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Nur wenig Kunden: Agentur für Arbeit und Jobcenter verlassen Geithain

Schließung Nur wenig Kunden: Agentur für Arbeit und Jobcenter verlassen Geithain

Erst Mitte der Neunzigerjahre wurde das Haus am Rand des Geithainer Neubaugebietes vollendet – als Außenstelle des Arbeitsamtes. Jetzt verlassen Arbeitsagentur und Jobcenter die Stadt. Die Immobilie steht zum Verkauf. Es gibt lokale Interessenten. Allerdings ist der Kaufpreis von einer halben Million Euro eine Hürde.

Das Haus an der Straße der Deutschen Einheit in Geithain hat ausgedient, jedenfalls als Arbeitsagentur und Behördensitz. Die Immobilie wird bereits im Internet zum Verkauf angeboten.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Eine halbe Million Euro für ein (ehemaliges) Arbeitsamt: Diese Summe ist aufgerufen für das Gebäude, das das Kommunale Jobcenter und die Agentur für Arbeit zurzeit in Geithain nutzen – noch, denn die Außenstelle des Jobcenters wird voraussichtlich im Mai nach Borna verlagert. Sie teilt damit das Los der Jobcenter-Niederlassungen in Groitzsch und Markranstädt, die aus Gründen der Effizienz ebenfalls aufgegeben werden.

Die Agentur für Arbeit will ihre Geithainer Büros bereits am 27. März schließen. Beide Behörden nutzen das Haus in der Straße der Deutschen Einheit als Mieter. Der Eigentümer, zwei Banken, haben bereits jetzt einen Immobilienmakler aus Bautzen eingeschaltet, der für das Haus einen Käufer sucht.

„Die Außenstelle des Kommunalen Jobcenters wird voraussichtlich im Mai nach Borna in die Brauhausstraße umziehen“, sagt Brigitte Laux, Sprecherin des Landratsamtes. Gemeint ist die Immobilie im Stadtzentrum, die bis 2016 das Finanzamt Borna beherbergte. Ein kleinerer Teil der Geithainer Außenstelle wechselt nach Grimma. Das Geithainer Gebäude verlassen wird perspektivisch auch das Jugendamt des Landkreises. Das nutzt zurzeit Räume nach Bedarf. „Hier wird gemeinsam mit der Stadt Geithain eine Lösung angestrebt, so dass Jugendamt und Gesundheitsamt künftig an einem Standort in Geithain Sprechzeiten anbieten können“, so Laux.

„Unsere Agenturgeschäftsstelle in Geithain ist ab 27. März geschlossen“, informiert Volkmar Beier, Sprecher der Agentur in Oschatz. Mit rund 250 betreuten arbeitslosen Menschen im Durchschnitt des vergangenen Jahres zählt die Geschäftsstelle Geithain zu den kleinsten in Deutschland. Ihre Zuständigkeit erstrecke sich auf die Städte Geithain, Frohburg, Kohren-Sahlis und die Gemeinde Narsdorf. „Wegen des geringen Kundenaufkommens ist sie seit drei Jahren nur noch einen Tag pro Woche geöffnet.“ Damit sei nun aber Schluss. Künftig würden Kundinnen und Kunden der Agentur für Arbeit aus diesem Territorium von der Agenturgeschäftsstelle in der Luckaer Straße 16 in Borna betreut. Die habe schon seit Reduzierung der Öffnungszeiten in Geithain einen Großteil der Aufgaben übernommen. Beier sieht in der Schließung kein großes Problem: „Viele Kundinnen und Kunden nutzen mittlerweile verstärkt die Online-Kanäle zur Arbeitsagentur, beispielsweise zur Einreichung von Arbeitslosengeldanträgen, oder die kostenlose Servicenummer für Veränderungsmitteilungen.“ Die gesetzlich vorgeschriebene Arbeitslosmeldung nach einem Beschäftigungsende müsse allerdings nach wie vor persönlich vor Eintritt der Arbeitslosigkeit erfolgen, betont er.

Das zweigeschossige Gebäude zwischen Geithainer Neubaugebiet und Innenstadt hat eine durchaus bewegte Geschichte. Geplant war es ursprünglich als Depot für die Kampfgruppen im ehemaligen Kreis Geithain. Noch ehe der Bau vollendet werden konnte, war die DDR Geschichte. Über Jahre dämmerte er vor sich hin, ehe sich Mitte der Neunzigerjahre schließlich ein Investor fand, der eine neue Nutzungsidee entwickelte und das Geld für den Umbau aufbrachte. Fortan fungierte das Haus als Geithainer Außenstelle des Arbeitsamtes respektive der Agentur für Arbeit. Später zog auch das Kommunale Jobcenter ein.

Knapp 1500 Quadratmeter Bürofläche sind jetzt für 500 000 Euro zu haben. Für diese Summe steht die Immobilie im Internet. Interessenten gebe es, sagt der Geithainer Bürgermeister Frank Rudolph (UWG). Ihm sei es wichtig, dass das Haus möglichst bald nach Schließung des Jobcenters eine neue Nutzung erfahre. Er wisse von zwei ortsansässigen Unternehmen, die sich einen Kauf des Bürohauses durchaus vorstellen könnten: „Aber natürlich nicht für diesen Preis.“ Die Stadt wolle die Bemühungen gern im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen. Rudolph bestätigt, dass man nach einer Lösung suche, um die Beratungen des Jugendamtes auch künftig in Geithain anbieten zu können. Vorstellbar wäre unter Umständen, Räume des aktuell geschlossenen Jugendhauses R9 dafür zu nutzen.

Von Ekkehard Schulreich

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