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Geithain Orchester-Landschaft im Kreis Leipzig: Die Angst spielt immer mit
Region Geithain Orchester-Landschaft im Kreis Leipzig: Die Angst spielt immer mit
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17:17 17.12.2015
Haben Existenzangst: die Musiker des Leipziger Symphonieorchesters Quelle: Archiv
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Böhlen/Bad Lausick


Die Botschaft des Gutachtens muss den Musikern große Sorgen bereiten. „Im Grunde gibt es ja nur zwei Empfehlungen“, sagt LSO-Manager Hans-Ulrich Zschoch. Entweder eine Erhöhung des Budgets für beide Klangkörper, was Zschoch für unrealistisch hält. Oder die Auflösung eines Orchesters zugunsten des anderen, für das die vorhandene Mittel dann reichen würden (die LVZ berichtete). Die Verantwortlichen beim LSO suchen deshalb nach Möglichkeiten, das Überleben beider Ensembles zu sichern. Zschoch: „Das war eigentlich der Auftrag für die Gutachter.“ So müsse es gelingen, ein Gleichgewicht zwischen der Zahl der Konzerte im Landkreis Leipzig und in Nordsachsen herzustellen. Etwa durch eine Anrechtsreihe in Torgau oder die Nutzung von Spielstätten im Landkreis Nordsachsen oder Sonderkonzerte in Kirchen dort. Und Zschoch versteht auch den Kulturkonvent nicht, der mit den gutachterlichen Handlungsoptionen dazu kommen könnte, Kultur abzuschaffen. „Das ist nicht dessen Aufgabe.“

Wie das LSO stürzen sich auch die Musiker der Bläserphilharmonie in die Arbeit. Schulze verweist auf das Mammutprogramm, das die Musiker absolvieren – etwa Auftritte im Leipziger Gewandhaus, beim Oschatzer Weihnachtsmarkt, im Hamburger Michel und im Partnerkreis Esslingen innerhalb von vier Tagen. „Wir müssen die Menschen und die Entscheider erreichen.“ Für ihn ist klar, dass die ehemaligen Rundfunkbläser das Ende der Fahnenstange erreicht haben, was mögliche Einsparungen anbelangt. Zwar sei es möglich, Fördermittel aus Bundesprogrammen zu akquirieren, aber die seien immer projektbezogen. Die Existenzprobleme haben alle Musiker im Kopf. „Aber wir machen unsere Arbeit“, sagt Schulze. Das ist beim LSO nicht anders.

Bei der Abwicklung eines Orchesters droht zahlreichen Musikern das berufliche Aus. Die Zeiten, in denen das LSO nach dem großen Generationswechsel durch das Ausscheiden vieler Musiker, die schon zu DDR-Zeiten hinter den Pulten saßen, zu einem jungen Ensemble wurde, sind vorbei. Etwa zehn Jahre. „Wir sind gemeinsam gealtert“, sagt Zschoch, so dass das LSO heutzutage ein Durchschnittsalter von 40 Jahren hat. Bei der Bläserphilharmonie sind es gar 45 Jahre. In jedem Fall ein Alter, in dem auch Arbeitnehmer in anderen Branchen als eher schwer vermittelbar gelten. Bei Orchestermusikern sieht es noch schlimmer aus. Die müssten dann mit jungen Absolventen von erstklassigen Musikschulen konkurrieren. Aber nicht einmal dazu würde es wohl im Falle eines Falles kommen. „Musiker, die älter als 30 sind“, sagt Zschoch, „werden an sich gar nicht mehr zu Vorspielen eingeladen.“

Von Nikos Natsidis

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