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Ehemaliger Kreis-Chef Erwin Nickel veränderte Geithain

Todesfall Ehemaliger Kreis-Chef Erwin Nickel veränderte Geithain

Zwei Dutzend Jahre war er der erste Mann im Kreis Geithain: nicht der Partei, sondern der Verwaltung. Ältere verbinden mit Erwin Nickel die Ansiedlung von Industrie, den Bau von Wohnungen, den Fußball. Nach schwerer Krankheit starb er jetzt mit 94 Jahren in Bad Lausick.

Erwin Nickel in seinem Wohnzimmer im Jahr 2010.

Quelle: privat

Geithain/Bad Lausick. Vor 30 Jahren schied er aus dem Amt, jetzt ist er im Alter von 94 Jahren gestorben: Erwin Nickel, von 1963 bis 1987 Vorsitzender des Rates des Kreises Geithain, starb am 2. September nach langer, schwerer Krankheit.

Für viele Ältere ist sein Name bis heute unter anderem verbunden mit der Schaffung neuen Wohnraumes im Altneubaugebiet an der Louis-Petermann-Straße und im Neubaugebiet Geithain-West, mit dem Aus- und Umbau des einstigen Hotels Stadt Altenburg zum Haus Altenburg, dem renommiertesten und wichtigsten Geithainer Veranstaltungslokal, ebenso mit der Bau des Freibades und der Poliklinik, dem heutigen Ärztehaus in der August-Bebel-Straße. 2012 war Nickel, der mit seiner Familie in der Schillerstraße zu Hause war, hochbetagt nach Bad Lausick in das Pflegeheim Am Schwanenteich gewechselt.

„23 Jahre nahm Erwin Nickel als Vorsitzender des Rates des Kreises Geithain durch sein persönliches Wirken Einfluss auf die Entwicklung des Landkreises“, sagt Veronika Bergmann, eine der drei Töchter von Gertraude und Erwin Nickel. Sie informierte jetzt im Namen der Familie über seinen Tod. „Er nahm sich Zeit für Gespräche mit den Menschen, für ihre Probleme und Sorgen. Während seiner Amtszeit hat er sich Achtung, Anerkennung und Autorität als Funktionär und Repräsentant seiner Bürger über den Kreis Geithain hinaus erworben.“ Nickel habe sich für die Ansiedlung und Entwicklung einer nachhaltigen Industrie und von Dienstleistungsgewerbe eingesetzt. Ein Stichwort: die Wäscherei. Ein Höhepunkt sei für ihn die Ausgestaltung der 800-Jahr-Feier der Stadt Geithain 1986 gewesen.

Sein Herz schlug für die Fußballer von Geithain

„Erwin Nickel war ein Kommunalpolitiker der alten Schule. Er war volksnah und für viele Geithainer einfach nur ,der Erwin‘“, sagt Veronika Bergmann, die mit ihrem Mann Manfred – einst Direktor des Geithainer Emaillierwerkes – in Dresden lebt. Er habe sich für die Schulen und Kinderheime des Kreises eingesetzt. Sein Herz habe der 1. Fußballmannschaft der BSG Motor Geithain gehört, was dieser den Spitznamen „BeNiDo“-Elf einbrachte. Das Kürzel stand für drei maßgebliche Protagonisten Gerhard Bernd (Gewerkschaftschef), Erwin Nickel und Werner Dorf (Nickels Fahrer).

Trotz vieler Verpflichtungen sei der gebürtige Königsberger ein ausgesprochener Familienmensch gewesen: „Seine sechs Enkel, neun Urenkel und seine drei Töchter und deren Familien bereiteten ihm große Freude.“

Familie und Weggefährten nehmen Abschied

Seine Ehefrau Gertraude habe ihn bedingungslos unterstützt. „Leider konnte er die Zeit nach dem Ausscheiden aus dem Amt mit seiner Traudl nicht wie erhofft genießen. Er stand ihr lange Zeit im Kampf gegen ihre schwere Krankheit zur Seite“, sagt Bergmann: „Unser Vati hatte ein mühevolles und bewegtes, aber erfülltes Leben.“

Mit Dankbarkeit und Respekt nehme seine Familie gemeinsam mit Weggefährten, Freunden, Bekannten, Verwandten und dem Team des Seniorenheimes Am Schwanenteich Bad Lausick von ihm Abschied.

Die Beisetzung findet am 23. September, 14 Uhr, auf dem Friedhof in Hopfgarten statt.

Von Ekkehard Schulreich

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