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Radweg Steinbach - Lauterbach: Letzter Rettungsversuch

Radweg Steinbach - Lauterbach: Letzter Rettungsversuch

Abgeschrieben hat der Steinbacher Ortschaftsrat den Radweg zwischen Steinbach und Lauterbach nicht. Das wurde auf der Sitzung am Dienstagabend deutlich. Wenngleich die Parlamentarier durchaus Zweifel hegen, dass die Verbindung entlang des Jordanbaches noch zustande kommt.

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Radfahrer haben es nicht leicht auf der ausgebauten Staatsstraße.

Quelle: Jens Paul Taubert

Steinbach. Mit Blick auf einen Brief, den der Landwirtschaftsbetrieb Kitzscher an den Ortschaftsrat und an den Bad Lausicker Stadtrat geschickt hatte, plädierten sie für ein Gespräch. Bei dem sollte auch das Landratsamt am Tisch sitzen. 

Mit Schuldzuweisungen hielt sich der Steinbacher Ortschaftsrat vorgestern zurück. Er hielt sich an die nüchternen wie ernüchternden Fakten: Parallel zur im Herbst ausgebauten Kreisstraße Steinbach – Lauterbach wurde der Radweg entgegen ursprünglicher Pläne, und obwohl das Geld dafür bereitstand, nicht gebaut. Grundstückseigentümer wie die Landwirtschaftsbetrieb Kitzscher GmbH und die Kirchgemeinde Steinbach hatten sich gesperrt, wertvolles Ackerland für den Wegebau zu verkaufen. Als Joker erschien da die plötzlich im Raum stehende Idee, den Weg statt dessen an den Jordanbach zu verlegen. Als dieses Projekt schließlich umrissen und mit einer Kostenprognose unterlegt war, wurde deutlich: 400 000 Euro würde eine solche Trasse kosten, viel mehr als entlang der Kreisstraße. Trotz eines Zuschusses von 60 000 Euro, die der Landkreis bereit war, der Stadt Bad Lausick zu übereignen, und bei höchstmöglicher Förderung müsste die Kurstadt dennoch mindestens 100 000 Euro selber zahlen. Illusorisch und völlig ausgeschlossen, befand der Stadtrat im Dezember. Und unterschrieb einen Vertrag mit dem Landkreis nicht.

„Ich glaube fast, dass das das Aus für den Weg bedeutet", meinte Ortsvorsteher Andreas Dathe. Denn eine solche Summe – wenn sie denn tatsächlich nötig wäre – könne keiner aufbringen. Dennoch sollte der Ortschaftsrat ein Gesprächsangebot des Landwirtschaftsbetriebes annehmen. „Wir sehen uns moralisch in der Pflicht", sagte dessen Geschäftsführer Martin Landgraf. Es sei keinesfalls das Ziel des Unternehmens, den Radweg zu verhindern. Die Sache sei sehr ungünstig verlaufen. Der Betrieb sei bereit, den Wegebau mit Leistungen und Technik zu unterstützen. Vielleicht ließen sich auch Kosten eindämmen, wenn nur ein Abschnitt am Jordan verlaufe, dann aber vorhandene Feldwege in Richtung Bad Lausick einbezogen würden.

„Versuchen würde ich die Sache auf jeden Fall", meinte Ortschaftsratsmitglied Fred Kunath. „Auf alle Fälle sollten wir den Landkreis mit ins Boot holen mit der Maßgabe, eine konstruktive Lösung zu finden", ergänzte Thomas Klagge. In dem Zusammenhang will der Rat durchaus noch einmal über den Verlauf des geplanten touristischen Radweges von Grimma über Bad Lausick und Kitzscher nach Borna reden. Denn würde der doch über Steinbach geführt und nicht durch das Fürstenholz, ergäben sich Synergien.

Dass der Radweg noch zu retten sei, daran hatte Einwohner Siegfried Rieger erhebliche Zweifel: „Das wird nichts mehr, denke ich. Der Landkreis hätte sich früher stark machen müssen dafür." Manfred Rother nannte einen Radweg entlang des Jordans schlicht unbezahlbar. Dass der Weg erneut nicht gebaut werde, sei ärgerlich. Schon vor Jahrzehnten, als seine Kinder noch die Steinbacher Schule besuchten, sei ein Radweg im Gespräch gewesen. Angesichts der Kostenschätzung ist für Rother aber klar: „Die Ausgabe steht in keinem Verhältnis zum Nutzen. Dieses Geld sollte lieber für die Kindergärten und Schulen verwendet werden."

Ekkehard Schulreich

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