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Oberhainer Feuerwehr stand vor zehn Jahren den Menschen in Klosterbuch bei

Oberhainer Feuerwehr stand vor zehn Jahren den Menschen in Klosterbuch bei

Eine Katastrophe war nicht absehbar, als die Freiwillige Feuerwehr von Langenleuba-Oberhain des 12. August 2002 kurz nach neun alarmiert wurde: Der Keller eines Wohnhauses im Dorf war vollgelaufen, und der anhaltende Regen hatte die Leuba erheblich anschwellen und über die Ufer treten lassen.

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Von einem Jahrzehnt half die Feuerwehr Langenleuba-Oberhain nicht nur im Heimatdorf, sondern auch an der Mulde.

Langenleuba-Oberhain. Keine drei Stunden später der nächste Einsatz: Holz behinderte den Abfluss des Wassers nahe des Oberhainer Reitplatzes. Dann aber kamen die Kameraden um Wehrleiter Günter Dittrich nicht mehr aus ihren Uniformen: 16.30 Uhr der nächste Keller in Oberhain, 20 Uhr der Notruf aus Penig, weil die Mulde längst über die Ufer getreten war, 22 Uhr Keller Oberhain...

Die Einsatzberichte, in denen Dittrich ein Jahrzehnt später blättert, rufen in Erinnerung, wie die Flut, die man bald darauf Jahrhunderthochwasser nennen wird, an Dynamik und Dramatik gewann. „Als wir am Abend in Penig ankamen, standen die Häuser an der Thierbacher Straße im Wasser. Die Leute sollten raus, doch nicht alle wollten evakuiert werden", erzählt Günter Dittrich: „Wir sind mit dem Schlauchboot von Haus zu Haus gefahren, haben die Leute rausgeholt." Als das Oberhainer Löschfahrzeug durchs tiefe Wasser zu einem entlegenen Haus fährt, legt die strömende Brühe plötzlich den Motor lahm, doch es gelingt, ihn wieder zu starten. „Dann haben wir daheim wieder gepumpt – die ganze Nacht." und die Ehrenabteilung hat Sand geschippt, vier, fünf Tonnen, um Säcke für Penig zu füllen. Wie schlimm und immer schlimmer die Flut an Elbe und Mulde wütete, der Oberhainer Feuerwehr-Chef sah es im Fernsehen. Sein Vorschlag, dort zu helfen, traf bei den Kameraden auf offene Ohren: „Ohne Einsatzbefehl, freiwillig, ohne Bezahlung."

Löschfahrzeug und B 1000 waren voll besetzt, als ein Dutzend Oberhainer Richtung Klosterbuch an der Freiberger Mulde startete. Die Leitstelle hatte signalisiert: „Fahrt dorthin. Die Leute schaffen es nicht mehr." Zwei Tage in Wasser und Schlamm Keller auspumpen, auch die geräumigen der alten Klosterkirche - so lange, bis sich der Fluss zurückzog und die Gemäuer nicht erneut geflutet wurden. Die Menschen seien dankbar gewesen, die Organisation habe geklappt: Die Helfer wurden verpflegt, die Fahrzeuge kostenlos betankt; diese Rechnung beglich später die Stadt Leisnig. Hat der Einsatz die Wehr zusammengeschweißt? Günter Dittrich zögert kurz: „Wir waren schon immer eine eingeschworene Truppe. Aber diese Bereitwilligkeit hat mich dann doch überrascht."

Im Jahr darauf kehrten die Oberhainer zurück an den Fluss, der so viel Unheil beschert hatte. Sie unternahmen gemeinsam eine Schlauchboot-Tour, vorbei an Klosterbuch. Dass binnen eines Jahres schon so viele Schäden beseitigt wurden, habe beeindruckt, sagt der Wehrleiter. Und ein bisschen stolz sei man gewesen. Und habe eine Menge Spaß gehabt, denn: „Diesmal war so wenig Wasser in der Mulde. Da mussten wir an manchen Stellen aussteigen und anschieben."

Ekkehard Schulreich

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