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Prießnitzer Kindertagesstätte feiert Jubiläum mit großem Mittelalterfest

Im Schlosspark Prießnitzer Kindertagesstätte feiert Jubiläum mit großem Mittelalterfest

25 Jahre Prießnitzer „Kinderland“: Dieses Jubiläum feiert die Kindertagesstätte am Sonnabend im Schlosspark mit einem großen Mittelalterfest. Das Spektakel, zu dem alle eingeladen sind, die sich der Kindereinrichtung verbunden fühlen, beginnt 14 Uhr. Bereits am Mittwoch gaben Ritterspiele einen Vorgeschmack darauf.

Gruppenfoto mit Ritter - Ritter vom Ritterbund Schwarzer Löwe aus Dresden vr Viktor zu Auwald und Marko der Wolf von Sachsen

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg/Prießnitz. Nichts liegt näher als ein Mittelalterfest zu feiern, wenn man ein einstiges Rittergut sein Domizil nennt: Die Mädchen und Jungen der Prießnitzer Kindertagesstätte „Kinderland“ laden am Sonnabend in den Schlosspark ein zu einem großen Historienspektakel. Über Wochen haben sie sich mit den Erzieherinnen und unterstützt von Eltern darauf vorbereitet, haben Kostüme gefertigt, Steckenpferde gebastelt. Anlass ist das 25-jährige Bestehen der Einrichtung.

 Probe für das Ritterfest am Samstag in Prießnitz - die Kinder üben höfische Tänze ein, hier (vorn) Fräulein Seline und Ritter Max aus der

Probe für das Ritterfest am Samstag in Prießnitz - die Kinder üben höfische Tänze ein, hier (vorn) Fräulein Seline und Ritter Max aus der Schmetterlingsgruppe.

Quelle: Jens Paul Taubert

Mit Ritterfestspielen begann die Jubiläumsfeier bereits am Mittwoch, dem Kindertag. Zudem soll es am Donnerstag, wenn es das Wetter gestattet, ein zünftiges Ritteressen unter dem Laubdach des Parks geben. „Die Kinder sind mit Begeisterung dabei. Alles vorzubereiten, kostete Kraft, vor allem aber hat es Spaß gemacht“, sagt Cornelia Oehme, die die Einrichtung seit ihrer Eröffnung 1991 leitet.

Jetzt freuten sich die Burgfräulein und Ritter auf das große Finale am Sonnabend mit Schaukämpfen und mittelalterlichen Tänzen, einer Historiengruppe und traditionellem Handwerk, urigen Speisen und passender Musik durch ein von den Eltern gebildetes Orchester. Bei Spielen, wie sie vor Jahrhunderten Usus waren, können die Kinder Münzen verdienen, die sie für Suppe und Roster verwenden können. Das Spektakel, zu dem alle eingeladen sind, die sich der Kindereinrichtung verbunden fühlen, beginnt 14 Uhr.

Das Mittelalterfest ist durchaus als eine Brücke zu verstehen. Schließlich hat die Einrichtung ihr Domizil in einem historischen Ensemble, das über die Jahrhunderte hinweg ein gesellschaftliches, wirtschaftliches und geistiges Zentrum der Region war. Seit dem Beginn der Neunzigerjahre investierten erst Prießnitz und Eulatal, seit der Eingemeindung nach Frohburg die Stadt erhebliche Summen in die Sanierung der Gebäude und Räume. „Wenn ich zurückblicke, wurde eigentlich immer gebaut. Doch was entstanden ist, kann sich sehen lassen“, sagt Oehme. Zum großen Glück fehle jetzt allenfalls noch ein attraktiver Bewegungsraum, doch den herzurichten, habe die Kommune im Zuge der Turnhallen-Modernisierung schon im Blick.

1991 fusionierten in Prießnitz Krippe und Kindergärten mit dem Hort der Grundschule – die damals noch für ein paar Jahre im historischen Ensemble bestand – und mit dem Kindergarten Elbisbach, der aufgegeben wurde. „Alles musste neu organisiert werden. Das war eine Riesen-Herausforderung für uns“, blickt Oehme zurück. Ein Kraftakt, der sich lohnte: „Heute betreuen wir hier so viele Kinder wie noch nie.“

Die Kapazität von 96 Plätzen in Krippe und Hort sei beinahe ausgereizt. Ein Dutzend Erzieherinnen und zwei Küchenkräfte kümmern sich um das Wohl der Sprösslinge. Großzügige Räume, Rückzugsmöglichkeiten, ein Kinderrestaurant, drei (!) Spielplätze – „hier macht es Spaß, Kind zu sein, und es macht ebenso Spaß, hier zu arbeiten“.

Cornelia Oehme und ihr Team verstehen das Haus als einen Ort, an dem sich Generationen treffen. Zu Eltern und Großeltern, zu Heimatverein und Feuerwehr bestehen enge Kontakte. Nicht nur junge Prießnitzer werden hier betreut, auch Frankenhainer, Schönauer, Elbisbacher, sogar Altenburger und Leipziger. „Unser Ziel ist es, uns auch konzeptionell weiterzuentwickeln“, sagt die Leiterin, verweist auf die explizite Hinwendung zu gesundem Essen, auf Experimentierräume, Bildungsangebote, Bewegung. All das geschehe in enger Abstimmung mit den Eltern und lokalen Partnern.

Dem, was im zurückliegenden Vierteljahrhundert entstand, soll künftig auch in einem Namen Rechnung getragen werden, der charakteristischer ist als das eher unverbindliche „Kinderland“. Oehme: „Da sind gute Ideen gefragt.“ www.kinderland-prießnitz.de

Von Ekkehard Schulreich

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