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Geithain Pfarrer Fischer verlässt Frohburg mit Wehmut
Region Geithain Pfarrer Fischer verlässt Frohburg mit Wehmut
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15:36 19.05.2015
Wird morgen aus seinem Amt verabschiedet: Pfarrer Michael Fischer, der seit 2005 im Kirchspiel wirkte. Quelle: Jens Paul Taubert

Im August 2005 trat der 64-Jährige die Pfarrstelle in Frohburg an. Zuvor war er seit 1983 Pfarrer in Zittau. Gesundheitlich bedingt geht er nun etwas zeitiger in den Ruhestand. Doch ein Nachfolger ist für die Frohburger bereits in Sicht.

Schon beim Amtsantritt stand für Michael Fischer, den gebürtigen Leipziger, dessen erste Pfarrstelle übrigens einst in Ramsdorf und damit im Bornaer Kirchenbezirk war, fest: Frohburg sollte seine letzte Pfarrstelle werden. "Wenn ich es gesundheitlich schaffe, würde ich gern bis 65 bleiben. Aber das hängt davon ab, ob meine Art angenommen wird, das Klima untereinander stimmt. Nur aussitzen würde ich die Sache auf keinen Fall", hatte er im Oktober 2005 - sechs Wochen nach Amtsantritt geäußert. Dass es nicht ganz so lange wird, ist einer schweren Operation vor zwei Jahren geschuldet. Denn Fischer geht durchaus mit Wehmut: "Ich war sehr gern hier. Es war ein sehr gutes Miteinander, ob in unserem 1550 Gemeindeglieder zählenden Kirchspiel oder mit der katholischen und evangelisch-freikirchlichen Gemeinde. Ich werde Frohburg in sehr guter Erinnerung behalten. Und wenn mal eine Vertretung nötig ist, komme ich gern mal wieder her."

Mit seiner Frau Birgit geht er nun zurück nach Leipzig, wo auch seine Mutter wohnt. Für Ende Oktober ist der Umzug geplant. Die Eile hat dabei ihren guten Grund: Schon am 10. November soll der Nachfolger Fischers sein Amt antreten: Der aus dem Vogtland stammende Thomas Wawerka, für den es die erste Pfarrstelle ist. "Ich freue mich mit, dass der Übergang so reibungslos verläuft, nicht erst Zeit von anderen überbrückt werden muss", sieht das der Noch-Frohburger mit einem lachenden Auge. Er freut sich darauf, mehr Zeit für die Kinder und Enkel zu haben. Die zwei Töchter und zwei Söhne sind inzwischen allesamt aus dem Haus. Pfarrer wurde keiner. "Welche Richtung sie beruflich einschlagen, sollten sie immer selbst entscheiden können", begründet das der scheidende Pfarrer. Er selbst wollte nach Schule und Abi eigentlich in Leipzig Mathe studieren. "Doch das wurde mir trotz erfolgreicher Aufnahmeprüfung verwehrt. Ob das an meinem Engagement in der Kirchgemeinde lag oder daran, dass ich nicht Mitglied der FDJ war, weiß ich nicht", sinniert er. So studierte er 1968 in Leipzig und Berlin Theologie.

Und bereute das nicht. Auch in Frohburg machte er dabei neue Erfahrungen. Ob es das alljährliche Chöretreffen war, wo ihn das herzliche Miteinander kirchlicher und städtischer Ensembles faszinierte, ob die Kirchspielfeste oder die 775-Jahr.Feier Frohburgs, in die sich das Kirchspiel aktiv einbrachte, oder der Quempas am 1. Weihnachtsfeiertag. Er schätzte die tolle Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern und den Kirchenvorstehern, mit der Frohburger Stadtverwaltung wie auch die Hilfe seiner Frau, die ihm in vielen Dingen den Rücken freihielt, als Kirchenchormitglied aktiv war, als Orgelvertretung fungierte, im Mutti-Kind-Kreis in der Kinder- und Jugendbegegnungsstätte am Wolfslückenweg aktiv wirkte...

"Wenn wir in den acht Jahren 140 Kinder im Kirchspiel taufen konnten, kommt das nicht von ungefähr", schmunzelt Fischer. In seiner Amtszeit konnten die Greifenhainer Kirche saniert, die Orgel und der Altar in Eschefeld restauriert werden. Die Frohburger Kirche erhielt ein neues Dach und Buntglasfenster. "Ich hoffe, im nächsten Jahr gelingt es, die Orgel in Frohburg auf Vordermann zu bringen. Und der Altar in der Benndorfer Kirche harrt auch noch der Restaurierung", wirft er einen Blick in die nahe Zukunft. Und weiß: Morgen wird kein leichter Tag für beide Fischers. "Abschiednehmen ist nie schön. Aber die Erinnerungen bleiben. Und es sind gute."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.10.2013

Thomas Lang

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