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Niedersteinbacher kämpfen um ihre Kindereinrichtung

Niedersteinbacher kämpfen um ihre Kindereinrichtung


Niedersteinbach. Die Niedersteinbacher Kindertageseinrichtung soll Ende 2012 geschlossen werden – das schlägt die Stadt Penig dem Stadtrat vor.

. Nachdem das Mitte Oktober bekannt wurde, ist in Niedersteinbach eine große Elterninitiative für den Erhalt der Einrichtung entstanden. Innerhalb von nur vier Tagen sind weit über 400 Unterschriften zusammengekommen. Auch in der Stadtratssitzung am 27. Oktober  in Penig wollen Eltern ihren Standpunkt darlegen.

„Die Kindereinrichtung ist das Zentrum im Ort", erklärte Silvia Hantusch aus Markersdorf. Ihre dreijährige Tochter besucht die Einrichtung seit August, ihr Sohn soll ab kommendem Jahr ebenfalls dort betreut werden. Das Maibaumsetzen findet in der Einrichtung statt. Zum Fasching gehen die Kinder an jeder Haustür klingeln. Immer mittwochs ist Waldtag, der Forst beginnt direkt hinter der Einrichtung.

Die Kita steht auf Land, das der Kirche gehört. Das Gebäude in Regie der Kommune ist stark sanierungsbedürftig, das Rathaus schätzt den finanziellen Aufwand dafür auf über eine Million Euro. Deshalb schlägt die Stadtverwaltung dem Stadtrat vor, die Niedersteinbacher Einrichtung Ende 2012 zu schließen und die Kinder des Dorfes dann mit in der Kindertageseinrichtung in Langenleuba-Oberhain betreuen zu lassen (die LVZ berichtete).

Enttäuscht sind die betroffenen Eltern, dass keine Informationsveranstaltung, kein Elternabend stattgefunden hat, um den Dialog mit ihnen zu suchen. Noch im Juli hatte sich Silvia Hantusch erkundigt: „Eine Schließung ist nicht geplant und nicht absehbar", hieß es damals im Peniger Rathaus.

Nun kämpfen die Niedersteinbacher Eltern für den Erhalt ihrer Einrichtung. Auch die Kirchgemeinde macht sich dafür stark. Sie hat angeboten, das Land, auf dem der Kindergarten steht, an die Stadt zu verkaufen, um Boden und Gebäude zusammenzuführen. Die Kirche würde die Einrichtung aber auch in ihre Trägerschaft übernehmen, um die Schließung abzuwenden. Pfarrer Daniel Bilz verweist darauf, wie gut der evangelische Naturkindergarten in Rathendorf angenommen wird. „Natürlich muss man in die Einrichtung investieren. Aber die Kirchgemeinde bietet ihre Hand an, das ist doch eine Chance für die Stadt", so die Mutter. Ein evangelischer Kindergarten wäre eine Alternative für Eltern im ganzen Stadtgebiet und darüber hinaus. Doch auch ein Naturkindergarten, weiter in kommunaler Hand, sei denkbar.

Unabdingbar für beide Wege ist jedoch, dass die Niedersteinbacher Einrichtung im Bedarfsplan für Kindertageseinrichtungen verbleibt und nicht, wie von der Stadt geplant, per Jahresende 2012 daraus gestrichen wird. Den Beschluss zur Zukunft der Einrichtung soll der Stadtrat voraussichtlich erst am 10. November fällen. Bereits auf der morgigen Ratssitzung wollen Katrin Leberecht vom Elternrat, Silvia Hantusch als Mutter sowie Rico Legel im Namen der Kirchgemeinde den Stadträten die Position der Niedersteinbacher darlegen. Sie möchten den Stadtrat überzeugen, Donnerstagabend noch nicht, wie geplant, über die Schaffung von 24 neuen Krippenplätzen in der Peniger Einrichtung „Regenbogen" zu entscheiden. Ein Gesamtkonzept sollte erarbeitet werden, das diese geplanten Plätze sowie die in der Oberhainer Einrichtung vorgesehenen weiteren Arbeiten und die Zukunft der Niedersteinbacher Einrichtung umfasst, schlagen die Eltern vor. Ein Knackpunkt sei, der Niedersteinbacher Einrichtung zu ermöglichen, Krippenkinder bereits mit einem und nicht wie jetzt erst mit zwei Jahren aufzunehmen. Denn der Wiedereinstieg ins Berufsleben nach dem ersten Geburtstag des Kindes sei der Trend, so Hantusch. Bereits acht Niedersteinbacher Kinder würden aufgrund dieser Hürde in Oberhain betreut. Niedersteinbach hat eine Kapazität von 38 Plätzen, 24 sind derzeit belegt.

Übrigens gibt es ein gutes Beispiel aus der Geithainer Region: Die Schließung der Niedergräfenhainer Kindereinrichtung stand im März 2009 auf der Tagesordnung des Geithainer Stadtrates – wegen enormen Sanierungsstaus am Haus und genügend Platz-Kapazität in der Kernstadt. Doch der Kindergarten ist die einzige öffentliche Einrichtung in Niedergräfenhain. Das Kirchspiel Geithainer Land bot die Übernahme der Einrichtung in seine Trägerschaft an. Das ist per 1. April 2011 erfolgt, die Kita bleibt bestehen.

Inge Engelhardt

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