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Obergräfenhainer Dachziegelwerker haben gut zu tun

Kein Stillstand Obergräfenhainer Dachziegelwerker haben gut zu tun

Über den Jahreswechsel wird durchproduziert im Obergräfenhainer Dachziegelwerk. Die Linien sind gut ausgelastet. Parallel zur Produktion ist das Unternehmen Brass dabei, zwischen Langenleuba-Oberhain, Rathendorf und Jahnshain einen neuen Tontagebau genehmigen zu lassen. Er soll für Jahrzehnte die Rohstoffbasis sichern.

Blick auf das Dachziegelwerk und die dicht vorbeiführende A 72 aus der Vogelperspektive.

Quelle: Jens Paul Taubert

Penig/Obergräfenhain. Erneut keine Kurzarbeit über den Jahreswechsel im Dachziegelwerk Obergräfenhain: „Unsere Produktion läuft durch”, sagt Heino Kleine, der das zur Braas GmbH gehörende Werk leitet. „Für unser Werk war es wie für das Unternehmen insgesamt ein gutes Jahr. Unsere stabile Position konnte ausgebaut werden, der Exportanteil ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Den Export weiter auszubauen – vor allem nach Osteuropa -, strebe man auch 2016 an. Das sei auch wichtig, so Kleine. Denn in Deutschland werde zwar nach wie vor in neue Gebäude investiert, „jedoch nicht in dem Maße, wie die Bedachungsbranche es sich wünschen würde“. Das liege auch daran, dass häufiger Mehrfamilienhäuser entstünden. Geschossbau benötige aber weniger Dach als der Bau von Einfamilienhäusern.

„Wir glauben, dass sich der Bedachungsmarkt auf einem Niveau eingependelt hat, der derzeit keine großen Entwicklungen nach unten oder oben erwarten lässt“, sagt Heino Kleine. Er sei stabil, das erlaube einen optimistischen Ausblick. Im zu Ende gehenden Jahr habe Braas neue Biber-Produkte aus Obergräfenhain auf den Markt gebracht, 2016 folgten neue Farben und Ergänzungen beim Zubehör. Zudem wurde eine neue Verpackungsanlage installiert, mit deren Hilfe die Dachziegel auf Paletten zusätzlich mit Folie verpackt werden. Das dient vor allem der Verbesserung der Transportsicherheit. Zu Jahresbeginn soll die Anlage starten.

Die Zahl der Mitarbeiter blieb mit 184 konstant. Durch Rente bedingte Austritte wurden durch Neueinstellungen ausgeglichen. „Wir freuen uns, dass alle Auszubildenden übernommen werden konnten“, so der Werkleiter. Man habe sie bereits in die unterschiedlichen Arbeitsbereiche integriert; sie machten dort einen guten Job. Aktuell befinden sich in Obergräfenhain acht junge Leute in der Berufsausbildung zu Mechatronikern, Industriekeramikern, Instandhaltungsmechanikern und Fachkräften für Lagerlogistik.

Weil die Rohstoff-Vorräte in der Tongrube Narsdorf II in absehbarer Zeit erschöpft sind, müht sich Braas bereits länger als ein Jahrzehnt um den Aufschluss eines neuen Tontagebaus. Ende Oktober fand in Obergräfenhain ein vom Sächsischen Oberbergamt – als für das Zulassungsverfahren federführende Behörde – durchgeführter, nicht öffentlicher Erörterungstermin statt. Geladen waren die Vertreter öffentlicher Belange – Gemeinden, Behörden und Versorger – sowie vom Vorhaben betroffene Privatpersonen, die eine Stellungnahme eingereicht hatten. Der Termin ist ein wesentlicher Bestandteil des Planfeststellungsverfahrens. Dessen Ziel die Zulassung des bergrechtlichen Rahmenbetriebsplans. „Mit dem Planfeststellungsbeschluss ist frühestens Ende 2016 zu rechnen“, sagt Heino Kleine. Aus seiner Sicht bringt der neue Tontagebau Rathendorf/Langenleuba-Oberhain keine Beeinträchtigungen für die Einwohner von Rathendorf und Jahnshain. Kleine verweist auf eine Umweltverträglichkeitsstudie und auf Gutachten zu allen umweltrelevanten Schutzgütern. „Aufgrund der Gutachten gehen wir davon aus, dass es für die Einwohner zu keinen wesentlichen Beeinträchtigungen kommen wird.“

Voraussichtlich in anderthalb Jahren soll der erste Ton aus dem neuen Tagebau auf separaten Wegen in das Dachziegelwerk rollen. Der im Umfeld von Obergräfenhain vorkommende sogenannte Narsdorfer Lehm sei der wesentliche Bestandteil der im Werk hergestellten Dachziegel. „Eine langfristige Rohstoffsicherheit von Narsdorfer Lehm ist daher unerlässlich zur Sicherung und Fortentwicklung des Standortes.“

Von Ekkehard Schulreich

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