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Prießnitzer Landwirte wollen mit Bella vom Eulatal auf Leipziger Agra punkten

Agrarwirtschaft Prießnitzer Landwirte wollen mit Bella vom Eulatal auf Leipziger Agra punkten

Schottische Hochlandrinder sind heimisch in den blühenden Landschaften rund um Frohburg.Jetzt soll Bella vom Eulatal, eine Kuh in der 80-köpfigen Herde, auf der Landwirtschaftsmesse in Leipzig Punkte holen. Dazu muss sich die gewichtige Dame aber von den Landwirten Kathrin und Lutz Kuhne waschen und fönen lassen.

Seit über 25 Jahren züchten Kathrin und Lutz Kuhne in Prießnitz Schottische Hochlandrinder. Aktuell umfasst der Bestand 80 Tiere.

Quelle: Carmen Rudolph

Landkreis Leipzig. Noch grast Bella vom Eulatal entspannt auf den satt-grünen Koppeln rund um Pießnitz. Aber schon in wenigen Tagen beginnt für das Hochlandrind die Vorbereitung auf einen großen Auftritt. Angezettelt von Kathrin und Lutz Kuhne – das Ehepaar aus Prießnitz betrachtet nämlich Bella als ein Prachtexemplar in ihrer Herde Schottischer Hochlandrinder. Die Landwirte hoffen, dass die Juroren beim Mitteldeutschen Fleischrindwettbewerb, der am 6. Mai auf der Agra stattfindet, dies genau so sehen.

Die Hoffnung ist berechtigt. Denn die heute fünf Jahre alte Kuh Bella machte schon als Färse eine gute Figur und gehörte beim vorangegangenen Wettbewerb vor zwei Jahren zu den Preisträgern. „Diesmal präsentieren wir Bella mit ihrem Kalb Bell Star. Das wurde am 31. Dezember geboren. Ist also ein richtiger Silvesterknaller“, sagt Kathrin Kuhne lachend. Der Vater von Bell Star, Seumus of Craigowmill, sei ebenfalls eine echter Champion. Der fast 800 Kilogramm schwere Bulle, den die Prießnitzer Landwirte selbst bei einem befreundeten Züchter in Schottland erworben und im Autoanhänger nach Sachsen gefahren haben, gewann drei mal in Folge den Fleischrindwettbewerb auf der Leipziger Messe.

Doch auch Naturschönheiten wie Bella und ihre Tochter, die rassetypisch ganzjährig auf der Weide stehen, müssen auf ihren Auftritt im Tierschauring vorbereitet werden. „Dazu hänge ich sie immer mal an und gehe mit ihr am Halfter über die Wiese oder auch mal ein Stück die Straße entlang“, beschreibt Lutz Kuhne das Prozedere der Vorbereitung. Schließlich seien es die Tiere gewohnt, sich innerhalb der mehrere Hektar großen Koppel frei zu bewegen. Einige Tage vor dem großen Auftritt werden die Vorführtiere mit dem Kärcher und einem Shampoo gewaschen. „Am Anfang erschrecken sie ein wenig, aber dann genießen sie es“, weiß der Züchter. Das Trocknen des langlockigen Fells erfolgt mit einem speziellen Kuhfön. Am Wettbewerbstag auf dem Messegelände ist dann noch einmal ein abschließendes Styling mit Wasser, Fön und Bürste angesagt. „Da helfen sich die teilnehmenden Züchter untereinander. Man kennt sich ja mittlerweile“, berichtet Kathrin Kuhne.

Sie und ihr Partner, beide 48, begannen 1992 im Nebenerwerb mit der Mutterkuhhaltung und Zucht Schottischer Hochlandrinder. Hauptberuflich arbeiten die ausgebildete Veterinärtechnikerin im mobilen Pflegedienst und der gelernte Rinderzüchter in einer 3000er-Milchviehanlage. Nach anfangs wenigen Tieren, die sie auf einer Landwirtschaftsausstellung in Bayern kauften, wuchs die Herde auf jetzt 28 Muttertiere und drei Bullen. Mit Nachzucht umfasst die Herde aktuell 80 Rinder. Neben dem Verkauf von Bullen an Züchter und gelegentlich an einen Schlachtbetrieb ist die Direktvermarktung eine Einkommensquelle. Von September bis Mai werden dafür einmal im Monat ein Jungbulle sowie eines der ebenfalls zum Hof gehörenden Duroc-Schweine geschlachtet. Die daraus hergestellten Fleisch- und Wursterzeugnisse gibt es jeden 2. Samstag im Prießnitzer Hofladen. Zu den beliebten Angeboten gehört hier die Salami. „Das Geheimnis ihres Geschmacks ist nicht nur das Fleisch der ganzjährig auf der Weide lebenden Hochlandrinder, sondern auch der langsam gewachsene Speck unserer Schweine“, verrät Kathrin Kuhne.

Speziell für die Vermarktung haben sich die Landwirte im vergangenen Jahr zusätzlich einen Shorthorn-Bullen zugelegt, dem sie regelmäßig Hochlandrindkühe zuführen. Shorthorn-Rinder sind ebenfalls eine robuste, alte schottische Rasse, aber – wie der Name schon vermuten lässt – genetisch hornlos. „Der Vorteil liegt zum einen darin, dass Shorthorns kleinere Köpfe haben, was den Muttertieren die Geburt erleichtert. Außerdem sind die Hybridkälber kräftige Sauger. Da die Highland-Kühe auf unseren guten Wiesen mit 52 Bodenpunkten viel Milch haben, beugt das Eutererkrankungen vor“, erläutert die Züchterin

Viel Zeit zum Luftholen bleibt Familie Kuhne nach den Wettbewerbsaufregungen auf der Agra nicht. Schon bald erwarten sie viele Gäste beim mittlerweile 18. Hoffest am 13. und 14. Mai mit Highland Games, Rasseschau und weiteren Attraktionen.

Von Wolfgang Rudolph

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