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Geithain Oldtimerfans tummeln sich in Terpitz
Region Geithain Oldtimerfans tummeln sich in Terpitz
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21:15 31.10.2018
Terpitz war am Wochenende Mekka für Oldtimerfans und Drachenbezwinger. Quelle: Julia Tonne
Frohburg

 Höhenflüge und Bodenständigkeit – kein Widerspruch. Jedenfalls nicht in Frohburgs Ortsteil Terpitz. Am Mittwoch war hier von ländlicher Idylle so gar nichts zu spüren, vielmehr avancierte der Elisenhof an diesem Tag zum Mekka der Drachenfreunde und Oldtimerfans. Eingeladen hatte der Oldtimerverein Kohren-Sahlis.

Mehrere hundert Besucher strömten auf das Gelände, Parkplätze waren schon kurz nach Eröffnung des traditionellen Drachenfestes rar. Allerdings nicht nur die für die aktuellen Modelle der Gäste, sondern auch die für die Oldtimerliebhaber. Um die 200 alte Autos präsentierten sich auf den Wiesen rund um den Elisenhof. Die stolzen Besitzer standen Rede und Antwort zu den bewundernswerten Fahrzeugen.

Kein Durchkommen rings um den Elisenhof in Terpitz: Am Mittwoch war dieser in fester Hand mehrerer hundert Oldtimerfans und Drachenfreunde. Für Liebhaber alter Autos war es der letzte Tag der Saison.

Liebhaberstücke erfordern Vier-Seiten-Hof

Deren Bandbreite reichte von Trabi über Wartburg bis hin zu verschiedenen Varianten von Ford und Chevrolet. Letztere kann Familie Pluntke ihr Eigen nennen, in den Garagen auf ihrem Vier-Seiten-Hof beherbergen sie einen Ford Mustang, Baujahr 1966, und einen Chevi, Baujahr 1953. Vater Mario hat beide in liebevoller Detailarbeit vor Jahren restauriert.

Kein Wunder also, dass die beiden Prachtstücke etliche Blicke auf sich ziehen, wenn er mit Frau Peggy und den zwei Kindern Tim und Lilly damit unterwegs ist. „Na klar ist das ein recht preisintensives Hobby“, sagt Mario Pluntke. Erst recht, wenn man sämtliche Ersatzteile in den USA bestellen müsse. „Aber andere segeln und fahren Motorrad. Auch dafür kann man viel Geld lassen.“

Schnelle Medizinische Hilfe ist ein Kindheitstraum

20 Jahre lang war Enrico Schellenberg auf der Suche, bis er seinen Traum fand und ihn dem Vorbesitzer abkaufte. Ein Barkas B1000 SMH 2 – 4 musste es sein, ein Fahrzeug, Baujahr 1989, der Schnellen Medizinischen Hilfe. „Mein Opa war früher Sanitäter und hat mich mit einem solchen Wagen oft von der Schule abgeholt“, erinnert sich Schellenberg.

Für ihn also ein Herzenswunsch, ein solches Fahrzeug selbst zu haben. Fündig wurde der Leipziger in diesem Jahr in seiner Heimatstadt, redete lange auf den Vorbesitzer ein, bis dieser schließlich nachgab. Mittlerweile ist die SMH nach der Wende erstmals wieder zugelassen, und nächstes Jahr dann rückt sie in den erlauchten Kreis der Oldtimer auf, wird also 30 Jahre alt.

Drachen fehlt der Wind

Mit von der Partie waren am Mittwoch auch Stanley Hänel und Thomas Wettstein aus Großolbersdorf. Sie waren mit ihren UAZ gekommen – mit Vehikeln des russischen Automobilherstellers Uljanowski Awtomobilny Sawod. Auch die zwei haben lange Jahre Geduld bewiesen, bis ihr Traum in Erfüllung gehen konnte. „Bei uns ist es wie bei den meisten Oldtimer-Besitzern: Wir haben irgend eine Kindheitserinnerung daran und wollten uns die bewahren.“

Buntes Treiben herrschte auch rund um die Stellplätze der alten und restaurierten Autos. Etliche Besucher hatten ihre Drachen mitgebracht. Nur eines spielte nicht mit: der Wind. Dennoch ließ sich Familie Schubert aus Terpitz den Versuch nicht nehmen, ihre bunten Drachen einige Meter vom Boden zu hieven. „Schon allein, weil wir hier immer etliche Freunde treffen, sind wir jedes Jahr hier.“

Von Julia Tonne

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