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Geithain Private Investoren errichten in Frohburg Mietwohnungen – ähnliche Pläne in Geithain
Region Geithain Private Investoren errichten in Frohburg Mietwohnungen – ähnliche Pläne in Geithain
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00:18 29.05.2017
Neben zahlreichen Einfamilienhäusern entstehen im Wohnpark an der Apfelwiese in Frohburg jetzt auch Mietwohnungen. Quelle: Jens Paul Taubert
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Frohburg/Geithain

Eigenheime, Doppel- und Reihenhäuser wurden seit der Wende in vielen Kleinstädten und Dörfern in Größenordnungen gebaut. Mitunter entstanden ganze Wohnsiedlungen. Was mit diesem Tempo oft nicht mithält, ist der Mietwohnungsbau. Der Frohburger Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) ist deshalb froh, dass private Investoren im Wohnpark an der Apfelwiese einige moderne Wohnungen bauen. Vergleichbares schwebt Nicky Dreihaupt, Gesellschafter des Investors DCI, in Geithain vor – eingebettet in die Einfamilienhaus-Siedlung am Südhang. Der Bedarf sei da – auch wenn gerade in Geithain im Altneubau- und im Neubaugebiet viele Wohnungen zur Miete verfügbar seien.

„Es gibt kaum Leerstand bei seit 1990 neu entstandenem und saniertem Mietwohnraum“, beschreibt Wolfgang Hiensch die Situation in Frohburg. Die Wohnungsgenossenschaft, die ihren Bestand saniert habe, kenne ebenfalls kaum Leerstand. Woran es vor allem mangele, seien private Investitionen in Mietwohnungen. Ausnahme: der Wohnpark an der Apfelwiese. Das Prießnitzer Bauunternehmen Santer will dort bis zum Sommer 2018 zwei weitere Mehrfamilienhäuser mit insgesamt sieben Wohnungen errichten.

„Der Bedarf ist da, keine Frage. Doch für uns ist das kein Kerngeschäft. Wir konzentrieren uns seit jeher auf Einfamilienhäuser“, sagt Uwe Santer, der das Unternehmen 1999 gründete und gemeinsam mit seiner Frau Sabine betreibt. Das knappe Dutzend Mitarbeiter sei vor allem im Südraum von Leipzig am Bau. Mietwohnungen zu bauen, helfe für die Belegschaft Arbeit zu sichern – „und für uns ist das eine Art Altersvorsorge“. In den Jahren 2003 und 2005 sammelte das Unternehmen mit dem Wohnungsbau in Bad Lausick erste Erfahrungen. Weil die positiv gewesen seien, habe man in der Straße des 3. Oktober in Frohburg 2007 nachgelegt mit sieben und unmittelbar daneben 2012 mit sechs Wohnungen, sagt Sabine Santer, die sich um die Vermietung kümmert: „Interessiert sind Ältere, die ihre Häuser auf den Dörfern aufgeben und in die Kleinstadt ziehen möchten. Es gibt aber auch viele junge Familien. Wir versuchen, das gut zu mischen.“ An der Apfelwiese, wo Santer ab Herbst selber investiert, stellt er derzeit sieben Wohnungen für einen Grimmaer Investor fertig. Bis September/Oktober sollen sie bezugsfertig sein.

„Die Bereitstellung von Mietwohnungen liegt in Frohburg überwiegend in der Hand privater Grundstückseigentümer und Investoren. Deshalb unterstützen wir Initiativen zum Neubau von Mietwohnungen und zur Sanierung und Umnutzung von Gebäuden für Mietwohnungen, helfen bei der Suche nach geeigneten Grundstücken“, so der Bürgermeister. Die Stadt selbst verfüge nur noch über wenige kommunale Wohnungen. Die böten in der Regel nicht den besten Komfort und würden vor allem für sozial Bedürftige vorgehalten. Für die jüngere wie die ältere Generation gelte, dass es an solchem Wohnraum fehle, der eine Alternative zum Eigen- oder Altenheim sei und der vor allem „die Gewähr gibt, dass man in Frohburg auf Dauer seinen Wohnsitz in einer Mietwohnung haben kann“. Die Stadt sei aktuell dabei, weitere Flächen für den Eigenheim-Bau auszuweisen, sagt Hiensch. Hinsichtlich der Mietwohnungen aber sei die Kommune auf private Investoren angewiesen.

Solche auch wie DCI in Geithain. „Neu gebaute Wohnungen sind gefragt“, sagt Dreihaupt. Dieser Nachfrage sei mit sanierten Altbeständen kaum zu entsprechen. „Grundsätzlich ist geplant, am Südhang Mietwohnungen zu bauen. Die würden sehr gut in das Gebiet passen, und vielleicht ist es mit einem Mehrfamilienhaus noch gar nicht getan.“ Baubeginn sei allerdings sicher erst im nächsten Jahr.

In Narsdorf dagegen, ab Mitte des Jahres Teil der Stadt Geithain, sei die Neuerrichtung von Mietwohnungen aktuell kein Thema, sagt Bürgermeister Andreas Große (parteilos) – auch nicht im Baugebiet Sandweg, das jetzt vorangebracht werde. Die Kommune verfüge in der Narsdorfer Siedlung über 40 Wohnungen; ein privater Anbieter vermiete in ähnlicher Größenordnung. Das genüge, um den Bedarf im Ort zu decken.

Von Ekkehard Schulreich

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