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Geithain Patentiertes Pflaster macht Borde überflüssig
Region Geithain Patentiertes Pflaster macht Borde überflüssig
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13:09 05.08.2010
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. 100 000 Euro wurden dafür investiert, um die Eigenentwicklung auf den Markt zu bringen. Im Sommer 1990 als GmbH neu gestartet, zählt das Unternehmen zu den großen Arbeitgebern in der Kurstadt. Die LVZ sprach mit Gründer und Geschäftsführer Joachim Czichos über die Situation auf dem Bau.

Frage: Im Augenblick brummt es. Das übliche Sommerloch fällt aus?

Joachim Czichos:

Danach sah es im vergangenen Jahr kaum aus. Wie stark traf die Rezession das Unternehmen? Drei Millionen Euro fehlten uns am Umsatz. Diese Lücke können wir in diesem Jahr schließen. Die Förderung über das Konjunkturprogramm wirkte viel zu spät. Wegen des harten Winters ging es erst im April/Mai richtig los. Wir haben den Winter aber genutzt, um uns an jeder Menge Ausschreibungen zu beteiligen. Im Fertigteil-Bereich haben wir vorproduziert: Wände, Decken, Treppen, Balkone. Wir konnten im Frühjahr schnell liefern, aber wir müssten das alles erstmal vorfinanzieren und vorproduzieren. Mehr Arbeit heißt mehr Arbeitskräfte? Unsere Stammbelegschaft von 120 Leuten haben wir um rund 20 Mitarbeiter aus Zeitarbeitsfirmen aufgestockt. Aber der Markt für Fachleute ist langsam abgegrast. Da bin ich heilfroh, dass wir viele von denen, die wir ausgebildet haben in der Vergangenheit, behalten haben. Nehmen im Spätsommer neue Lehrlinge ihre Ausbildung auf? Drei Bewerber haben wir bisher statt der üblichen 15 bis 20. Dabei wollten wir fünf Stellen neu besetzen. Für das Einsteinpflaster hat das Betonwerk Bad Lausick vor Monaten die Exklusivrechte gekauft. Jetzt haben Sie selbst ein Pflaster-Patent angemeldet? Der sogenannte H-3-Plus-Stein, an dessen Entwicklung André Kipping maßgeblich Anteil hat, bringt eine Erleichterung vor allem für den landwirtschaftlichen Wegebau. Er benötigt keine Borde. Um ihn herzustellen, mussten wir die Anlage in Bad Lausick umrüsten, einen Roboter und neue Formen anschaffen. 100 000 Euro haben wir investiert. Im August startet die Produktion. Welche Rolle spielt der Bau der Autobahn 72 am Auftragsvolumen? Seit Mitte Juli liefern wir zusammen mit Cemex den Fertigbeton für 19 Brücken und Durchlässe zwischen Rathendorf und Borna. Das macht knapp ein Viertel unserer Beton-Jahresproduktion aus. Das Ganze geht bis Ende 2011. In Dresden bauen Sie unmittelbar neben der Frauenkirche? Dort entsteht ein Fünfgeschosser mit Dressler Bau. Wir liefern aus unsererm Thierbacher Werk die gesamten Fertigteile und montieren sie. Ein ähnliches Gebäude haben wir bereits ebenfalls am Neumarkt errichtet. Das Betonwerk Bad Lausick hat zu tun. Hat die Bauwirtschaft die Zeit der Krise überstanden? Das kann man so nicht sagen. Der Wohnungsbedarf ist in Deutschlands erstmals nach 300 Jahren gedeckt. Die Überkapazitäten, die wegen des Nachholebedarfs nach der Wende entstanden, drücken noch immer. Die Preise für Stahl, Zement, Energie ziehen wieder an und mindern die Erlöse. Und nicht zuletzt: Die Bürokratie baut große Hürden auf. Die Politik sollte bedenken, dass das Sparen an Investitionen die Erholung der Wirtschaft bremst. Und das Hineinregieren in die Wirtschaft sollte sich die Politik ohnehin verkneifen.

Ekkehard Schulreich

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