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Ramponierter Weg nervt Anwohner

Ramponierter Weg nervt Anwohner

Flößberg. Familie Erwin Engler, in der Straße des Friedens 11a in Flößberg wohnend, ist sauer: Ihnen war im vorigen Jahr von Stadtverwaltung und Baubetrieb versprochen worden, dass ihre Straße - oder richtiger: der bessere Feldweg - zu ihrem Haus und Grundstück ausgebessert werde, wenn der grundhafte Ausbau des parallel verlaufenden Aufbauwegs abgeschlossen sei.

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Arg ramponiert ist der Weg zur Straße des Friedens 11a in Flößberg. Das ärgert die Anwohner.

Quelle: Privat

Die Bauarbeiter sind seit Monaten weg. Doch es passierte nichts.

Damit zerschlug sich eine Hoffnung, die die hier wohnenden Personen nun schon Jahrzehnte haben. "Seit wir hier bauten und 1984 einzogen, bemühen wir uns darum, dass der ziemlich marode Weg in einen besseren Zustand versetzt wird", so Corina Engler. "Er ist nie fest eingebaut worden. Wir haben ihn selbst schon mehrmals ausgebessert. Doch bei Regen und Schnee weiß man in der Löcherpiste und dem Schlamm kaum noch, wie man unbeschadet zum Haus kommen soll", schildert sie.

Ein großes Scherflein zu diesem miserablen Zustand wurde während der im vorigen Jahr erfolgten umfangreichen Bauarbeiten im nahe gelegenen Aufbauweg beigesteuert. Denn da der dadurch viele Wochen für den Fahrverkehr gesperrt war, versuchten viele Kraftfahrer nun, auf eben diesem Parallelweg eine aufwendige Umleitungsstrecke zu umgehen. "Da fuhren schwere LKW oder Traktoren lang, selbst Baufahrzeuge. Und die gaben dem Weg förmlich den Rest, zerfuhren ihn noch mehr", weiß Erwin Engler. Ein Trost war deshalb dem Ehepaar, das mit Tochter und Enkelin hier wohnt, dass nach Rücksprache mit Frohburgs Stadtverwaltung der Baubetrieb - das war das Unternehmen Estler-Bau aus Hartha - versprach: Nach Abschluss der Arbeiten werde der Weg ausgebessert. Zu Jahresbeginn war es soweit. Doch die Bauarbeiter zogen ab, ohne das Versprechen einzulösen. Dabei wären Englers wirklich genügsam. "Wir wurden uns schon freuen, wenn ein besonders in Mitleidenschaft gezogener Abschnitt von etwa 40 Metern Länge mit Schotter, der etwas verdichtet werden könnte, wieder so hergestellt würde, dass er bei Wind und Wetter begeh- und befahrbar bleibt und die Löcher nicht noch größer werden", umreißt Corina Engler ihre Vorstellungen.

Sollte das nicht möglich sein? In der Stadtverwaltung Frohburg sieht man die Sache mit gemischten Gefühlen. "Der Aufbauweg wurde zwar am 11. Dezember 2012 abgenommen und für den Verkehr freigegeben. Dies erfolgte im Sinne der Verkehrsfreigabe noch vor Wintereinbruch", beschreibt Bürgermeister Wolfgang Hiensch (56, BuW) die Situation. "Es dürfte aber für jeden vor Ort ersichtlich sein, dass noch Restleistungen zu erledigen sind.Hierzu gehört auch die Instandsetzung des Weges in den vorherigen Zustand, sobald die Witterung dafür geeignet ist", macht er Hoffnung auf etwas Entspannung der Situation.

Grundsätzlich aber könne das Problem der Familie Engler damit nicht gelöst werden. "Wie die Familie selbst richtig sagt, war der Weg zu ihrem Haus seit 1984 noch nie fachgerecht ausgebaut. Ergo würde ein fachgerechter Ausbau einer erstmaligen Erschließung ihres und anderer anliegender Grundstücke gleichkommen und wäre dann im Sinne des Baugesetzbuchs und der Erschließungsbeitragssatzung der Stadt Frohburg erschließungsbeitragspflichtig, so Hiensch. Damit müssten 90 Prozent der umlagefähigen Herstellungskosten die Anlieger bezahlen. "Dies ist keine Ermessensentscheidung der Stadt, sondern ist schon allein vom Gleichbehandlungsgrundsatz für ähnliche Fälle in Frohburg, wo Erschließungsbeiträge bereits erhoben wurden, notwendig", bekundet das Stadtoberhaupt.

Eigentlich hätte man voraussetzen müssen, dass die ehemalige Gemeinde Flößberg, die damalige Baugenehmigungsbehörde und die Bauherren sich diesbezüglich bereits vor dem Bau des Eigenheimes verständigten, welche gegenseitigen Forderungen zur Zuwegung für das Einfamilienhaus geltend gemacht werden können. Nach heutigem Baurecht sei die Genehmigung zum Bau des Eigenheimes an dieser Stelle kaum nachvollziehbar. Bauakten hierfür lägen nicht vor.

Es sei schon heute absehbar, dass der Stadt Frohburg auch 2013 die finanziellen Mittel fehlen werden, um den Zustand des Weges wesentlich zu verbessern. "Hier gibt es anderorts und bei verkehrsbedeutsameren Straßen viel größeren Handlungsbedarf", so Hiensch.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.03.2013

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