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Packende Rennen auf dem Frohburger Dreieck

Packende Rennen auf dem Frohburger Dreieck

Für ein gelungenes Selfie mit Rennfahrer musste man sich in diesem Jahr nicht unbedingt ganz nah an die Strecke heranmogeln. Denn erstmals in der Geschichte des Frohburger Dreieck-Rennes gab es die Show vor dem Sport.

Gut dreißig Rennfahrer mit ihren Maschinen knatterten am Freitagabend im Konvoi mit Polizeibegleitung vom Fahrerlager zum Marktplatz, wo eine ansehnliche Menschenmenge schon auf die Fahrerpräsentation wartete.

 Aber natürlich können die Fans in Frohburg auch an den Renntagen dicht ran an die Herren (und Damen) und deren heiße Öfen, denn der Zugang zum Fahrerlager ist für alle zahlenden Besucher frei. Was beide Seiten genießen. Die einen beim Gucken und Autogramme sammeln, die anderen beim Schrauben, Entspannen und Warten. "Nein, das stört überhaupt nicht, dass die Leute stehenbleiben und mit uns reden", sagt der Schweizer Urs Brechbühl und hält beim Polieren der abgenommenen Verkleidung des Gespanns inne, das Remy Gasche fährt. "Das ist gut, das ist auch Werbung für uns und für diese Meisterschaft."

53. Frohburger Dreieckrennen.

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 Ein paar Meter weiter plaudern Ulrich Weißer und Stephan Schönherr aus dem Erzgebirge mit Sophia Kirchhofer. Die Schweizerin ist die Beifahrerin von Michael Grabmüller (Österreich) im Sidecar. Das Gespann ist neben reichlich 30 anderen im aktuellen Kalender der Seitenwagen-Rennserie abgebildet. Sechs Teams haben die beiden Motorsportfans aus dem Erzgebirge schon gefunden, jetzt bitten sie die junge Copilotin um ein Autogramm. Der Fahrer schläft gerade. Doch auch auf den einen Namenszug können die beiden Männer stolz sein. Grabmüller und Kirchhof gewannen nämlich am Sonnabend den ersten Sidecar-Lauf im Wimpernschlagfinale, gestern drehten Ken Knapton (GB) und Enrico Roick (D) den Spieß nach nicht weniger spannendem Rennen um.

 Auch auf der Strecke zeigen sich die Rennfahrer ihren Fans verbunden. Jedenfalls nach der letzten Runde, wenn Konzentration und Anspannung abgelegt werden können. Dann heult mancher Motor rhythmisch auf zum Gruß, wird das Vorderrad hochgerissen oder der Fahrer verbeugt sich stehend auf der Maschine. Das zahlreiche Publikum auf den Tribünen dankt mit Klatschen, Jubelrufen und dem obligatorischen Winken mit dem Programmheft.

 Wenn Torsten Schmidt, zweiter Vorstandsvorsitzender des MSC Frohburger Dreieck und neben Rennleiter und Vereinschef Tom Nowka einer der Hauptorganisatoren, das vom Sprecherturm aus beobachtet, ist er stolz, sieht er doch den Beinamen "Rennstadt" für seine Heimat wieder einmal bestätigt: "Darauf sind wir stolz", sagt der Mann, der sich das Mikrofon mit Wolfgang Wirth teilt, einem Urgestein des Motorrennsports in Sachsen: Vierzig Jahre ist er Sprecher am Sachsenring, zwanzig Jahre war er dort Pressechef. Damit die Zuschauer rund um die Strecke das, was auf dem Turm gesagt wird, auch hören können, hat Beschaller Roy Strehle rund 7000 Meter Kabel verlegt. Ein Job, den dessen Vater in Frohburg schon zu DDR-Zeiten gemacht hat.

 Immer kurz vor den Rennen kommt Bewegung ins Fahrerlager. Dann schaffen die Fahrer ihre Nennung ins Rennbüro und stellen ihre Maschinen zur technischen Abnahme vor. Danach stellen sie sich in der Zufahrtsgasse zur Rennstrecke in einem Spalier von Schaulustigen auf, wo bis zum letzten Moment an den meisten Maschinen noch die Reifen gewärmt werden. Wenn sie auf die Strecke herausfahren und Aufstellung nehmen, steigt auch bei den Zuschauern und Fans die Spannung. Wer kommt am besten weg? Wer liegt nach der ersten Runde vorn? Was machen die Lokalmatadoren? Das 53. Frohburger Dreieckrennen ist jetzt Geschichte, die Karawane zieht weiter. In einem Jahr kommt sie wieder.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.09.2015

André Neumann

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