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Geithain Orangerie der Burg wird instand gesetzt
Region Geithain Orangerie der Burg wird instand gesetzt
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00:21 12.07.2018
Die Orangerie der Burg Gnandstein wird derzeit instand gesetzt. Quelle: Jens Paul Taubert
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Frohburg/Gnandstein

An dem kleinen Gebäude mit der markanten Fensterfront, errichtet am Südhang der Gnandsteiner Burg, tut sich etwas. Das Haus, einst Orangerie der Burg, wird jetzt instand gesetzt. Das Mauerwerk wird trockengelegt, das Fachwerk hergerichtet. Auf das Dach kommen wieder Biberschwanzziegel, Fenster und Türen des um 1700 errichteten Bauwerks werden erneuert.

Vorbau ist bereits abgetragen

Ein Vorbau an der Nordseite, der viel später angefügt wurde, nicht unter Denkmalschutz stand und den Gesamteindruck störte, wurde bereits abgetragen. Es gehe „um statisch-konstruktive Sicherung der Gebäudesubstanz und die denkmalgerechte Wiederherstellung“, sagt Tobias Lorenz vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilienmanagement SIB, das als Bauherr fungiert.

Die Orangerie der Burg Gnandstein wird derzeit instand gesetzt. Foto: Jens Paul Taubert Quelle: Jens Paul Taubert

„Besonderes Augenmerk wird auf die Wiederherstellung der großflächigen, zweigeschossigen Orangerieverglasung gelegt. Glasteilung und Tragkonstruktion orientieren sich an den historischen Befunden. Verglasungsart und Lichtdurchlässigkeit des Glases wurden entsprechend der Pflanzenverträglichkeit ermittelt.“ Der Freistaat Sachsen investiere allein dafür 520 000 Euro. Darüber hinaus saniere man auf Burg Gnandstein die westlichen Stützmauern und Terrassen, die so genannte Westwehr, um die Verkehrssicherheit zu erhalten. In diese Sicherungsmaßnahmen würden 680 000 Euro investiert.

Gärtner lagert im Winter die Pflanzen ein

„In dem Raum mit dem großen Fenster lagert unser Gärtner heute noch über den Winter die Pflanzen ein“, sagt Falk Schulze vom Burgmuseum. Er freue sich, dass die Orangerie wieder hergestellt werde. Wann sie erbaut wurde, lasse sich nicht auf das Jahr genau sagen. Man müsse von der Wende zum 18. Jahrhundert ausgehen. „Damals bezeichnete der Begriff Orangerie häufig nicht nur das Gebäude, sondern auch die exotischen Pflanzen selbst.“ Bis heute nutze man das Haus, das auf einer der historischen Schlossgärtnerei-Terrassen stehe, für die Anzucht und die Überwinterung von Pflanzen.

Hier betrieb nach 1945 Gärtner Sporbert seinen Gartenbaubetrieb – bis in die Wendezeit hinein. „Er nutzte das Gebäude als Wohnhaus“, so Schulze. Erst 1996 erwarb der Freistaat die Schlossgärtnerei und fügte dieses wichtige Element der Burg wieder ein in den historischen Gesamtzusammenhang.

Von Ekkehard Schulreich

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