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Geithain Pächter vom Geithainer „Schützenhaus“ ziehen die Reißleine – Fachpersonal fehlt
Region Geithain Pächter vom Geithainer „Schützenhaus“ ziehen die Reißleine – Fachpersonal fehlt
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10:48 14.03.2016
Das aktuelle „Schützenhaus“-Team (v. li.): Armin Weiske, Steffi Weiske, Annett Weiske und Tobias Schumann.  Quelle: Jens Paul Taubert
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Geithain

 Wie lange es das Geithainer Schützenhaus bereits gibt, ist nicht gesichert, auf jeden Fall viele Jahrzehnte schon. Fakt ist dagegen: Pächter Armin Weiske und seine Frau Steffi werden die Gastronomie des renommierten Hauses nur noch wenige Monate weiterführen. Ende Januar 2017 ist für sie Schluss. Und dass nicht, weil das Haus nicht liefe: Nicht an den Gästen fehlt es, sondern am Personal. Weißes und der Eigentümer suchen deshalb nach einem Gastronomen, der das Schützenhaus weiterführen möchte.

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Die Karnevalisten des GCC haben im Geithainer „Schützenhaus“ ihr Domizil und im Saal ihre Spielstätte.

Dass der sich findet, hoffen viele in der Stadt. Die Karnevalisten des GCC etwa, die hier ihr Domizil und im Saal ihre Spielstätte haben. Die Schachfreunde, die hier ihr Sommerschachturnier ausrichten. Die fußballverrückten Alten Knochen mit ihrem Stammtisch. Die Familien, die Firmen, die Feiern ausrichten. „Loszulassen fällt uns nicht leicht. Wir möchten niemanden enttäuschen, aber die Arbeit ist nicht mehr zu schaffen. Es geht längst an die Substanz“, sagt Armin Weiske und meint vor allem die Küche, die seine Frau Steffi allein bewältigt. Tochter Annett kümmert sich um den gesamten Service. Kein versiertes Personal zu finden, lautet Weiskes Fazit nach monatelanger intensiver Suche um Unterstützung. Vor allem freitags, sonnabends, sonntags, wenn in der Gastronomie das Geld verdient werde, sei die Neigung, in der Küche oder am Tresen zu stehen, heute nicht mehr im erforderlichen Maße ausgeprägt.

1994 hatten Steffi und Armin Weiske als Quereinsteiger das Schützenhaus übernommen, eine Immobilie, die in der DDR-Zeit der Konsum als „Grüne Aue“ betrieb und die der Alteigentümer nach der Wende zurückerhielt. „Bereut haben wir das keinen Augenblick“, sagt Weiske, längst Gastwirt mit Leib und Seele. 2014 feierten sie ihr 20-Jähriges und das 150-Jährige des Schützenhauses. Allerdings reichen die Wurzeln wohl deutlich weiter zurück, wie das Deckblatt der Speisekarte erzählt: Anno 1521 nämlich luden Hallenser die Geithainer Armbrustschützen ein zu einem Kräftemessen. Ergo wären demnächst sogar 500 Jahre zu feiern.

Dass dem Eigentümer, der im Bayrischen lebe, das Haus am Herzen liegt, zeige die Sanierung, die seither erfolgt ist. „Ein Nachfolger fände sozusagen ein gemachtes Nest.“ Allerdings müsse es einer sein, der auf sächsische Bürgerlichkeit setze. Armin Weiske ist zuversichtlich, dass sich ein solcher Interessent findet: „Wir möchten ja schließlich auch mal gut essen gehen.“

Von Ekkehard Schulreich

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