Außensanierung mit ähnlichem Kostenumfang erfolgt. Schon damals begann die Vorbereitung der Arbeiten im Innenbereich. Dennoch war es nicht möglich, sie bereits vor den Jubiläumsfeierlichkeiten durchzuführen.

Der erste Bauabschnitt muss dieses Jahr noch fertig werden. Die Gottesdienste werden während der Bauzeit voraussichtlich im Gemeinderaum stattfinden, kündigt Petry an. Die Arbeiten konzentrieren sich zunächst vor allem auf den gotischen Chorraum und haben einen Kostenumfang von etwa 51 000 Euro. Davon bringt die Kirchgemeinde etwa 20 500 auf, 5700 kommen von der Denkmalpflege und rund 25 000 Euro von der Landeskirche.

Um die Baustelle Chorraum abzuschirmen, wird eine Staubschutzwand errichtet, der Altar eingehaust. Die Elektrik wird erneuert. Ein Restaurator soll alle Porphyrsteine aufarbeiten, übrigens auch am romanischen Portal. Alte Farbfassungen wird er ebenfalls untersuchen. Im Chorraum wird der Putz teils repariert, hier wird auch ausgemalt, etwa in der derzeitigen Farbfassung.

Möglichst bald soll sich dann der zweite Abschnitt anschließen, doch das hängt von der Finanzierung ab.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.09.2014
Inge Engelhardt

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