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Prießnitzer Schau kommt im Rittergut unter ein neues Dach

Heimatverein Prießnitzer Schau kommt im Rittergut unter ein neues Dach

Ehe der Heimatverein Prießnitz/Trebishain in seine neue Ausstellungssaison starten kann, heißt es anpacken: Nach den Bauarbeiten im Nordflügel des Rittergutes müssen die Exponate zurückgebracht werden. Künftig will die Schau themenbezogen über das Leben und Arbeiten auf dem Land berichten.

Spielleute auf dem Schlosshof beim jüngsten Weihnachtsmarkt.

Quelle: Heimatverein

Frohburg/Prießnitz. Hunderte Exponate – vom massiven Bauernschrank bis zum altertümlichen Küchengerät – müssen die Mitglieder des Heimatvereins Prießnitz/Trebishain in den nächsten Wochen zurückbringen in den völlig erneuerten Ausstellungsraum im Rittergut: Nach Abschluss der Sanierung des um 1740 erbauten Nordflügels, die die Stadt Frohburg dank Förderung und Eigenmitteln in den vergangenen Monaten betrieb, soll die Schau zum ländlichen Brauchtum wieder eingeräumt werden. „Wir wollen die Ausstellung neu gliedern, themenbezogener machen“, sagt Vereinsvorsitzender Andreas Mäder. Geplant sei, Wohnsituationen zu zeigen, ein altes Bauernzimmer, eine jahrzehntealte Küchenszene. „Mobilar und Ausstattungen dafür haben wir, denke ich, ausreichend in unserer Sammlung.“ Allerdings genüge es nicht, die während der Bauarbeiten ausgelagerten Exponate in das neu hergerichtete Obergeschoss über den Landwirtschaftsgeräten einfach zurückzuschaffen: Sie müssen gesäubert, vieles mit Holzschutz behandelt werden. Bis zur traditionellen Eröffnung der neuen Museumssaison zu Ostern werden deshalb jede Menge helfender Hände gebraucht.

„Kompliment an die Stadt, dass sie sich so intensiv einsetzt dafür, das Ensemble aus Schloss und Rittergut zu erhalten“, sagt Lutz Rein vom Vereinsvorstand. Was die Prießnitzer und Trebishainer, die Gemeinde Eulatal und der unter Manfred Kornagel 1999 gegründete Heimatverein in den vergangenen beiden Jahrzehnten begonnen hätten, werde Stück für Stück fortgeführt. Wenn die Bauarbeiten im Nordflügel die Museumsaktivitäten 2015 eingeschränkt hätten, Besucher seien trotzdem eine Menge gekommen: aus dem Umland, aus Leipzig, Mittelsachsen, sogar aus dem Erzgebirge. Denn neben den Ausstellungen dort gibt es die thematisch vielfältige Heimatstube im Schloss und wechselnde Ausstellungen im Turm – vielbeachtet etwa eine Exposition mit Zinnfiguren eines Frohburger Sammlers und Fotografien, die deutlich vor Augen führen, wie sich das Ensemble von einer baulich maroden Immobilie zu wandeln begann zu einem sehenswerten historischen Komplex.

Zu dem, sagt Rainer Markscheffel, gehöre auch die Prießnitzer Kirche. „Die binden wir bei Führungen gern mit ein. Und manchmal geleiten wir die Besucher auch auf den Turm des Rittergutes, wo die große, Jahrzehnte defekte Uhr, wieder läuft.“

Dass das historische Prießnitz weit über das Dorf hinaus ein Begriff ist, zeigte die 17. Schlossweihnacht. Mehrere hundert Besucher genossen die besondere Atmosphäre des Rittergutshofes, besichtigten die stimmungsvoll beleuchteten, einst als Stall dienenden Gewölbe der Landwirtschaftsschau, nutzten die erstmalige Chance, in die Kellerräume hinabzusteigen. Hier lauschten Kinder, auf Strohballen sitzend, den Geschichten einer Märchenerzählerin. Die Schlossweihnacht, eine gemeinsame Veranstaltung von Heimatverein, Feuerwehr und vielen Helfern, ist Sinnbild dessen, was sich seit dem bescheidenen Beginn vor dem Schlossportal tat. „Als 2008 die Werkstatthalle im Hof abgerissen wurde, sind wir hierhin umgezogen. Eine richtige Entscheidung, denn der Zuspruch ist Jahr für Jahr gewachsen“, konstatiert Mäder. Dafür, dass der auch in den kommenden Jahren anhält, werde man alles tun: „Prießnitz ist mit seinen mehr als 1000 Jahren schließlich eines der ältesten Dörfer der Region und hat eine faszinierende Geschichte.“

Einblicke in die selbe erhalten Besucher ab dem Frühjahr 2016 wieder regelmäßiger, nicht nur zu den üblichen Terminen Ostern und Himmelfahrt, zum Erntedankfest und zur Schlossweihnacht. „Wir werden an vielen Wochenenden wieder öffnen, und für Gruppenführungen stehen wir ohnehin zur Verfügung“, sagt Mäder. Der sich eines wünscht für den 30-köpfigen Verein, dessen Gründergeneration inzwischen in hohem Alter ist: dass ein paar Jüngere nachrücken und sich zu engagieren bereit sind. „Es ist ja unsere eigene Geschichte, die wir hier bewahren und die wir weitergeben wollen.“

www.schloss-rittergut-priessnitz.de

Von Ekkehard Schulreich

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