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Geithain Ray Allen and his Band proben in Frauendorf
Region Geithain Ray Allen and his Band proben in Frauendorf
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05:00 12.06.2018
Wenn die Jungs von „Ray Allen and his Band“ auf der Bühne stehen, versprühen sie das Lebensgefühl der Fünfziger und Sechziger – hier beim „Atomic“-Festival im britischen Sywell. Quelle: Band
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Frohburg/Frauendorf

Dass sie in Frauendorf jede Menge Fans haben, kann nicht verwundern. Ray Allen and his Band, hier verwurzelt, nahmen beim Vereinsfest 2017 ein ausgelassenes Publikum mit auf eine Zeitreise ein halbes Jahrhundert zurück. Der Sound der rockigen Late Fifties und der poppigen Early Sixties ist Markenzeichen und musikalische Lebenswelt des Quartetts, das in Frauendorf selbst sein Studio hat.

Die Band um Frontmann Mathias Arnold, die Rock ’n’ Roll und Rockabilly in zeitloser Strahlkraft in die Tanzsäle bringt, ist in der Südleipziger Region sonst eher selten zu erleben – weil deutschlandweit und international auf Tour. Parallel dazu wird intensiv an einem fünften Album gearbeitet, das vor allem eigene Songs enthalten soll.

Wenn die Frauendorfer Mitte Juni erneut feiern, ist Band-Gründer Mathias Arnold als DJ Bopcat mit dabei. Er sorgt am 15. Juni gemeinsam mit „The Wise Guyz“ aus der Ukraine ab 19.30 Uhr für tanzbare Musik.

Authentizität – für Arnold ein Schlüsselwort. „Wir versuchen, so nah dran zu sein wie möglich“, sagt der 40-jährige Frauendorfer mit dem Künstlernamen Ray Allen, Sänger und Bandleader, Arrangeur und Manager. In verschiedenen Bands und solistisch erfuhr er seine Prägung. Jerry Lee Lewis, Sonny Burgess, Gene Summers, Roy Hall gehören zum Repertoire der Band, „gespielt auf Originalinstrumenten dieser Zeit oder mindestens guten Nachbauten“. Mit Gerd „Gerdi“ Vorwerk (Bass) und Schlagzeuger Sylvio Lau alias Bulli Twist aus Burgstädt (44) steht er seit Jahren auf der Bühne.

Doch das Trio wollte wachsen, „denn ein Piano gehört dazu. Das gibt einen ganz anderen Groove. Nach einem Pianisten, der zu uns passt, haben wir gesucht“, sagt Vorwerk (44) aus Borna. Er fand sich mit Martin Wauer (32) alias Jan J. Dillard, der es nicht scheut, zu Proben die lange Anfahrt aus Dresden auf sich zu nehmen, denn: „Bands gibt es auch an der Elbe. Aber keine spielt diese Musik so, wie wir es hier betreiben.“

Band hat mehrere Hundert Titel erarbeitet

Eine Musik, die Lebensart ist. Eine Prägung, für die, sagt Arnold, das Elternhaus verantwortlich sei. Eine Musik, ergänzt Vorwerk, die ja nie aus der Wahrnehmung verschwunden sei – außerdem: „Die Achtziger waren doch furchtbar. Da haben wir lieber nach hinten geblickt.“ Mehrere Hundert Titel hat die Band inzwischen erarbeitet, zumeist nachempfunden vom Hören und Erleben, mitunter auch anhand der Partituren. 70, 80 Klassiker sind sofort abrufbar und immanenter Bestandteil der meisten Konzerte.

Auftritte in Finnland, Schweden, Gran Canaria

Von Frauendorf aus geht es auch in diesem Jahr wieder in die weite Welt. Konzerte in Finnland, Schweden, Gran Canaria stehen im Kalender. Dann gibt es ein Wiedersehen mit Marcel Riesco, einem US-Amerikaner, der sich der Musik von Roy Orbison verschrieben hat und den das Quartett bei dessen Auftritten in Deutschland und Skandinavien begleitet. „Das ist so ein Punkt, der auch uns weiterbringt“, sagt Gerd Vorwerk.

Band tritt auch in der Region auf

Dennoch schätzt man die Begegnungen mit den Fans in der Region alles andere als gering – etwa beim Stadtfest in Mittweida, bei Dietrichs Hofweihnacht in Greifenhain (7. Dezember) und zur Silvester-Schaffe in Zeche II in Neukirchen. Nicht zu vergessen die kleinen, gern auch privaten Bühnen und Feiern. An vielen Wochenenden des Jahres unterwegs zu sein, ist nicht nur für die Musiker selbst, sondern auch für ihre Familien ambitioniert. „Man muss sich einrichten, das klappt“, sagt Mathias Arnold. Zudem sei man vernetzt, sodass mal ein Gastmusiker einspringen könne.

Neues Album soll Anfang 2019 erscheinen

Zeit erfordert auch die Arbeit an einem neuen Album, dem fünften gemeinsamen, das Anfang nächsten Jahres verfügbar sein soll. „Inzwischen gibt es die Titel alle, aber manche müssen noch komplettiert werden“, so Arnold. Einstudiert würden sie im eigenen Studio, vor drei Jahren auf dem elterlichen Grundstück in einer alten Scheune hergerichtet. Die Aufnahmen werden im Lightning Recorders Studio in Berlin produziert. „Das Studio hat sich auf unsere Art Musik spezialisiert, verfügt über die Mikrofone dieser Zeit, über die Bandmaschinen.“

Erstmals komplett eigene Titel

Unter Vertrag ist die Band beim Label Rhythm Bomb Records, das 2007 bereits Ray Allens erste Scheibe herausbrachte und das für die Band nicht nur CDs produziert, sondern auch gutes altes Vinyl und Singles. Album fünf soll anders als die Vorgänger nicht nur zur Hälfte eigene Titel enthalten, sondern komplett. Und vor Ohren führen, dass die Musik der Fünfziger und Sechziger nicht Geschichte ist, sondern verankert in der Gegenwart.

Von Ekkehard Schulreich

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