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Niedersteinbach: Stadt schließt Kindergarten im Sommer 2014

Niedersteinbach: Stadt schließt Kindergarten im Sommer 2014

Am 31. August 2014 schließt die Stadt Penig die Kindertagesstätte Niedersteinbach. Hundert Einwohner verfolgten die Debatte darüber am Donnerstag Abend im Peniger Stadtrat.

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Ein Bild mit Geschichte: Im Sommer 2010 wurde an der Einrichtung ein Spielplatz übergeben. Jetzt scheint das Schicksal der gesamten Immobilie besiegelt.

Quelle: Jens Paul Taubert

Niedersteinbach. Die Entscheidung fiel mit überraschender Klarheit: 16 Abgeordnete stimmten für die Schließung, nur drei dagegen. Danach war es beinahe Formsache, das Ansinnen der Kirchgemeinde, die Einrichtung in Trägerschaft zu nehmen und einen evangelischen Naturkindergarten daraus zu machen, abzulehnen.

Die Stühle für das Publikum, das zu Dutzenden kam, reichten kaum. Das Fernsehen kam zum Dreh. Das Interesse, das die Peniger Stadtratssitzung fand, war so groß wie selten. Eine Sternstunde der Demokratie? Darüber gingen die Meinungen bereits in der Debatte um das Für und Wider eines evangelischen Naturkindergartens in Niedersteinbach auseinander -und nach der für die Niedersteinbacher Bürgerinitiative (BI) negativen Entscheidung des Stadtrates auf dem Flur erst recht. „Es wurde uns keine Chance gegeben", sagte Gitta Petzold mit belegter Stimme. Dabei hätten die Niedersteinbacher nur zu gern gezeigt, dass sie die Kindereinrichtung sanieren und mit einem neuen Konzept erfolgreich führen könnten. „In unserem Dorf gibt es so viel Eigeninitiative", bestätigte ihr Mann Christian. Nun aber verkomme es zum Schlaf-Ort. „Es geht nur um Zahlen, an die Kinder denkt niemand", meinte Sara Heistermann aus Obergräfenhain. Die angehende Erzieherin hätte sich eine Pro-Entscheidung gewünscht.

Den Kindergarten in Niedersteinbach zu schließen und eine Fortführung in Trägerschaft der Kirchgemeinde zu verhindern, das wäre „ein Zeichen gegen junge Familien und gegen die Bürger in den Ortschaften", hatte in der Debatte Rico Lägel vom BI-Vorstand gewarnt. Pfarrer Daniel Bilz warf den Abgeordneten vor, sie würden im Fall einer Ablehnung „wichtige Entwicklungen für die Zukunft" blockieren. Das sei dann „Ausdruck einer Basta-Politik" und machte die Kommune „zu einer zentralistisch geführten Insel".

Bürgermeister Thomas Eulenberger (CDU) hielt sich in der Diskussion zurück, sagte aber: „Demokratie ist auch, dass gewählte Gremien Entscheidungen treffen dürfen." Die Auslastung, nicht nur in Niedersteinbach, gehe weiter zurück. Die Schließung auf 2014 zu verschieben, vermeide Engpässe; danach aber reichten die vorhandenen Kapazitäten, um alle Kinder aufzunehmen. Werner Gerhardt (CDU) meinte, die Geburtenentwicklung schließe Investitionen in Niedersteinbach aus; allerdings sollte man über die Schließung später entscheiden. „Aus wirtschaftlicher Sicht ist eine Schließung durchaus logisch", sagte Ringo Gründel (Linke). Andererseits sei die Einrichtung ein Kulminationspunkt des Lebens im Ort. „Hier geht es nicht um Stadt gegen Land, sondern um eine Gleichbehandlung der Ortsteile", warf Simone Violka (SPD) ein. Würde Niedersteinbach in freier Trägerschaft ausgebaut, gehe das, wenn die Stadt Überkapazitäten schließen müsse, möglicherweise zu Lasten der kommunalen Einrichtung in Tauscha. Damit aber würden Disproportionen im Gemeindegefüge verstärkt.

Lars Genrich (CDU), der stellvertretende Bürgermeister, würdigte den Einsatz der Bürgerinitiative. Ein solches Engagement „wünschen wir uns nicht nur in dieser Situation". Die Faktenlage sei aber eindeutig, und eine schnelle Entscheidung habe die Initiative im Dezember selbst gewünscht. Die kam danach prompt: 14 Stimmen für die Schließung, drei dagegen. Zwei Abgeordnete enthielten sich.

Ekkehard Schulreich

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