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Problemfall: Wirtschaftswege an A 72

Problemfall: Wirtschaftswege an A 72

Die Planung und Ausführung der Wirtschaftswege, die im Zuge des Autobahnneubaus im Bereich Frohburg entstanden, sorgen bei Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) und den im Baubereich tätigen Mitarbeitern der Stadtverwaltung der Rennstadt für viele Sorgenfalten.

Frohburg. Die Unklarheiten sind so groß, dass sich die Stadt bisher weigert, sie in ihre Verantwortung zu übernehmen.

 

 

Denn die Frohburger haben bereits mit einem solchen Wirtschaftsweg, der von der Harthseesiedlung in Richtung Bubendorf führt und im Juni abgenommen wurde, ihre Nöte. "Der Weg mit einer sandgeschlämmten Decke zeigt schon nach der ersten Ernte innerhalb weniger Wochen enorme Schäden, ist eine Hoppelpiste und ein Sicherheitsrisiko für Radfahrer. Darauf machten bereits viele Nutzer aufmerksam. Auch an der Bahnbrücke Bubendorf für Fußgänger und Radfahrer sind zwei Jahre nach der Übernahme noch immer nicht der erforderliche Grunderwerb und die Absteckung der Grundstücksgrenzen am Böschungsfuß vollzogen", erläuterte Hiensch.

Das lässt ihn in Sachen der Übernahme der Wirtschaftswege, beginnend am Prießnitzer Weg rechts und links parallel zur Autobahn und andernorts, noch vorsichtiger agieren. Weil schon nach kurzer Zeit diese Wege, die eigentlich auch das touristische Radwegenetz in der Region verbessern sollten, vor allem durch schwere landwirtschaftliche Geräte und Fahrzeuge zerstört wurden. Die Ursache sieht Hiensch neben den von der Stadt bereits im Planfeststellungsverfahren geäußerten Bedenken zur Ausführung in ungebundener Bauweise in einer mangelhaften Abstimmung der Ausführungsplanung mit der Kommune und den betroffenen Landwirtschaftsbetrieben. "Die Unterlagen haben der Stadt nicht vorgelegen. Wir haben uns damit zufrieden gegeben, weil von der Bauleitung die Auskunft gegeben wurde, dass angeblich die Ausführung der Wirtschaftswege und vor allem auch die Lage der Feldzufahrten mit den Landwirtschaftsbetrieben abgestimmt wären. Diese bestreiten das jedoch beziehungsweise verweisen darauf, dass die abgestimmten Feldzufahrten noch gar nicht hergestellt worden sind und die Wege in der Breite, aber insbesondere in Kurvenbereichen und den Westseitengräben nicht im Mindesten den Anforderungen der Landwirtschaft gerecht werden", so Hiensch.

Deshalb hat die Stadt sowohl die Planfeststellungbehörde für die A 72, die Landesdirektion Leipzig, als auch die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) mit der Situation konfrontiert. "Denn schon jetzt ist absehbar, dass die Wege ständig in Mitleidenschaft gezogen werden. Solche Zerstörungen durch landwirtschaftlichen Verkehr werden jedoch nicht als Gewährleistungsmängel anerkannt", sieht er Riesenprobleme auf die Stadt zukommen, wenn diese Baulastträger würde. Darauf drängen aber die Deges und vor allem der Baubetrieb.

Selbst ein kürzlicher Vor-Ort-Termin mit Vertretern der Landesdirektion und der Deges brachte keine Klarheiten. Im Gegenteil. "Keiner konnte uns sagen, wo sich die künftigen Grundstücksgrenzen der betreffenden Wirtschaftswege befinden und die Zuständigkeit der Unterhaltung für die Stadt endet." Ergo lehnten die Vertreter der Kommune erneut ab, die Wege zu übernehmen. "Und das werden wir auch weiter tun, bis die Sache geklärt ist",versichert Hiensch.

Stefan Bartok, Pressesprecher der Landesdirektion Leipzig, erklärte auf Nachfrage der LVZ, dass sich die Behörde auf jeden Fall der Prüfung der Sachlage stellen werde. Zum Zeitpunkt, wann das geschehe, könne jedoch gegenwärtig keine Aussage getroffen werden. Die Deges reagierte auf die Anfragen unserer Zeitung nicht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.10.2013
Lang, Thomas

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