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Nun sitzt die Stadt mit Verrohrung da

Nun sitzt die Stadt mit Verrohrung da

In Sachen Hochwasserschutz ist seit der Flut 2013 in Geithain noch nichts passiert, und derzeit auch fast nichts Konkretes in Sicht. Kleiner Lichtblick war, dass die Landestalsperrenverwaltung (LTV) endlich die Verrohrung der Eula im Bereich des Geithainer Stadions beseitigen wollte.

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Schon nach dem Hochwasser von 2002 sollte die Verrohrung der Eula am Geithainer Stadion beseitigt werden. Passiert ist bis heute nichts.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Dieser Rückbau sollte schon lange erfolgt sein. Bereits das Augusthochwasser 2002 hatte erhebliche Schäden am Stadion hinterlassen. Als vorbeugende Maßnahme wurde danach festgelegt, den Bachlauf entlang des Sportgeländes wieder offen zu gestalten. Als Vorbereitung dafür war 2004 die Stadiontribüne abgerissen worden, die über dem verrohrten Gewässer stand. Eine neue Tribüne, wie damals angekündigt, gibt es im Stadion bis heute nicht. Beim Hochwasser im Juni des Vorjahres war es aber erneut überflutet worden.

 

 

"In Abhängigkeit vom Genehmigungsverfahren wird die Verrohrung der Eula Höhe Sportstadion voraussichtlich ab Ende 2014/Anfang 2015 entfernt werden können", kündigte auf LVZ-Nachfrage Britta Andreas, Pressesprecherin der Landestalsperrenverwaltung Sachsens, noch im März dieses Jahres an. Auf die erneute Anfrage unserer Zeitung gab die LTV-Sprecherin allerdings eine überraschende andere Antwort: Für den Rückbau der Verrohrung im Stadionbereich sei die Landestalsperrenverwaltung nicht zuständig. "Das Bauwerk ist eine technische Anlage auf Flurstücken der Stadt Geithain." Leider seien die Zuständigkeiten nicht immer eindeutig, schob sie auf Nachhaken hinterher. Für die Beseitigung von Anlagen in und an Gewässern sei eine Genehmigung der zuständigen Wasserbehörde erforderlich, so Britta Andreas. Erst im Vorfeld dieses Genehmigungsverfahrens habe sich ergeben, dass die LTV für den Rückbau nicht zuständig sei. "Eine unmögliche Patt-Situation", kommentierte Bürgermeisterin Romy Bauer (parteilos) im Stadtrat. Laut städtischem Archiv befand sich die Verrohrung bereits Anfang der 1970er Jahre im Bestand der Stadt. Wer sie einst eingebaut hat, dazu sei keine eindeutige Zuordnung möglich.

 

 

"Können wir es selber machen?", schlug Udo Berger (UWG) eine pragmatische Lösung für die Eula-Freilegung vor. Das sei mit Zustimmung der Unteren Wasserbehörde sicherlich möglich, wenn die Kommune die Verantwortung übernehme, erklärte die Stadtchefin.

 

 

Nicht nur das Stadion, auch die benachbarte Kleingartenanlage "Alte Heimat" ist immer wieder von der über die Ufer tretenden Eula überflutet. Nach dem Hochwasser im Juni 2013 hatten viele Kleingärtner das Handtuch geworfen (die LVZ berichtete). Andere wollen in günstiger gelegenen Teilen der Anlage auf jeden Fall weitermachen. Der Verein habe Interesse, Teilflächen an die Stadt zurückzugeben, informierte die Stadtchefin im Stadtrat und kündigte eine Diskussion zum Thema auf Grundlage eines Lageplanes an.

 

 

Gleichzeitig unterbreitete Bauer die Idee, auf frei werdenden Flächen der "Alten Heimat" eventuell eine Dirtbike-Strecke einzurichten. Mit diesen speziellen Mountainbikes wird eine besondere Variante des Radsports betrieben: das Springen über Erdhügel (Dirtjump). Jugendliche hätten starkes Interesse daran, eine solche Strecke einzurichten. Bislang sei es noch nicht gelungen, eine geeignete Fläche zu finden, erklärte die Bürgermeisterin. Wasser habe die "Alte Heimat" wiederum teilweise überschwemmt, erklärte Gunter Neuhaus (UWG) in der Sitzung. Unter solchen Bedingungen brauchten dort auch die Jugendlichen nichts zu machen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.10.2014
Inge Engelhardt

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