Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Otterwisch will raus aus der Verwaltungsgemeinschaft mit Bad Lausick

Otterwisch will raus aus der Verwaltungsgemeinschaft mit Bad Lausick

Otterwisch betrachtet sich bereits als Teil der Stadt Grimma. Seit fast zwei Jahren ist die Tinte trocken unter der Eingliederungsvereinbarung. Doch noch gilt die Bindung Otterwischs via Verwaltungsgemeinschaft an Bad Lausick.

Voriger Artikel
Neuer Kindergarten in Niedergräfenhain bekommt naturnahes Außengelände
Nächster Artikel
Pfarrer Fischer verlässt Frohburg mit Wehmut

Diese Bank darf getrost als Gleichnis gelten für das Verhältnis zwischen der Kurstadt und der nördlichen Nachbargemeinde Otterwisch.

Quelle: Jens Paul Taubert

Otterwisch/Bad Lausick. Otterwisch und der Landkreis Leipzig warten jetzt auf ein klärendes Wort der Verwaltungsrichter. Aber ausgestanden muss der Streit damit noch lange nicht sein.

 

 

"Eine verworrene Situation? Die gibt es nicht." Matthias Kauerauf, parteiloser Bürgermeister von Otterwisch, ist nicht bereit, nur Zentimeter abzurücken von seinem Kurs. Der führt raus aus der immer ungeliebten Zwangsgemeinschaft mit Bad Lausick, die seinerzeit das sächsische Innenministerium schmiedete, und rein in die Große Kreisstadt Grimma. "Das ist so, weil das unsere Bürger wollen. 95 Prozent der Otterwischer haben sich dafür entschieden", sagt Kauerauf. Ob er und der Bad Lausicker Bürgermeister Josef Eisenmann (CDU) miteinander könnten oder nicht, habe damit überhaupt nichts zu tun. "Wir haben alles erfüllt, um den Schritt nach Grimma gehen zu können. Da sollte man doch der Demokratie endlich ihren Lauf lassen."

 

 

Mit man meint Kauerauf das Landratsamt in Borna. "Es gibt Leute dort, die wollen die Rechtslage nicht anerkennen." Nicht das Innenministerium habe über Auflösung oder Bestand der Verwaltungsgemeinschaft zu entscheiden, sondern das Landratsamt. "Das hätte längst geschehen müssen, doch man windet sich." Kauerauf meint dahinter nicht zuletzt parteipolitische Interessen zu erkennen. Die aber seien ihm schnurz. Es gebe eine 2011 unterschriebene Eingemeindungsvereinbarung mit Grimma, es gebe den strikten Bürgerwillen. Nun solle das Verwaltungsgericht Leipzig der Otterwischer Sache zu ihrem Recht verhelfen.

 

 

"Das Landratsamt muss auch regionalplanerische Interessen vertreten. Das ist ein ganz gewichtiger Aspekt", sagt das Bad Lausicker Stadtoberhaupt Josef Eisenmann. Grundzentren wie die Kurstadt müssten langfristig in den Stand versetzt werden, ihre Aufgaben zu erfüllen. Dazu bedürfe es auch einer ausreichenden Zahl an Einwohnern, also der Gemeinde Otterwisch. "Infrastrukturell ist Otterwisch bei uns besser aufgehoben als in einer Großgemeinde wie Grimma", meint Eisenmann. Wohin jemand zum Einkaufen fahre oder ob es einen Grundschulbezirk mit Großbardau gebe, spiele da keine Rolle. Er bekräftigte damit die Haltung des Bad Lausicker Stadtrates, der es im Frühjahr 2011 abgelehnt hatte, den Vertrag mit Otterwisch zu kündigen und der nördlichen Landgemeinde den Weg nach Grimma freizumachen. Ein Gesprächsversuch zwischen Parlamentariern beider Orte hatte zu keiner Annäherung geführt (die LVZ berichtete).

 

 

"In der nächsten Legislaturperiode wird sich der Landtag sowieso mit einer nächsten Gebietsreform befassen", hält Matthias Kauerauf entgegen. Bad Lausick plus Otterwisch kämen 2025 kaum noch auf 10 000 Einwohner: "Das würde auf lange Sicht ohnehin nichts bringen." Dass es das Verwaltungsgericht vermag, endgültig zu klären, Kauerauf glaubt das nicht: "Der Verlierer wird in die nächste Instanz gehen."

 

 

Der Landkreis Leipzig betrachte sich in dieser Auseinandersetzung als eine Art Rechtsnachfolger des sächsischen Innenministeriums, sagt Behördensprecherin Brigitte Laux. "Aus unserer Sicht gibt es allerdings keinen Ansatz, der Entscheidung des Ministeriums nicht zu folgen." Neue Fakten, die zu einer veränderten Bewertung durch den Landkreis führen müssten, könne sie nicht erkennen. "Nachdem uns nun die Klagebegründung vorliegt, wird in den nächsten Wochen unser Schriftsatz an das Gericht gefertigt."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.10.2013

Ekkehard Schulreich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Geithain
20.10.2017 - 07:05 Uhr

Landesklasse Nord: Der BSV bleibt personell gebeutelt und will am Sonnabend trotzdem was Zählbares mitnehmen.

mehr
  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Kommen Sie an Bord: Am Sonntag, 22. Oktober 2017, laden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse in das LVZ Verlagsgebäude ein. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr