Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Obergräfenhainer Schule soll abgerissen werden
Region Geithain Obergräfenhainer Schule soll abgerissen werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:18 12.09.2017
Nach mehr als anderthalb Jahrhunderten ausgedient: Die einstige Obergräfenhainer Schule soll abgerissen werden. Quelle: Jens Paul Taubert
Anzeige
Penig/Obergräfenhain

Die Tage des historischen Obergräfenhainer Schulgebäudes sind gezählt. Hatten sich Kirchgemeinde und Kommune schon vor vier Jahren auf einen Abriss der seit Jahren leer stehenden Immobilie geeinigt, gibt es dafür jetzt einen Zeitplan. „Wir haben uns im Juni mit dem Kirchenvorstand und einem Vertreter des Landeskirchenamtes über das Vorgehen abgestimmt“, sagt Manuela Tschök-Engelhardt, Sprecherin der Stadt Penig, der LVZ. Im nächsten Jahr wolle man die Planungen vorbereiten und den Abbruchantrag stellen. 2019/20 sollten dann der Bagger anrollen und der beräumte Platz unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Maßgaben neu gestaltet werden.

Das Schulhaus war 1840 errichtet worden und bildet mit Kirche und Pfarrhaus ein Ensemble, das nicht nur das Dorfbild prägt, sondern das über Jahrzehnte ein Mittelpunkt dörflichen Lebens war. 1998 war die Grundschule geschlossen worden. Danach wurden einzelne Räume noch partiell genutzt, etwa für Arztsprechstunden. Bemühungen, einen Investor zu finden, der die Immobilie neu belebt, scheiterten. Zwar gab es Interessenten, die das Gebäude zum Beispiel zum Wohnhaus umbauen wollten, doch scheiterte dieses sinnfällige und für das Dorf positive Vorhaben an baurechtlichen Hindernisse, etwa der Nähe zum Obergräfenhainer Friedhof. Die Immobilie, ein Kirchschullehen – Grund und Boden gehören der Kirche, das Haus darauf ist kommunal – war zuletzt für die Stadt Penig nur noch ein Kostenfaktor. Gemeinsam mit der Kirchgemeinde wurde über Jahre nach Lösungen aus diesem Dilemma gesucht.

Geplant ist, wertvolle Bauteile der Schule, etwa das markante Portal aus Porphyr, zu bewahren. „Es gibt Überlegungen, es witterungsgeschützt zum Beispiel an der Friedhofsmauer anzubringen“, so Tschök-Engelhardt. Auf der Freifläche entstünden Stellplätze für die Friedhofsbesucher. Vielleicht ließe sich als Erinnerung an die Schule der Grundriss nachbilden, sagt die Stadtsprecherin: „Wir könnten zwei Landschaftsplaner bitten, Gestaltungsideen zu entwickeln.“ In einem zweiten Schritt könnte im nächsten Jahrzehnt der Schul-Sanitärtrakt, der sich in einem relativ guten Bauzustand befindet und der stehen bleiben soll, zu einer Bestattungshalle umgebaut werden. Die aktuell genutzte bietet nur wenigen Trauergästen Platz. All diese Überlegungen will der Peniger Bürgermeister Thomas Eulenberger (CDU) voraussichtlich diesen Monat im Stadtrat vorstellen: „Ich denke, das ist eine nachhaltige Lösung für Obergräfenhain.“

Von Ekkehard Schulreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Matthias Lehmann aus Lunzenau ist leidenschaftlicher Eisenbahnfan. Vor zwanzig Jahren erfüllte er sich seinen Traum vom eigenen Museum: Er ließ am 20. September 1997 das alte Bahnhofshäuschen von Obergräfenhain auf einen Tieflader hieven und die acht Kilometer nach Lunzenau fahren. Auch sonst steckt dieser Mann voll verrückter Ideen. Als Eisenbahnmützen-Liebhaber gründete er sogar seine eigene Stadt Groß-Mützenau.

15.09.2017
Grimma FDP-Kandidatin Katja Tavernaro - Für einen besseren Nahverkehr auf dem Lande

Sie ist Mutter von vier Kindern – das erdet: Die FDP-Bundestagskandidatin Katja Tavernaro macht sich für einen besseren Nahverkehr auf dem Lande stark und beklagt ein Bollwerk von Regeln für Asylbewerber.

15.09.2017

Einige Bürger vermuten Unregelmäßigkeiten, weil Wahlzetteln die rechte obere Ecke fehlt. Unter anderem gab es dazu in der Stadtverwaltung Grimma schon besorgte Nachfragen. Kreiswahlleiter Gerold Müller klärt auf, was es damit auf sich hat.

11.09.2017
Anzeige