Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Prießnitzer Landwirte wollen mit Bella vom Eulatal auf Leipziger Agra punkten
Region Geithain Prießnitzer Landwirte wollen mit Bella vom Eulatal auf Leipziger Agra punkten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:23 24.04.2017
Kuh Bella und ihre vier Monate alte Tochter Bell Star repräsentieren beim Fleischrindwettbewerb auf der Agra die Zucht Schottischer Hochlandrinder der Familie Kuhne in Prießnitz. Quelle: (C)2017 Carmen Rudolph, all rights reserved
Anzeige
Landkreis Leipzig

Noch grast Bella vom Eulatal entspannt auf den satt-grünen Koppeln rund um Pießnitz. Aber schon in wenigen Tagen beginnt für das Hochlandrind die Vorbereitung auf einen großen Auftritt. Angezettelt von Kathrin und Lutz Kuhne – das Ehepaar aus Prießnitz betrachtet nämlich Bella als ein Prachtexemplar in ihrer Herde Schottischer Hochlandrinder. Die Landwirte hoffen, dass die Juroren beim Mitteldeutschen Fleischrindwettbewerb, der am 6. Mai auf der Agra stattfindet, dies genau so sehen.

Die Hoffnung ist berechtigt. Denn die heute fünf Jahre alte Kuh Bella machte schon als Färse eine gute Figur und gehörte beim vorangegangenen Wettbewerb vor zwei Jahren zu den Preisträgern. „Diesmal präsentieren wir Bella mit ihrem Kalb Bell Star. Das wurde am 31. Dezember geboren. Ist also ein richtiger Silvesterknaller“, sagt Kathrin Kuhne lachend. Der Vater von Bell Star, Seumus of Craigowmill, sei ebenfalls eine echter Champion. Der fast 800 Kilogramm schwere Bulle, den die Prießnitzer Landwirte selbst bei einem befreundeten Züchter in Schottland erworben und im Autoanhänger nach Sachsen gefahren haben, gewann drei mal in Folge den Fleischrindwettbewerb auf der Leipziger Messe.

Doch auch Naturschönheiten wie Bella und ihre Tochter, die rassetypisch ganzjährig auf der Weide stehen, müssen auf ihren Auftritt im Tierschauring vorbereitet werden. „Dazu hänge ich sie immer mal an und gehe mit ihr am Halfter über die Wiese oder auch mal ein Stück die Straße entlang“, beschreibt Lutz Kuhne das Prozedere der Vorbereitung. Schließlich seien es die Tiere gewohnt, sich innerhalb der mehrere Hektar großen Koppel frei zu bewegen. Einige Tage vor dem großen Auftritt werden die Vorführtiere mit dem Kärcher und einem Shampoo gewaschen. „Am Anfang erschrecken sie ein wenig, aber dann genießen sie es“, weiß der Züchter. Das Trocknen des langlockigen Fells erfolgt mit einem speziellen Kuhfön. Am Wettbewerbstag auf dem Messegelände ist dann noch einmal ein abschließendes Styling mit Wasser, Fön und Bürste angesagt. „Da helfen sich die teilnehmenden Züchter untereinander. Man kennt sich ja mittlerweile“, berichtet Kathrin Kuhne.

Sie und ihr Partner, beide 48, begannen 1992 im Nebenerwerb mit der Mutterkuhhaltung und Zucht Schottischer Hochlandrinder. Hauptberuflich arbeiten die ausgebildete Veterinärtechnikerin im mobilen Pflegedienst und der gelernte Rinderzüchter in einer 3000er-Milchviehanlage. Nach anfangs wenigen Tieren, die sie auf einer Landwirtschaftsausstellung in Bayern kauften, wuchs die Herde auf jetzt 28 Muttertiere und drei Bullen. Mit Nachzucht umfasst die Herde aktuell 80 Rinder. Neben dem Verkauf von Bullen an Züchter und gelegentlich an einen Schlachtbetrieb ist die Direktvermarktung eine Einkommensquelle. Von September bis Mai werden dafür einmal im Monat ein Jungbulle sowie eines der ebenfalls zum Hof gehörenden Duroc-Schweine geschlachtet. Die daraus hergestellten Fleisch- und Wursterzeugnisse gibt es jeden 2. Samstag im Prießnitzer Hofladen. Zu den beliebten Angeboten gehört hier die Salami. „Das Geheimnis ihres Geschmacks ist nicht nur das Fleisch der ganzjährig auf der Weide lebenden Hochlandrinder, sondern auch der langsam gewachsene Speck unserer Schweine“, verrät Kathrin Kuhne.

Speziell für die Vermarktung haben sich die Landwirte im vergangenen Jahr zusätzlich einen Shorthorn-Bullen zugelegt, dem sie regelmäßig Hochlandrindkühe zuführen. Shorthorn-Rinder sind ebenfalls eine robuste, alte schottische Rasse, aber – wie der Name schon vermuten lässt – genetisch hornlos. „Der Vorteil liegt zum einen darin, dass Shorthorns kleinere Köpfe haben, was den Muttertieren die Geburt erleichtert. Außerdem sind die Hybridkälber kräftige Sauger. Da die Highland-Kühe auf unseren guten Wiesen mit 52 Bodenpunkten viel Milch haben, beugt das Eutererkrankungen vor“, erläutert die Züchterin

Viel Zeit zum Luftholen bleibt Familie Kuhne nach den Wettbewerbsaufregungen auf der Agra nicht. Schon bald erwarten sie viele Gäste beim mittlerweile 18. Hoffest am 13. und 14. Mai mit Highland Games, Rasseschau und weiteren Attraktionen.

Von Wolfgang Rudolph

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auch wenn die Temperaturen am Sonnabend nicht vielversprechend waren, fand auf dem Gelände der Firma Heinze in Frohburg das Frühlingsfest des Frohburger Gewerbevereins statt.

24.04.2017

Der 1991 in Gnandstein gegründete Heimat- und Gesellschaftsverein hat schon viel auf die Beine gestellt. Nun rückt er näher zusammen mit den Fußballern der SG Gnandstein. Sie richten gemeinsam eine Walpurgisfeier aus. Im Herbst dann soll ein Jubiläum Basis sein für ein kleines Fest: die Einweihung der Schule vor 140 Jahren.

22.04.2017

Die Rollerbahn in der Kohren-Sahliser Kindertagesstätte „Turmspatzen“ ist fertig: Bei der Einweihung haben Lara und Jonas das Band gehalten, Melina hat es durchgeschnitten. Die Mädchen und Jungen, die in der Einrichtung betreut werden, freuen sich sehr über diese neue Möglichkeit zum Spielen und Toben.

21.04.2017
Anzeige