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Geithain Post der Queen und 460 Taschentuch-Motive
Region Geithain Post der Queen und 460 Taschentuch-Motive
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17:10 19.05.2015
Gudrun Opitz aus Frohburg sammelt Porzellan, eine Reihe von Dosen zeigt sie in der Geithainer Sonderausstellung. Quelle: Jens Paul Taubert

Zu einer bunten Tauschbörse lädt die Einrichtung alle am 25. Mai ein.

"Herzlichst für Brigitte" hat Karl Dall im Mai 1986 auf seine Autogrammkarte geschrieben, die er nach Geithain sandte. Da sammelte Brigitte Jehnigen schon viele Jahre lang signierte Autogrammkarten von Schauspielern. Einige zeigt die Sonderschau, doch auch royale Post aus dem Briefkasten der 74-jährigen Geithainerin ist zu sehen. Sie verfolgt interessiert die Ereignisse an den Königshöfen und schickt seit Ende der 1990er Jahre Glückwünsche zu besonderen Ereignissen. An den liebevoll gestalteten Dankeskarten hat sie dann ihre Freude. Post aus dem Buckingham-Palast kam 2012, als Königin Elisabeth ihr 60jähriges Thronjubiläum feierte. Ein Hochzeitsfoto aus Monaco zeigt Fürstin Charlené und First Albert. Brigitte Jehnigen: "Das ist mein Hobby, jeder Mensch macht was anderes."

Hella Hofmann aus Tautenhain beispielsweise sammelt alles rund um die Cartoons "Liebe ist-". Der erste erschien 1970 in der Los Angeles Times, heute gibt es mehr als 8500 Stück in 25 Sprachen. "Das spricht mich an, das ist das Leben", sagt die 74-Jährige. Die Aussagen seien ganz zutreffend, findet sie und muss es wissen, denn sie ist seit 55 Jahren verheiratet. "Liebe ist nur wir beide" steht auf ihrem Kuschelkissen, das mit muss, wenn es beispielsweise einmal ins Krankenhaus geht. Sie hat nach der Wende angefangen zu sammeln, Büchlein bei Ebay ersteigert. "Als das mit dem Internet kam, habe ich mir gesagt, das musst Du probieren." Mini-Bücher hat sie gezielt in verschiedenen Buchhandlungen nachgefragt und eine Tasse in Geithain gekauft. Heute sammele sie aber nicht mehr so aktiv, erzählt Hella Hofmann.

Die mit erlesenem Porzellangeschirr gedeckte Kaffeetafel einer Familie, bei der ihre Eltern und sie als Kind ab und zu eingeladen waren, blieb Gudrun Opitz in Erinnerung. Endgültig geweckt wurde ihre Liebe zu Porzellan, als die Großmutter ihres Mannes ihr eine Zuckerdose schenkte, die aus der Zeit um 1885 stammt und ihr schon immer gefallen hatte. 500 Gramm Zucker gehen hinein, denn sie ist für zwölf Personen gedacht. Um 1920 entstand eine mit einem Vogel verzierte Dose, die das Paar zur Hochzeit bekam. Weitere Geschenke kamen hinzu, dazu Erwerbungen von Flohmärkten. Einige Teekannen brachte die Frohburgerin von Besuchen bei ihrer Schwester in Kanada mit. So entstand eine Sammlung aus Kaffeekannen und Zubehör, auch Gaststättengeschirr ist mit dabei. Daraus gestaltet Gudrun Opitz stetige "Wechselausstellungen" in ihrer Küche und im Wohnzimmer. An der Schönheit ihrer Stücke lässt sie aber gern auch andere teilhaben, beispielsweise bei einer Ausstellung 2011 im Heimatmuseum Kitzscher. Ab 5. Mai stellt sie im Heimatmuseum Glasten aus. Ihr Mann, Hans-Peter Opitz, begleitet das Hobby seiner Frau und hilft bei der Gestaltung von Präsentationen. Für die Schau in Geithain haben die beiden in Büchern recherchiert und akribische Beschriftungen gestaltet. Die 71-jährige Sammlerin mag bei Porzellan am liebsten "ganz Modernes, Jugendstil, aber auch Art Decor." Gern hätte sie Stücke von Rosenthal aus der Zeit vor 1900 sowie aus den Serien dieser Marke "Tirana" und "Ping Pong".

Gabriele Köhler kennt niemanden sonst, der Packungen mit Zellstofftaschentüchern sammelt - bis auf jenen Sammler, den sie einst zu Ostzeiten in der Fernsehsendung "Außenseiter - Spitzenreiter" gesehen hatte. Die Benndorferin begann zu sammeln, als sie nach der Wende das erste West-Päckchen Taschentücher in der einen Hand hielt - und in der anderen das letzte Ost-Päckchen für 35 Pfennige. "Ich bin nicht fanatisch mit dem Sammeln", sagt Gabriele Köhler, die unterdessen 460 verschiedene Motive hat - gekauft in Apotheken, in anderen Geschäften oder von Freunden in Italien, Rumänien, Ungarn. Ganze Serien gäbe es, erzählt die 54-Jährige, die auch selber Papiertücher benutzt. Sie will auf jeden Fall zur Tauschbörse im Museum kommen und hofft: "Vielleicht meldet sich noch jemand an, der dasselbe sammelt."

i Die Tauschbörse am 25. Mai beginnt 15 Uhr. Wer teilnehmen möchte, wird gebeten, sich im Heimatmusuem anzumelden, Telefon 034341/44602.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.04.2013

Inge Engelhardt

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