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Partner von Geithain schenken Glühwein aus und stecken Erlös in die Jugendarbeit

Tradition Partner von Geithain schenken Glühwein aus und stecken Erlös in die Jugendarbeit

Kinderprogramm, Weihnachtsmann-Sprechstunde und Winzerglühwein aus Veitshöchheim: Der Geithainer Weihnachtsmarkt am ersten Advent lockte nicht nur die Bewohner, sondern auch Auswanderer und Bewohner der Partnerstadt auf den Markt. Die Organisatoren, der Gewerbeverein der Stadt, verzichteten auf den Handel und setzten auf Genuss.

Die Eisenbahn auf dem Geithainer Weihnachtsmarkt war der Renner für die Kinder.

Quelle: Peter Ruf

Geithain. Drei Tage lang haben der Gewerbeverein und die Stadt Geithain zum Weihnachtsmarkt eingeladen. Und die Besucher folgten der Einladung zahlreich. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Besuch in diesem Jahr“, so Jan Brunswig, Vorsitzender des Gewerbevereins Geithain.

Der Markt in Geithain war wieder bunt geschmückt. Der große Weihnachtsbaum überragte alle 14 Buden, in denen hauptsächlich Essen und Trinken angeboten wurde. Der Duft von Roster und Glühwein lag in der Luft „Das finde ich gut, dass es nur Essen und Trinken gibt. Das ist besser als Stände mit Sachen, die man sowieso nicht braucht“, meint Kathrin Hendriock. Die Geithainerin kommt jedes Jahr mit Mann und Kind. „Da trifft man alle Bekannte und kann miteinander schnattern. Wenn in Geithain was los ist, dann muss man auch dabei sein.“ Uwe Krause sieht es ähnlich. „Ich bin eigentlich nicht so für Weihnachtsmärkte, aber auf den Geithainer Markt komme ich gern.“ Er hat was gegen die zunehmende Kommerzialisierung von Weihnachten. „Das ist in Geithain anders. Es geht nicht ums Verkaufen. Man trifft sich bei Glühwein und Roster, um sich miteinander auszutauschen.“ Er findet es toll, was da der Gewerbeverein auf die Beine stellt. „Es würde in Geithain etwas fehlen, wenn wir dieses Ereignis nicht hätten.“

Andere vermissten aber die Händler, die auch Geschenke und Kunstartikel anbieten. „Ich weiß nicht, warum es die Geithainer nicht schaffen, Erzgebirgische Kunstwaren oder ähnliches auf den Markt zu bringen. Früher hatte man mehr Auswahl“, meinte Rolf Ebner. Er freute sich aber auf die Ziehung der Gewinne in der großen Tombola. Seine Frau habe schon mehrfach gewonnen – von einer Gans mit Bräter bis hin zu einem Reisegutschein. „Ich hoffe, dass es in diesem Jahr auch wieder klappt.“ Jeden Tag gab es eine Tagesziehung und am Schluss am Sonntagabend eine große Hauptziehung.

Andreas und Ramona Schnelle waren extra aus Köln zum Weihnachtsmarkt angereist. Sie stammten eigentlich aus Geithain – sind aber 1989 nach Köln gezogen. „Die Heimat ist einfach schön. Da kommen wir immer wieder gerne zurück. Und im Ruhestand – da werden wir auch wieder in die Region ziehen“, meinte Andreas Schnelle. Die beiden vermissten aber auch Geschenkwaren aus dem Erzgebirge. „Das gehört zur Heimat doch dazu.“

Der Partnerort Veitshöchheim war wieder mit einem Glühweinstand auf dem Geithainer Weihnachtsmarkt vertreten. Oswald Bamberger, der Partnerschaftsbeauftragte aus Veitshöchheim, ist bis zu fünfzehn Mal im Jahr in Geithain. Für ihn war die Teilnahme selbstverständlich – als Pflege der Partnerschaft. „Wenn sich nur die Kommunen begegnen, langt es nicht. Partnerschaft funktioniert nur, wenn sie auf allen Ebenen passiert – mit Vereinen, aber auch mit jedem einzelnen Bürger.“ Deshalb ist er mit seinen Mitstreitern nun seit 15 Jahren auf dem Geithainer Weihnachtsmarkt. Der Erlös des Verkaufs des echten Winzerglühweins fließt nach Geithain zurück. „In diesem Jahr geben wir das Geld für die Jugendarbeit in unserer Partnerstadt. Mit über 20 000 Euro haben wir in den letzten 15 Jahren Projekte in Geithain unterstützen können.“

Während auf dem Weihnachtsmarkt das getan wurde, was die Geithainer lieben – sich zu treffen, miteinander zu reden und dabei die kulinarischen Angebote der Stände zu genießen – sorgte das bunte Bühnenprogramm für die Unterhaltung der Gäste. Drei Kindertagesstätten – „Kinderland“, „Little Stars“ und „Wurzelbude“ – erfreuten am Freitag die Besucher mit Weihnachtslieder und Weihnachtsgedichte. Am Samstag- und Sonntagnachmittag hat der Weihnachtsmann Sprechstunde für Kinder angeboten. Er kam mit einem nicht ganz der Witterung entsprechenden Capriolet zu seinem Auftritt. Matthias Hoger, der sich hinter der Maske des Weihnachtsmannes verbarg, hörte sich die Wünsche der Kinder an und versprach, sie weiterzuleiten. Und wer dann noch ein kleines Gedicht aufsagen oder ein Lied vorsingen konnte, bekam ein kleines Geschenk.

Der Samstagabend gehörte dann der Jugend bei der „Apres Ski-Party“ mit Livemusik von Frank Proft. „Ich bin sowas von stolz, dass alles so gut geklappt hat. Und die Zusammenarbeit mit der Stadt war in diesem Jahr hervorragend“, schwärmte Jan Brunswig am Ende des Weihnachtsmarktes. Traditionell organisiert der Gewerbeverein mit seinen derzeit knapp 40 Mitgliedern den Weihnachtsmarkt. „Dies ist definitiv ein Dankeschön an die Bürger in Geithain, die so gut zusammenstehen.“ Er freut sich auf den Weihnachtsmarkt im nächsten Jahr.

Von Peter Ruf

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