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Geithain Rathendorfer Kita Wurzelbude feiert Jubiläum – Sonntag Festgottesdienst
Region Geithain Rathendorfer Kita Wurzelbude feiert Jubiläum – Sonntag Festgottesdienst
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Alwin (li.) und Bruno tanzen beim Oma-und Opa-Tag. Aktuell bereiten die Kinder ein Musical zum Jubiläum vor. Quelle: Jens Paul Taubert
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Narsdorf/Rathendorf

20 Mädchen und Jungen wurden hier betreut, als die Kirchgemeinde die Regie übernahm - längst sind es 70, und ohne Warteliste geht es nicht. Mit einem Festgottesdienst wird das Jubiläum am 15. November in der Rathendorfer Kirche gefeiert. Eingeladen dazu sind all jene, die den Aufbau der Einrichtung begleiteten und die sie seither unterstützen, unter ihnen der damalige Rochlitzer Superintendent Johannes Jenichen. Intensiv proben die Knirpse an ihrem Musical "Herr Riese und sein Garten", das sie in der Kirche aufführen wollen.

"Die Kirche gehört ins Dorf. Der Kindergarten gehört ins Dorf. Für die Eltern ist das selbstverständlich, auch für die, die konfessionslos sind", sagt Margitta Voigt, seit 35 Jahren Erzieherin in Rathendorf und jene, die gemeinsam mit Viola Legel alle Phasen der Veränderung von einer kommunalen Einrichtung hin zu einer von der Kirchgemeinde getragenen mitgestaltete. Über Jahrzehnte war der Kindergarten untergebracht in einem Bauernhof nahe des Kirchberges, in dem Bürgermeister Gottfried Scheibner lebte.

Nach der Jahrtausendwende sank die Kinderzahl; die Gemeinde Narsdorf erwog, eine ihrer drei Einrichtungen zu schließen. Die Kirchgemeinde setzte dem ein eigenes Konzept entgegen mit der Option, auf dem Areal des Pfarrhofes neu zu bauen. Die Säulen des Konzeptes, das schrittweise und gemeinsam mit den Eltern entwickelt wurde: Verbindung zu Natur und Dorf, Brücken zu kirchlichem Leben, Integration von Kindern mit Defiziten. Zu Jahresbeginn 2004 erfolgte der Trägerwechsel, der Neubau startete bereits im Herbst. Ein Jahr später wurde umgezogen.

Hoch auf dem Kirchberg ist die Wurzelbude inmitten des Dorfes: Auf den Bauernhöfen und bei den Handwerksbetrieben sind die Kinder zu Gast, haben einen hervorragenden Draht zur Rathendorfer Feuerwehr. Vor dem Erntedankfest ziehen sie mit Bollerwagen durch das langgestreckte Dorf, um die Gaben einzusammeln. Zum Dreikönigstag am 6. Januar und am Gründonnerstag gestalten sie Andachten und laden die Dorfgemeinschaft ein. Die Oma-und-Opa-Tage wuchsen sich inzwischen auf drei aus, um die Großeltern aller Kinder, die vor allem aus Rathendorf, aber auch aus umliegenden Orten kommen, unterzubringen. Inzwischen sind es sieben Erzieherinnen, die sich um die Kinder kümmern.

Die Einrichtung besteht aus mehreren Gebäuden, die miteinander verbunden sind; von jedem der Gruppenräume geht es ins Grüne. Für die Krippe wurde die Pfarrscheune umgebaut, für den Hort die Pfarre selbst. Der Kindergarten ist ein Neubau, der Hort wurde schon nach einem Jahr erweitert. Ein großer Spielplatz und ein waldähnlicher Obstgarten ergänzen das großzügige Terrain.

"Unsere Eltern sind uns eine wesentliche Stütze", sagt Carola Peters, die stellvertretende Leiterin. Ihnen und all jenen, die die Einrichtung seit einem Jahrzehnt und länger begleiteten, wolle man mit dem Fest-Gottesdienst am Sonntag ab 14 Uhr und dem Kaffeetrinken danach Danke sagen. Die Entwicklung der Wurzelbude mit all ihren Projekten zeigt eine Foto-Ausstellung auf. Zudem soll es kurz nach dem Jubiläum einen bebilderten Familienkalender geben: "Dafür brauchen wir nur noch das Geburtstagsfoto." Für die Mädchen und Jungen schließt sich ab dem 16. November eine Festwoche an. Dann gießen sie die nach zehn Jahren heruntergebrannte Morgenkreis-Kerze zu neuen Kerzen um und freuen sich auf einen Puppenspieler, der am Dienstag zu Gast ist.

Ekkehard Schulreich

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