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Geithain Rauchschwalben sind im Kohrener Land spät dran mit der Brut
Region Geithain Rauchschwalben sind im Kohrener Land spät dran mit der Brut
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16:03 30.05.2016
Rauchschwalben (Symbolfoto). Quelle: Ernst Paul Dörfler
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Kohren-Sahlis

Die Rauchschwalben im Kohrener Land sind dieses Jahr später dran: „In mehr als 60 Prozent der Nester liegen Ende Mai noch keine Eier“, sagt Tomas Brückmann, der sich im Auftrag der Grünen Liga um die geschützten Vögel kümmert. Das liege an der Kälte Ende April, an den ausgeprägten Eisheiligen und an der hohen Trockenheit. Letzteres spiegele sich in der Tatsache wider, dass viele alte Nester erneut genutzt würden, zum Teil lediglich etwas erweitert: „Es fehlt einfach an Nistmaterial.“

Die ersten Schwalben wurden im Kohrener Land am 1. April beobachtet. In mindestens zwei Etappen kamen Mitte und Ende des Monats viele weitere. Doch es scheine, sagt Brückmann, als ob bis heute noch einige unterwegs seien; zumindest seien einige der angestammten Brutplätze noch leer. Andererseits würden erste Jungvögel bereits erfolgreich aufgezogen, etwa in Altmörbitz und in Wüstenhain. „Hier wird noch Vieh gehalten. Deshalb gibt es mehr Insekten, die die Nahrungsgrundlage für die Rauchschwalben sind.“

„Ganz gespannt sind wir auf die Lokatoren-Schwalben“, sagt der Naturschützer. Jene Tiere, die er mit Helfern im vergangenen Jahr mit winzigen Speichern ausgestattet hatte. Bis auf einen Brutplatz seien deren Nester wieder besetzt – ob mit den Altvögeln, wird sich zeigen. Die nur ein halbes Gramm schweren Chips wurden von der Technischen Hochschule Bern entwickelt. Erstmals brachte die Grüne Liga sie in der Region zum Einsatz – in Kooperation mit der Vogelwarte im schweizerischen Sempach. 100 Schweizer Franken kostet jeder dieser Chips; finanziert wurde die Aktion durch die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt. Die Experten erhoffen sich völlig neue Erkenntnisse über die Lebensstationen der heimischen Schwalben in den Monaten ihrer Abwesenheit. Ende Juni werde man beginnen, diese Vögel zu fangen, um die Lokatoren zu sichten, so Brückmann. Die Auswertung der Daten erfolgt nach dem Ende der Brutsaison in der Schweiz.

Tomas Brückmann wirbt bei Grundstückseigentümern dafür, sich bewusst für Rauchschwalben zu entscheiden. „Das heißt auch, jene Räume zu verschließen, in denen die Tiere nicht erwünscht sind.“ Rauchschwalben bauen ihre Nester – im Gegensatz zu den Mehlschwalben – innerhalb von Ställen und Scheunen und brauchen geöffnete Türen oder Fenster, um jederzeit dorthin zu gelangen. Wer Rauchschwalben auf seinem Hof beherberge, sollte zudem auf das Spritzen von Insektiziden verzichten und keine Arbeiten mit Holzschutzmitteln durchführen. Zudem empfehle es sich, dafür zu sorgen, dass nicht etwa Katzen an die Nester gelangten. Anders als in den vergangenen Jahren, als die Grüne Liga dank Fördermitteln Nisthilfen kostenlos zur Verfügung stellen konnte, verweist Brückmann nun bei Bedarf an einen Händler aus Schmölln (Telefonnummer 034491/81877). Wer sich über die Rauchschwalben und die Möglichkeiten ihres Schutzes informieren möchte, findet Informationen auf der Homepage: www.rauchschwalben.info

Von Ekkehard Schulreich

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